"Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt' uns gar verschlingen,

dann wäre es ganz gut, jemanden wie Uwe Wolff in der Nähe zu haben.

Der promovierte Theologe, Romanautor und Studiendirektor gilt bundesweit

als 'Deutschlands bekanntester Engelforscher' und strahlt

mit fast überirdisch positiver Lebenshaltung das Böse einfach weg.

Da ist wer, der uns hält, sagt Wolff, gießt Ingwertee nach,

streichelt den Retriever sanft über den Kopf - und sofort glaubt man es."

Ulrike Posche. In: STERN 52/2019. S. 31. 

 

Die berühmteste Ikone der Welt:

Auf den Knien lernen russische Kinder das Sehen des Unsichtbaren

(Photo: Professor Barbara Hallensleben/Fribourg)

 

Vor Andrej Rubljovs "Trinität"  haben kleine Engelforscher mit ihrer jungen Lehrerin Platz genommen. Sie folgen den Ausführungen der Museumspädagogin. Drei Kinder sind bereits in ein Gespräch vertieft. Ihre Körperhaltung spiegelt die Zuwendung der Engel. So geht Engelforschung.

 

Deutschlandfunk, 25.12.2020: Engel und Corona (Gespräch und Protokoll)

 

 https://www.deutschlandfunk.de/weihnachten-und-die-himmlischen-heerscharen-engel-tragen.886.de.html?dram:article_id=489597

 

 

08:35 Uhr

Tag für Tag

Aus Religion und Gesellschaft

Himmlische Heerscharen:
Weihnachten und die Engel
Der Engelforscher Uwe Wolff im Gespräch mit Andreas Main

 

Zu den berühmtesten und zugleich geheimnisvollsten Darstellungen des Engels Gabriel gehört ein romanischer Säulenaufsatz (Kapitell). Er befindet sich in der Kathedrale von Autun im Burgund. Gislebertus hat ihn zwischen 1125 und 1135 in  Stein gemeißelt. Wir wollen ihn hier mit dem Blick der Kinder betrachten:

 

Zu sehen sind der Engel Gabriel und die Heiligen drei Könige. Über ihnen schwebt der Stern der Erlösung. Mit dem ausgestreckten Zeigefinger der linken Hand weist der Engel auf den Stern, mit dem Zeigefinger der rechten Hand berührt er den Ringfinger des obersten Königs. Damit wird der Dienst der Engel ins Bild gesetzt: Engel berühren uns. Ihre Botschaft lautet: Wach' auf, und gehe ins Licht! 

 

 

 

Engel von Autun:

Teilhabe und Teilnahme am Licht

(Photo: Professor Barbara Hallensleben/Fribourg)

 

Engel sind Kinder des Lichtes. Der Stern, auf den sie weisen, ist das Licht der Liebe, der Hoffnung, des Glaubens. Ohne diese Tugenden blieben wir Kinder der Dunkelheit. Das Wort „Engel“ bedeutet „Bote“ oder „Mittler“. Der Bildhauer hat das Wesen des Vermittlers durch die Armbewegung des Engels wunderbar ins Bild gesetzt: Das Licht des Himmels geht durch den Engel hindurch auf den Menschen. 

 

Engel sind ein Urbild des Dienens. Sie fragen nicht nach ihrem eigenen Vorteil. Sie schauen nicht auf die Uhr und zählen nicht die Stunden. Engel sind die Heilerziehungspfleger und Sozialarbeiter des Himmels. Sie  sind frei von aller Sorge um sich selbst und deshalb offen für den Dienst. 

 

Ihre Botschaft lautet: Lass dich von Licht, Leben und Liebe durchströmen! Halte sie nicht fest. Verschenke das Licht der Hoffnung, der Liebe und des Glaubens! 

 

Der Engel verschenkt das Licht. Indem er sich nicht an den Besitz klammert, wird er selbst zu Lichtträger. Das ist der Sinn der Symbolik des Heiligenscheines (Nimbus).  Das Licht des Himmels leuchtet aus ihm wie aus den Augen der Kinder. Auch die Flügel sind Symbol. Kein Engel braucht sie zum Fliegen. Schneller als jede moderne Nachrichtentechnik durchdringen die warmen Liebesstrahlen des Engels die Welt. Die Flügel sind Ausdruck der Geborgenheit, die der Dienst des Engels schenkt.

 

 

 

Licht, Leben, Liebe sind Anfang und Ende aller Weisheit:

Johann Gottfried Herders Grabplatte in Weimar mit Schlange und Sonne, den Symbolen der Einheit

aller Menschen und Mächte:

Ἓν καὶ Πᾶν - hen kai pan - Eins ist das All!

 

 

Land des Lichtes, Nuristan, so nennen die Menschen im Nordosten Afghanistans ihre Heimat. Die Heiligen drei Könige stammen aus  diesem Kulturraum. Er erstreckt sich von Nuristan über Masar-i-sharif, der Geburtsstadt Zarathustra, bis nach Persien. Welcher Religion die Weisen aus dem Morgenland angehörten, wissen wir nicht. Die Beobachtung der Sterne spielte jedenfalls eine zentrale Rolle. Welchen Namen auch immer ihre Götter trugen, in welcher Weise sie ihnen im Kult Ehre erwiesen, sie hatten keine Berührungsängste mit dem Licht einer neuen Religion. Als der Stern von Bethlehem am Himmel erscheint, machen sie sich auf den Weg.

 

Das Kapitell wird in der kunstgeschichtlichen Literatur unter dem Titel „Der Traum der Könige“ zitiert. Sein Thema ist aber nicht der Traum, sondern das Erwachen aus der Dunkelheit und der Aufbruch ins Licht. Die drei Könige liegen unter einer Decke. Ihr Faltenwurf erinnert wie die Falten auf dem Gewand des Engels an Wellen. Wenn ein Stein ins Wasser fällt, verursacht er Wellen. Aus den tiefsten Tiefen des Universums erreichen uns Lichtwellen. 

 

Wellen sind Nachrichtenübermittler. Das Licht des Himmels durchflutet die Lagerstatt der Könige. Drei unter einer Decke: Das ist ein Symbol der Vertrautheit, ja der Einheit. Der Betrachter soll sich selbst im Spiegel der drei erkennen. Sie sind drei und doch eins. Im Spiegel der drei Weisen aus dem Morgenland  leuchtet unser eigenes Wesen hervor. Wir sind „dreieinig“. Wir bestehen aus Körper, Geist und Seele.

 

Der unterste König symbolisiert unseren Körper und die Welt der Sinne. Der mittlere König steht für den Geist, die Vernunft und Rationalität. So ist es kein Zufall, dass beide Könige die Augen geschlossen haben. Sie schlafen. Bildhaft gesprochen: Die Welt der Sinne und der Rationalität sind „blind“ für die Berührung des Engels. Unsere Sinne können den Boten des Lichtes nicht erfassen, unsere Vernunft vermag seine Existenz nicht zu beweisen. Allein der obere König hat die Augen geöffnet. Sein auf der Decke liegender Arm wird vom Engel berührt. Dieser König steht für die Seele. Sie ist die Eintrittspforte für das himmlische Licht.

 

Über die Zeiten hinweg wird auch unsere Seele vom ausgestreckten Finger des Engels berührt. Und die Ohren des Herzens hören seine Stimme: Wach auf, steh auf, wende dich dem Licht zu! Jetzt sehen wir die Engel mit den Augen des Herzens.

 

 

 


 "Und dort schauten die Augen der Himmelskönigin,

die mit dem urewigen Kind auf den Wolken dahinschritt, mir in die Seele."

Sergij Bulgakov nach dem Gebet vor der Sixtinischen Madonna

 

 

 

 

 

 

Mein Weg zu den Engeln: Stationen der Berührung

 

Ein Interview mit Gregor Papsch (SWR 2  Zeitgenossen vom 2. Juni 2015)

https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/SWR2-Zeitgenossen-Dr,aexavarticle-swr-45908.html

 

Ein Gespräch mit Ralph Wicki (Nachtclub SRF 1 vom 20. Februar 2019)

https://www.srf.ch/sendungen/nachtclub-mit-ralph-wicki/nachtclub-von-22-08-uhr-722

(ab 8. Minute )

 

Ein frühes Gutachten für die EZW 

https://www.ezw-berlin.de/downloads/Impulse_32.pdf

 

Kleine Impulse

 

https://www.ndr.de/kirche/Uwe-Wolff-Engel-stehen-fuer-Glaube-Liebe-und-Hoffnung,engel276.html

https://www.kath.ch/newsd/engelforscher-wolff-solar-impulse-ist-nicht-gottversuchung-sondern-lehrt-achtsamkeit-vor-der-schoepfung/

https://www.domradio.de/themen/kultur/2018-08-22/impulse-zum-sei-ein-engel-tag

 

Eine Kindheitsgeschichte


https://www.verschoenerungsverein-oberstdorf.de/bilder/?image=894031

 

 

Ein Vortrag im Kölner Domforum (Dezember 2008): Hat jeder Mensch einen Schutzengel?

https://www.domradio.de/audio/hat-jeder-mensch-einen-schutzengel-sendung-zum-nachhoeren

  

 

 

„Es werde Licht!

Und es ward Licht.“

Genesis 1. 3

 

 

  *

 

"Gott sprach: Es werde Licht -

und das Licht Gottes, was ist es?

des Menschen Seele."

 

Franz Rosenzweig. Der Stern der Erlösung (1921)

 

*

 

„Dann werden wir stille sein und schauen,

schauen und lieben,

lieben und loben.

Augustin. Vom Gottesstaat (XXII.30)

 

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Träger des hierarchischen Wirkens aber, Sendboten Gottes, um himmlisches Licht durch die Schöpfung zu tragen, sind nur die himmlischen Geister und die geweihten Stände der Kirche.


(…)


Von hier aus eröffnet sich das Verständnis für die Bedeutung der areopagitischen »Hierarchien«: daß Gott sich in erster Linie den reinen Geistern offenbart, deren natürliche Fassungskraft größer ist als die unsere und bei denen das göttliche Licht auf keine inneren Widerstände trifft; daß sie das Amt erhalten, das empfangene Licht weiterzugeben, und daß ihr Amt sich fortsetzt in der »kirchlichen Hierarchie« – in menschlichen Ordnungen, deren Mitglieder zu engelgleichem Leben und Dienst berufen sind. Sie sollen mit gereinigtem Geist die göttlichen Geheimnisse empfangen und verwalten. Dazu gehört auch die Verkündigung und Deutung des göttlichen Wortes. Und wie es verschiedene Weisen und Stufen des Verhülltseins gibt, so gibt es verschiedene Weisen und Stufen der Enthüllung, eine Abstufung der Ämter und eine Abstufung des Ausgeschlossenseins und Zugelassenwerdens.


(…)

(Ziel ist) die persönliche Begegnung mit Gott. Wo dies schließlich zum eigenen Erlebnis wird, und zwar nicht mehr vermittelt durch Bilder und Gleichnisse, auch nicht durch Ideen – durch nichts mehr, was sich noch mit Namen nennen läßt –, da haben wir erst die »geheimnisvolle Offenbarung« im eigentlichsten Sinn, die »mystische Theologie«, die Selbstoffenbarung Gottes im Schweigen. Sie ist der Gipfel, zu dem die Stufen der Gotteserkenntnis emporführen.


So können wir wiederum sagen: Gott ist der Ur-Theologe. Alles Sprechen von Gott hat ein Sprechen Gottes zur Voraussetzung. Sein eigentlichstes Sprechen ist das, wovor die menschliche Sprache verstummen muß, was in keine Menschenworte eingeht, auch in keine Bildersprache. Es ist ein Ergreifen dessen, an den es ergeht, und verlangt als Bedingung des Vernehmens die persönliche Übergabe. Ein solches Ergreifen ist aber in der Regel verbunden mit der Bestellung zum »Theologen«. Gott will durch die, zu denen Er auf dem Gipfel des Berges spricht, zu denen sprechen, die sie unten zurückgelassen haben. Darum läßt Er sich herab, zu ihnen, durch sie und auch ohne ihre Vermittlung in Menschenworten und in Menschen faßlichen Bildern zu sprechen. Er gibt seinen Theologen die Worte und Bilder, die es ihnen möglich machen, anderen von Ihm zu sprechen. Und Er spricht zu den andern als »symbolischer Theologe« – durch die Natur, durch ihre innere Erfahrung und durch seine Spuren in Menschenleben und Weltgeschehen – und macht es ihnen dadurch möglich, die Sprache der Theologen zu verstehen.“

 

Edith Stein.

Wege der Gotteserkenntnis. Studie zu Dionysius Areopagita

 

zitiert nach:

 


https://archiv-edith-stein.karmelitinnen-koeln.de/wp-content/uploads/2014/10/17_EdithSteinGesamtausgabe_WegeDerGotteserkenntnis.pdf

 

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"L'Amor che muove il sole e l' altre stelle."

 

Dante. Paradiso 33.143

 

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