Waldeinsamkeit ist wahre Glückseligkeit

 


 

"Der Gau hat eine ungewöhnliche, kulturgeschichtliche Bedeutung bekommen,

da sich mit ihm die Sage vom wilden Jäger und dem heiligen Hubertus verbindet.

Auch aus der Sage ist noch deutlich,

dass die Bewohner des Ambergaus

sich besonders schwer für das Christentum gewinnen ließen.

 

 

Nach der Sage hatten sich schon die meisten zum Christentum bekehrt,

nur einer der Mächtigsten widerstrebte hartnäckig.

Es war ein eifriger Jäger und betrieb die Jagd

gerade an Sonn- und Festtagen mit wahrer Wut.

Er setzte mit seinem Jagdgefolge

mitten durch die Scharen der Kirchgänger

und suchte durch Jagdlärm auf jede Weise den Gottesdienst zu stören.

 

Alles Mahnen und Warnen blieb erfolglos.

 

 

 

Einst wollte er auch am Karfreitag jagen.

Aber sein Gefolge weigerte sich.

So ritt er allein los, nur von einem Diener begleitet.

Tief in der Wildnis trat ihm ein gewaltiger Hirsch

langsam und ohne jede Furcht entgegen.

Der Jäger schleuderte den Speer

und traf ihn gerade zwischen dem Geweih.

 

Aber der Hirsch stand hoch aufgerichtet.

Der Speer war zum leuchtenden Kreuz geworden.

Da fiel der Jäger,

vom jähen Schrecken ergriffen,

anbetend auf die Knie

und gelobte,

der Jagd für immer zu entsagen.

 

Als er sich erhob,

war der wundersame Hirsch verschwunden.

Der Jäger aber ließ sich taufen und erhielt den Namen Hubertus Heil.

 

 

Eine Felswand und eine Felsenkapelle unweit des Jägerhauses

bei der Ruine Wohldenberg dienen der Erinnerung an diesen Vorgang.

 

Der wilde Jäger ist kein anderer als Wodan.

Der Name Hubert=Huchert ist aus dem sonst auch bekannten

Namen des wildes Jägers ‚Hackelbere‘=Kappenträger

(Wodans Nebelmantel) entstanden.

 

Wie so oft ist dann auch hier aus dem teuflischen Dämon ein guter Geist gemacht,

aus dem wilden Jäger der Schutzpatron der Jagd.“

 

Paul Graff. S. 58f.

 

 

Die Hubertusgrotte liegt in den Wäldern des Hainberges in der Nähe der Bodensteiner Klippen.

Clemens August Herzog von Bayern und Fürstbischof von Hildesheim

besuchte den Ort am 4. Oktober 1729.

 

Am 3. August 1790 weilte Franz Egon, der letzte Fürstbischof von Hildesheim (1789-1825),

ein letztes Mal in der Waldeinsamkeit.

 

Er war Bischof in einer Zeit des Umbruchs.

Über 150 von der Französischen Revolution vertriebene Geistliche fanden im Hochstift Aufnahme.

 

 

Wo einst Gottesdienste gehalten wurden,

fanden später Reichshubertusfeiern statt.

An ihnen nahm der Reichsjägermeister Hermann Göring

in den Jahren 1935, 1936 und 1937 teil.