Wiederkehr der Engel

Ein Rückblick auf die Jahrtausendwende

 

 

 

1. Symbole der Wandlung

 

„Zehn Jahre vor der Jahrtausendwende öffnen sich wieder die Himmel. Wie in den Zeiten der Altvordern herrscht reger Grenzverkehr. Die Engel kommen wieder! Zumindest hören Schriftsteller und Filmemacher ihre Flügel wachsen. Ein Zeichen, dass in apokalyptischer Gefahr auch das Rettende naht? Eine Flucht in die Illusion, weil wir die unerträgliche Einsamkeit unserer kosmischen Existenz nicht aushalten?“ Mit diesem Fanfarenstoss wollte ich unmittelbar nach dem Mauerfall und der politischen Wende des Jahres 1989 die Leser der Neuen Zürcher Zeitung auf die spirituelle Dimension des großen historischen Ereignisses hinweisen. Der Blick in die Religionsgeschichte lehrt, dass Engel immer in Krisenzeiten auftreten. Wenn der religiöse Kult an Strahlung verliert, wenn politische Systeme wanken und sich eine apokalyptische Stimmung ausbreitet, dann ist inmitten dieser Gefahren auch das Rettende nahe. Engel erscheinen nicht ohne Grund. Ihre Gegenwart markiert eine Stätte des Unheils, eine Erfahrung des Schmerzes, eine Stunde der Trauer. Doch in dem Moment, wo der Engel auftritt, beginnt bereits der Prozess der Heilung und Erneuerung. Deshalb sind Engel Symbole der Wandlung.

   

Mit der Wiederkehr der Engel in der Jahrtausendwende hatte niemand gerechnet. Die großen Theologen des 20. Jahrhunderts hatten sie einfach vergessen oder sich ihrer geschämt. So suchten sich die Engel eine neue Heimstatt. Als Rezensent verschiedener großen Zeitungen war mir bei der Durchsicht der Neuerscheinungen seit Mitte der Achtziger Jahre jedoch die zunehmende Präsenz der Engel in Romanen, Erzählungen und Autobiographien aufgefallen.  Inspiriert durch eigene Kindheitserinnerungen veröffentlichte Isolde Ohlbaum ihre ersten Photographien von Grabesengeln. Im gleichen Jahr 1986 kam Wim Wenders Film „Der Himmel über Berlin“ in die Kinos. Dieser Szene-Film erlebte mit „City of Angels“ ein populäres Remake. In einer Schlüsselszene  durchschreiten die beiden Engel Damiel (Bruno Ganz) und Cassiel (Otto Sander) die Berliner Mauer. Dieser Grenzüberschritt wurde zum Urbild der Ereignisse vom November 1989. Dass Mauern weichen und die Himmel sich wieder öffnen können, dass die Schöpfung sich wandelt und mit ihr der Mensch, davon kündet wie in biblischen Zeiten der Film. Mein Artikel für die Neue Zürcher Zeitung lag der Redaktion kurz nach dem Mauerfall vor. Ich hätte ihn gerne sogleich gedruckt gesehen. Doch meinte der zuständige Redakteur Martin Meyer, die Engel hätten Geduld. Zu meiner eigenen Vergewisserung schrieb ich das Buch „Breit aus die Flügel beide“, mit dem ich die biblische Überlieferung und die Rede von den Engeln in der Kunst, der Dichtung und Autobiographie sieben Lebensphase zuordnete. Vergeblich versuchte ich das Buch bei einem Verlag unterzubringen. Engel seien kein Thema mehr für den Buchmarkt, hörte ich immer wieder. Schließlich erschien das Buch 1993 im Herder Verlag. 

 

Inzwischen sind Engel aus dem Lebengefühl der Moderne nicht mehr wegzudenken. Als Kunst und Kitsch stehen sie in Drogerien und Blumenläden, schmücken Keksdosen und Dessous der Firma „Viva Maria“ oder zieren kleine Geschenkbücher, deren Flut unüberschaubar geworden ist. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist „Engel“ zu einer Chiffre für Hilfbereitschaft geworben. Menschen, die sich für andere selbstlos engagieren, werden wie Mutter Theresa von Kalkutta als Engel bezeichnet. Die moderne Reproduktionstechnik führt zur Allgegenwart von klassischen Engelbildern auf Postkarten, Kalendern und Bildbänden. Sie inspirieren Künstler zu einer neuen Arbeit am Mythos des Engels. Sein Bedeutungsreichtum ist so weit, dass sich der Engel auch als Mahnmal für die Verfolgung der Homosexuellen eignet, wie Rosemarie Trockel mit ihrem „Frankfurter Engel“ gezeigt hat. Engelbücher sind so zahlreich wie die himmlischen Chöre selbst. Einige von ihnen erreichen Millionenauflagen wie Anselm Grüns „50 Engel für das Jahr“. Bei einer breiten Leserschicht sind Lebenszeugnisse wie die Sammlung „Ich geb’ dir einen Engel mit“ besonders beliebt. Engel-Leser sind nicht an Theorie und Theologie interessiert, sondern an Erfahrungen. Es geht um mystische Erfahrungen und Mitteilungen aus der Innenwelt, dem esoterischen Bereich der Religionen. An dem Thema „Engel“ interessierte Leser suchen Anregungen, das eigene Leben im Spiegel einer anderen Wirklichkeit zu sehen und zu ihr durch meditative Techniken, Orakel oder das Gebet Kontakt aufzunehmen. Diese neue Sehnsucht nach Spiritualität ist keine romantische Flucht aus der Gegenwart, sondern eine Ergänzung der einseitig rationalen Wirklichkeitsauffassung.   Als Hilfe für diese Wiedereinübung eines Blicks hinter die Kulissen der sichtbaren Welt greifen auch erwachsene Leser verstärkt zu Kinderbüchern über Engel. 

 

Die Wiederkehr der Engel ist inzwischen offensichtlich.  Nicht alles, was heute den Buchmarkt bestimmt, hat Substanz. Deshalb muss man sich auch nicht mit einer Kritik der zahlreichen esoterischen Engelbücher aufhalten, die oftmals nichts anders sind als Selbstüberhöhung und Projektion. Als verbindendes Thema aller großen monotheistischen Religionen, als in der höchsten Dichtung der Menschheit Gestalt gewordene Erfahrung und als Begleiter im Labyrinth des Lebens bezeugen Engel zu allen Zeiten Gottes Gegenwart. Unsere Zeit hat ein großes Bedürfnis nach echter Erfahrung, nach Berührung mit dem Bleibendem, nach Begegnung mit dem Urgrund des Lebens. Wer vom Engel redet, der spricht immer von der Erfahrung der Transzendierung des Alltags und der Grenzen der eigenen Person. Der Gesang der Engel ist das Trishagion „Heilig, heilig, heilig“ (Jesaja 6.3) der Feier des Messopfers, in dem sich Himmel und Erde vereinen. Um die Erfahrung des Heiligen als mysterium tremendum et fascinosum geht es letztlich bei aller Rede von den Engeln. Sie zielt immer auf den letzten Grund der Wirklichkeit: So ist jede Engelerfahrung eine Gotteserfahrung.

 

 

 

2. Engel in der Autobiographie: Schlüsselerlebnisse 

 

Wie selbstverständlich die Rede von den Engeln inzwischen wieder geworden ist, lässt sich an zahlreichen autobiographischen Bekenntnissen ablesen. Marion Gräfin Dönhoff bekannte sich in ihrem letzten Interview öffentlich zu ihrem Schutzengel: „Natürlich gibt es ihn. Ich habe einen ganz engen Schutzengel. Davon bin ich überzeugt. (...) Ich habe einfach die Gewissheit, dass mein Schutzengel da ist.“ Auch die große alte Dame der Demoskopie, Elisabeth Noelle-Neumann, berichtet von Schutzengelerlebnissen aus früher Kindheit. Im Alter von fünf Jahren hatte sie eine Lichterscheinung in ihrem Zimmer wahrgenommen, die trotz intensiver Nachforschungen am nächsten Morgen unerklärlich blieb. Die Autorin berichtet, wie sie die Eltern, das Kindermädchen, die zwei Hausmädchen und die Köchin befragt und immer wieder die gleiche Antwort erhält: Niemand war in dem Zimmer gewesen, und keiner hatte ein Licht angezündet. „Als ich alle gefragt hatte, und niemand war nachts in meinem Zimmer gewesen, da sagte ich mir: Dann müssen es die Engel gewesen sein. Das war das Geheimnis. Von nun an behielt ich es bei mir - und bis heute ist es Geheimnis geblieben. Nie habe ich es vergessen, immer daran gedacht. Welch ein Trost.“ 

 

Erlebnisse dieser Art werden in modernen Autobiographien immer wieder erzählt. Ihnen kann die Forschung typische Merkmale der modernen Rede von den Engeln entnehmen: 1. Mit dem Wort „Engelerlebnis“ werden außergewöhnliche Begebenheiten im Lebenslauf bezeichnet, die sich als Erinnerungsspur tief im Gedächtnis verankern. 2. Diese Erlebnisse sind oftmals mit paranormalen Wahrnehmungen wie Lichterscheinungen verbunden. 3. Die betreffenden Personen erleben diese Momente im Lebenslauf als Schlüsselerlebnisse . 4. Sie machen die Erfahrung, dass sich diese Erlebnisse einer rationalen Analyse ebenso entziehen wie einer Versprachlichung. Daher werden sie oft mit dem Begriff „Geheimnis“ verbunden. 5. Diese Erlebnisse haben immer etwas mit den Fragen der Identität zu tun. Es geht um Beruf und Berufung, um Sinn und Ziel des eigenen Lebensweges, aber nur selten um religiöse oder gar kirchliche Bindung. 6. Die moderne Engelerfahrung ist eine direkte Verbindung zwischen  Gott und der Seele. Es geht nicht um kirchliche oder konfessionelle Bindung, sondern den „direkten Draht“ zu Gott. 7. Engelerfahrungen sind transkonfessionell. Sie deuten eine neue Form der spirituellen Entwicklung auf einen theozentrischen Glauben an, der auch keine Unterschiede zwischen den Religionen mehr kennt. 

 

Angeregt durch die eigenen Erfahrungen hat Elisabeth Noelle-Neumann verschiedene Umfragen zum Engelglauben der Deutschen durchführen lassen. 1997 waren 32 Prozent der Deutschen von der Existenz von Engeln überzeugt. 37 Prozent im Westen, 14 Prozent im Osten. Eine zweite Umfrage vom September/Oktober 2000 zeigte, dass der Engelglaube unter Männern zurückgegangen war. Während 1997 noch 23 Prozent der Männer an Engel glaubten, waren es im Jahr 2000 nur noch 16 Prozent. Gleichbleibend war die Zahl von 40 Prozent der Frauen, die von der Existenz der Engel überzeugt sind. Noch mehr Menschen glaubten an die Existenz von Schutzengeln. Die Frage „Glauben Sie, dass Sie einen persönlichen Schutzengel haben, oder glauben Sie das nicht?“ wurde in Westdeutschland von 47 Prozent der Befragten positiv beantwortet, 18 Prozent schlossen die Existenz eines Schutzengels nicht aus. Das sind immerhin 60 Prozent in Westdeutschland und 39 Prozent in Ostdeutschland, die ein positives Verhältnis zu Schutzengeln haben. In Amerika glauben sogar 69 % der Befragten an Schutzengel. 

 

Über die Aufgabe der Schutzengel existieren klare Vorstellungen. Auf die Frage, worüber man sich mit dem Schutzengel unterhalten würde, antworteten die Befragten: über Leben und Sterben (43 %), Lebenssinn und Lebensaufgabe (34 %), Kranksein und Heilung (33 %), die Weltlage im dritten Jahrtausend (26 %), Liebe, Ehe, Partnerschaft (25 %), Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Engeln (20 %), Arbeit und Beruf (18 %) oder Erziehungsfragen (10 %). Klare Vorstellungen herrschen auch über die Aufgaben der Engel. Sie schützen Menschen in gefährlichen Situationen (44 %), begleiten sie auf ihrem Lebensweg (38 %), warnen vor Gefahren (23 %), trösten und ermutigen Verzweifelte (21 %), begleiten die Sterbenden in den Himmel (17 %), überbringen göttliche Botschaften (16 %), greifen in das Leben ein (13 %) und bringen eine Wendung zum Guten.

 

Edgar Piel und Elisabeth Noelle-Neumann sind überzeugt, dass der Engelglaube von einem neu erwachten Bewusstsein für Transzendenz zeugt. „Denn eben diese Dimension ist es, die den Engelglauben neben vielen anderen Zeichen und Hinweisen als Antwort auf jedwede Transzendenzlosigkeit aktuell und brisant macht. (. . .) Der langsam wachsende Engelglaube aber ist ein Indikator dafür, dass sich allmählich und ganz still unterhalb der allgemeinen Wahrnehmungsschwelle noch etwas anderes entwickelt. In welchem Maße dieses Andere am Ende Einfluss auf unsere Zukunft nimmt, ist zur Zeit kaum abzusehen.“ 

 

Mit einer Schutzengelerfahrung eröffnet auch der deutsche Diplomat und Schriftsteller Erwin Wickert seine Autobiographie. Sie führt zurück in die frühe Kindheit und berichtet von einem Treppensturz des dreijährigen Knaben, den er ohne Verletzung überlebte. Erfahrungen von Rettung und Bewahrung werden oft als Schutzengelerlebnisse bezeichnet, ohne dass diese eine bestimmte Bindung an einen Glauben zur Folge hätte: „Noch Jahrzehnte später, als ich den Glauben an die Wunder der Bibel, leider auch an die Auferstehung Christi, längst verloren hatte, wollte ich doch nicht von dem Glauben an den Engel lassen, der mich einst getragen hatte. Ich fühlte ja immer noch, wie er mich sanft die Treppenstufen hinabtrug.“ Engelerfahrungen markieren Schlüsselerlebnisse und Prägungen im Lebenslauf. Auch Wickert spricht vom Geheimnis dieser Erfahrung. Sie berührt einen letzten inneren Bezirk der Identität, die sich jeder Erhellung entzieht: „Ich habe überhaupt nie und mit niemand von dem Engel gesprochen, habe das Geheimnis in mir verborgen“. 

 

Auch Friedrich Cramer, der Göttinger Mediziner und ehemalige Leiter des Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin, berichtet von einem Schutzengelerlebnis. Im September 1942 wird der damals achtzehnjährige Cramer am Don-Bogen schwer verwundet. In einem Nahtoderlebnis schaut er sein Lebenspanorama. Die Summe dieser Erfahrung von Identität inmitten der äußersten physischen Bedrohung fasst er später in dem Satz zusammen: „Alles, alles ist da – nichts geht verloren.“ Engelerfahrungen in der Gegenwart sprechen also nicht nur von Momenten glücklicher Fügung und Rettung aus Gefahr, sondern berichtet ebenso von der Bewahrung inmitten der Katastrophe. Das Geheimnis, von dem im Zusammenhang mit Engelerfahrungen immer wieder die Rede ist, umkreist das Geheimnis des Kerns einer Person, der trotz Krankheit, Schmerz und Todesgefahr als unzerstörbar erfahren wird. Ihn haben besonders die Arbeiten zur Sterbeforschung von Elisabeth Kübler-Ross immer wieder thematisiert. Die Schweizer Ärztin griff dabei auf eine alte Vorstellung zurück, nach der die Seele des armen Lazarus (Lukas 16.22) nach seinem Tod von den Engeln in den Himmel getragen wurde. Insofern führt jedes weitere Nachdenken über Engelerfahrungen zu Grundfragen der Anthropologie (Gibt es eine unsterbliche Seele?), des Wirklichkeitsverständnisses  (Gibt es eine Wirklichkeit, die sich empirisch nicht messen lässt und dennoch mein Leben bestimmt?)  und des Gottesbegriffs (Greift Gott in mein Leben ein?) 

 

Was schützt eigentlich der Engel? Diese Frage führt in einen Bereich, der nicht mehr von dieser Welt ist. Von ihm hat auch Dietrich Bonhoeffer in seinem bekannten Engelgedicht von den guten Mächten gesprochen. Es bildet innerhalb der modernen autobiographischen Zeugnisse vom Wirken der Engel ein Schlüsseldokument, weil es frei ist von jedem Verdacht der Stilisierung.  Das Lied taucht tief ein in die Nacht von Gethsemane und greift das Motiv des bitteren Kelches auf, den Jesus von einem Engel (Lukas 22.43) gereicht bekommt. Gottes Gegenwart und seine Bewahrung zeigt sich auf paradoxe Weise im Leiden. Bonhoeffers Engelerfahrung spricht von der Einswerdung des menschlichen Willens mit dem Willen Gottes. Das Engelgebet wurde als Weihnachtsgabe für die Verlobte geschrieben. In seinem Brief vom 19. Dezember 1944 aus dem Gefängnis berichtet Bonhoeffer auch von dem alten deutschen Kindergebet der 14 Engel, das Paul Gerhardt zu seinem Abenlied  „Nun ruhen alle Wälder“ anregte und das Johannes Brahms vertonte:

 

„Es ist ein großes unsichtbares Reich, in dem man lebt und an dessen Realität man keinen Zweifel hat. Wenn es im alten Kinderlied von den Engeln heißt: ‚zweie, die mich decken, zweie, die mich wecken’, so ist diese Bewahrung am Abend und am Morgen durch gute unsichtbare Mächte etwas, was wir Erwachsenen heute nicht weniger brauchen als die Kinder. Du darfst also nicht denken, ich sei unglücklich.“

 

 

 

3. Engeloffenbarungen: Medien

 

Schutzengelerfahrungen sind letztlich immer unverfügbar. Sie lassen sich wie letzte Haltungen oder ein religiöser Glaube nicht durch einen Willensakt erzeugen. Das breite Interesse an Schutzengelerfahrungen führt jedoch zu Rückfragen an die eigene Biographie. Habe ich auch einen Schutzengel? Wie kann ich ihn erfahren? Auf diese Fragen reagiert ein breiter Markt, der mediale Dienste anbietet. Er wird fast auschließlich von Frauen bedient. Engelvisionen in der Moderne haben eine lange Tradition. Früher waren sie den Propheten und Heiligen vorbehalten und führten immer ins Zentrum einer Gottesbegnung. In der Moderne wurden sie Ausdruck einer Individualisierung  und einer Autonomie des religiösen Subjektes. Eine Vision zu haben oder jemanden zu kennen, der visionäre Einblicke in andere Welten besitzt, war auch Zeichen der Unabhängigkeit von traditionellen kirchlichen Vermittlungswegen.  Engelmedien reagieren immer auf die Erstarrung religiöser Institutionen. 

 

Immer wieder nahmen Menschen für sich in Anspruch, einen Blick hinter den Schleier der Wirklichkeit geworfen zu haben. Emanuel von Swedenborg (1688-1772), Heinrich Jung-Stilling  (1740-1817) und Jakob Lorber (1800-1864) gehören dazu. Die Krankenschwester Joé Snell erblickte im Alter von zwölf Jahren, also zu Beginn der Pubertät, einen Engel in ihrem Kinderzimmer. Von da an folgte sie der Spur der Himmlischen. In ihren autobiographischen Aufzeichnungen „Der Dienst der Engel“ erzählte sie später von ihren Beobachtungen auf der Intensivstation der Krankenhäuser. Auch berichtet sie von Entrückungen in den Himmel, deren Straßen und Häuser sie detailliert beschreibt. Die Engelvisionen „Ein Büchlein von den Engeln“ von Mechthild Thaller-von Schönwerth sind nach ihrem Tod unter dem Pseudonym Ancilla Domini (Magd des Herrn) herausgegeben worden. Auch Wladimir Lindenbergs „Gottes Boten unter uns“ gehört zu den modernen Klassikern unter den Engelbüchern. Der russische Arzt Lindenberg hat die Rede von den Engeln eng mit der Deutung der eigenen Biographie verknüpft. Engel sind für ihn Symbole der Erfahrung des Wunderbaren im Lebenslauf. Sie bezeugen eine zweite Wirklichkeit hinter der sichtbaren Welt, die auf geheimnisvolle Weise jedes Menschenleben begleitet: „Wer auf die Zeichen achtet, dem werden sie zuteil.“

 

Zu den bekanntesten Privatoffenbarungen gehören die Mitschriften von 88 Engelgesprächen, die Gitta Mallasz unter dem Titel „Die Antwort der Engel“ (1981) veröffentlichte. Sie sind während der Kriegsjahre 1943/44 in Ungarn notiert und später überarbeitet worden. Unter vielen Engelfreunden gelten sie als echt. Gitta Mallasz zeichnete Engeloffenbarungen auf, die ihre Freundinnen Hanna und Lilli regelmäßig am Freitag um 15.00 Uhr zur Todesstunde Jesu erhielten. Mit dieser Uhrzeit deutet sie bereits die Passion der jüdischen Freunde Hanna, Joseph und Lilli an. Sie werden am 2. November 1944 von ungarischen Nazis gefangengenommen. Hanna und Lilli hatten die Möglichkeit einer Flucht ausgeschlagen, um das Leben ihrer Freundin Gitta zu retten. Alle finden den Tod, nur Gitta Mallasz überlebt. Dass in ihrem Nachnamen das hebräische Wort „malach“ (Engel) anklingt, dürfte kein Zufall sein. Mit der Veröffentlichung setzt sie ihren Freunden ein Denkmal.

 

Wie nehmen die Frauen die Botschaft der Engel wahr? Wie spricht ein Engel? Auch darüber geben die Dokumente Aufschluss. Hanna spricht von einer Erweiterung der Wahrnehmung. Alles innere und äußere Geschehen habe sie in großer Klarheit sehen und die Anwesenheit des Engels als belebende Kraft spüren können. Sie habe die Mitteilung der Engel in menschliche Sprache übersetzen müssen. Das letzte Wort des Engels inmitten der politischen Katastrophe lautet: „Glaubt es: Das ewige Sein ist schon euer.“ Aus Sicht der Engelforschung handelt es sich um eine moderne Märtyrerakte. Schon der Bericht von der Steinigung des ersten christlichen Märtyrers Stephanus und die Märtyrerakte vom Tod der Perpetua wissen von Engelvisionen zu berichten. Auch treten Engel in apokalyptischen Zeiten verstärkt auf. Worin besteht der Sinn dieser Engelbotschaft? Letztlich nicht in den Worten, meint Gitta Mallasz, sondern in den Bildern einer inneren Bewegtheit und der Entdeckung einer schöpferischen Kraft, die Menschen hilft, über sich selbst hinauszuwachsen. 

 

Engeloffenbarungen und Engelweihen kennt auch das 1961 von Gabriele Bitterlich (1896-1978) gegründete Opus Angelorum oder Engelwerk. Gabriele Bitterlich hatte seit ihrer Kindheit Engelvisionen und konnte angeblich ihren Schutzengel sehen. 1947 bekommt die sechsfache Mutter von ihrem Beichtvater den Rat, die Botschaft der Engel in einem geistlichen Tagebuch festzuhalten. Zwei Jahre später erhält sie von einem Engel den Auftrag, ihr erstes Buch zu schreiben. Es trägt den Titel „Das Reich der Engel“. 1961 zieht Gabriele Bitterlich auf die Burg St. Petersberg in Silz/Tirol. Was sie in Bildern schaute, wurde von Priestern gedeutet und in einem Andachtsbuch für die Gebetspraxis der Mitglieder des Engelwerkes zusammengestellt. Sie verstehen sich als Gebetsgemeinschaft für den Priesternachwuchs in der katholischen Kirche. Weitere typische Merkmale ihrer Spiritualität sind der Kampf gegen die Dämonen und die Vertiefung in das Sühneleiden Christi. Dazu gehört die tägliche Beichte und Kommunion. Diese wird in traditioneller Weise als Mundkommunion praktiziert. Bei Gabriele Bitterlich ging die Identifikation mit Christus so weit, dass sie die Wundmale (Stigmata) getragen haben soll. 

 

Das Corpus Operis Angelorum (COA) hat Niederlassungen in Augsburg, Freiburg i. Br., Wien, Rom. Neben dem Kloster St. Petersberg existiert St. Mattias in Schondorf/Ammersee. Die Priester werden in einer eigenen Hochschule in Anapolis/Brasilien ausgebildet. In fünf Schritten vollzieht sich die Einweihung in die Geheimnisse der Engelverehrung: Schutzengelversprechen, Schutzengelweihe, Aufnahme in den Helferkreis, Engelweihe und Sühneweihe. Die Schriften des Engelwerkes sind ausschließlich für Mitglieder und Freunde bestimmt. Sie sind einzeln nummeriert und gehen nach dem Tod des Besitzers an den Orden zurück. Wie Dionysios Areopagita, Hildegard von Bingen und mit ihnen eine ehrwürdige Tradition der katholischen Kirche, spricht das Engelwerk von neun himmlischen Chören der Engel. Diese traditionelle Lehre wird nun bis ins Detail entfaltet. Jeder Chor bekommt eine konkrete Aufgabe. Über die einzelnen Tagesengel informiert ein immerwährender Engelkalender. Hier kann das Mitglied des Ordens nachschlagen, welcher Engel für den Tag zuständig ist. Neben dem Namen ist der Tagesheilige genannt, der Engelchor und das Symbol, an dem der Engel erkannt werden kann. Ein kurzer Text informiert über die Person des Engels, seine Aufgaben und seinen Rufnamen. Ein Gebet beschließt die Einträge. Gabriele Bitterlich starb 1978. Ihr Nachfolger ist Georg Blaskò. Ihr Sohn Hanjörg Bitterlich ist der Abt des Ordens der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz. Als Rom nach längerer Prüfung bestimmte Schriften und Praktiken des Engelwerkes ablehnte, hat sich das Opus Angelorum formell unterworfen.

 

 

 

4. Anthroposophie: Engel als Erzieher

 

Der Engel als Wegbegleiter des Menschen ist von der jüdischen Überlieferung (Buch Tobit; Psalm 91), über das Neue Testament bis zum Islam ein allen Religionen gemeinsames Erbe. Der Glaube an den Schutzengel bleibt zwar an die Vorstellung der Existenz eines Gottes gebunden, der sich um das Schicksal des Individuums sorgt, er verlangt aber keine konfessionelle oder institutionelle religiöse Bindung. Deshalb ist er bei vielen Menschen auch außerhalb der Kirche sehr verbreitet. Eltern, die sich entschieden haben, ihre Kinder nicht taufen zu lassen, glauben dennoch häufig an die Existenz eines persönlichen Schutzengels. Daher taucht die Gestalt des Schutzengels nicht nur auf zahlreichen Reproduktionen von Kitsch-Bildern des 19. Jahrhunderts wieder auf, sondern steht im Kontext einer ernsthaften Besinnung vieler Eltern über Grundfragen der Erziehung. Galt es in der Pädagogik der Siebziger Jahre als ausgemacht, dass der Mensch im Wesentlichen durch Umwelteinflüsse, Familie, Schule und Gesellschaft geprägt sei, so treten heute wieder transpersonale Einflüsse wie Schicksal und Charakter ins Blickfeld. Auf diesem Hintergrund herrscht eine neue Offenheit für ein anthroposophisches Menschenbild, wie es etwa der Heilpädagoge Henning Köhler vertritt. Er versteht unter dem Schutzengel den Genius des Menschen, eine höhere Instanz, die durch die Stimme des Gewissens dem inneren Leben des Kindes eine Ausrichtung gibt: „In der Tat ist die Begenung mit dem Genius nicht nur motivierend, sondern auch riskant. Denn indem uns gezeigt wird, wozu wir aus Liebekräften imstande sind, bleibt uns die Bilanz unserer Versäumnisse, Selbstlügen und Anmaßungen nicht erspart. Ich erkenne, dem Wink des Engels folgend, die Fülle meiner Möglichkeiten und zugleich meine Schwäche, mein Versagen, das Ausmaß meiner opportunistischen Anpassungsbereitschaft; ich sehe, über welches Kapital ich verfüge, aber auch, wie viel Kapital ich ständig veruntreue.“ 

   

Manche Waldorfkindergärten tragen den Namen des Erzengels Raphael oder haben Michael als Schutzpatron. Damit wird den Kindern und Eltern signalisiert: Hier sind Menschen offen für das Einwirken der Engel und ihre erzieherische Arbeit. Dass Engel eine pädagogische Aufgabe haben, hatte schon Rudolf Steiner betont. In seinem Vortrag „Was tut der Engel in unserem Astralleib?“, gehalten vor der Anthroposophischen Gesellschaft in Zürich (9. Oktober 1918), deutet er seine Engellehre an. Sie steht in engem Zusammenhang mit dem erzieherischen Auftrag zur Menschenführung, den Steiner als seine eigene Berufung empfand. Der Mensch wird von den Engeln geführt, ob er es weiß oder nicht. Die Wissenden oder Erwachten aber können zu Partnern der Engel werden. Am Ende der Zeiten bilden sie den zehnten Chor der Engel. So hatte es auch Hildegard von Bingen gelehrt, so dichtete Rainer Maria Rilke in seinen „Duineser Elegien“. Den Erwachten stehen die Schlafenden gegenüber. Sie wissen nichts von der Führung der Engel und der Wirklichkeit der höheren Welten. Rudolf Steiners Anthroposophie richtet sich an beide Menschengruppen. Denn er ist von der Erziehbarkeit des Menschengeschlechtes überzeugt. Menschen müssen nicht diejenigen bleiben, die sie gewesen sind. Steiner sieht eine Wesensgliederung des Menschen in Leib, Seele und Geist, und er lehrt die Dreiteilung des Menschen in einen physischen Leib, einen Ätherleib und einen astralischen Leib. Die Engel haben nun die Aufgabe, Impulse für unsere Lebensführung zu geben. Sie machen das zuerst einmal im Traum. Jeder Mensch wird im Traum durch den Engel berührt. In Steiners Sprache tritt hier der Engel in Kontakt mit dem Ätherleib. Christian Morgenstern, der durch einige Vorträge Rudolf Steiners in Kristiania (Oslo) zur Anthroposophie kam, hat das nächtliche Gespräch zwischen Ätherleib und Engel in einem Gedicht beschrieben:

 

„Stör’ nicht den Schlaf der liebsten Frau, mein Licht!

Stör’ ihren zarten, zarten Schlummer nicht!

Wie ist sie ferne jetzt. Und doch so nah.

Ein Flüstern – und sie wäre wieder da.

Sei still, mein Herz, sei stiller noch, mein Mund,

mit Engeln redet wohl ihr Geist zur Stund.“

 

Der Mensch aber soll nicht Schlafender bleiben, sondern Erwachter werden. Er hat die Chance, den Engel auf einer höheren Stufe des Bewusstseins zu erfahren. Denn Engel formen auch in dem astralischen Leib, der Bewusstseinsseele, Bilder, Visionen, Gedankenblitze, Eingebungen, die in die Zukunft weisen und die Entwicklung der Menschheit auf eine höhere geistige Stufe vorantreiben. Die Aufgabe der Erziehung besteht darin, in den Kindern und Erwachsenen eine Achtsamkeit für die Wirklichkeit solcher Bilder zu schärfen. Anthroposophie versteht sich als Erwachen zur Wahrnehmung der Engelwelt und ihres Wirkens. Als abendliche Übung empfiehlt Steiner ein kurzes Innehalten, in dem die Ereignisse des Tages mit wachem Geist betrachtet werden. Jeder Mensch werde dabei auf ein kleines oder großes Erlebnis stoßen, das in sein Leben eingetreten ist. Steiner ist sich sicher: Kein Tag vergeht, an dem nicht ein Wunder geschieht. Auch die Frage, was heute hätte alles passieren können, führe zu einer Tiefenerfahrung von Führung. „Von der Beobachtung des Negativen in unserem Leben, das aber von der weisheitlichen Führung unseres Lebens Zeugnis ablegen kann, bis zu der Beobachtung des webenden und wirkenden Engels in unserem astralischen Leibe ist ein gerader Weg, ein recht gerader Weg, den wir einschlagen können.“

 

 

5. Dichtung: Rilke

 

Rainer Maria Rilke befand sich in einer tiefen Lebenskrise, als er im Herbst 1911 die Einladung seiner Freundin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe annahm, den Winter auf ihrem Schloß Duino an der Adria zu verbringen. „Doctor Serafico“, wie sie den Dichter nannte, war aus der katholischen Kirche ausgetreten, die Scheidung von Clara Westhoff stand bevor, und er überlegte, ob er sich wie seine Frau in psychoanalytische Behandlung begeben sollte. Rilke war 36 Jahre alt und in einer Lebensphase, wo viele Menschen nach langem Ringen einen Durchbruch zu einer neuen Engelbegegnung finden. Auf Schloß Duino fand er die Einsamkeit, die für ihn Voraussetzung jeder echten Tiefenerfahrung war. Allein die Wirtschafterin Miss Greenham und der Butler Carlo standen diskret im Hintergrund. Am 20. Januar 1912 erhält Rilke einen Brief von seinem Anwalt. Die bevorstehende Trennung von Frau und Kind belastet ihn über die Maßen. Er verlässt das Schloss, geht den Weg hinunter zum Meer und vernimmt plötzlich Stimmen.

 

„Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?“

 

Das ist der Beginn einer der bedeutendsten Engeldichtungen der Weltliteratur. Wie Maria die Worte des Erzengels Gabriel, will sie Rilke als reine Offenbarung empfangen haben. Noch am Abend schreibt er die erste der „Duineser Elegien“ nieder. Die zweite folgt bald, dann Bruchstücke, dann stockt die Niederschrift. Zehn Jahre werden vergehen, bis die zehn „Duineser Elegien“ vollendet sind, zehn Jahre des Ringens mit dem Engel. Viele Menschen kennen diesen Kampf mit dem Engel, auch wenn sie keine Dichter oder Künstler sind. Denn der Himmel geht über jedem Menschen auf. Es geschieht im Augenblick, in Bruchteilen von Sekunden. Das Erlebte festzuhalten, ihm Gestalt zu geben im eigenen Herzen, es wirken und wachsen zu lassen im Weltinnenraum der Seele, ist ein langer und schmerzhafter Prozess. Dem Dichter ist es gegeben, ihn in Worte zu fassen. Das ist seine Gabe und sein Auftrag. Deshalb ist Mitteilung Pflicht.

 

Am 11. Februar 1922 vollendet er mit immer weiter nach innen genommenem Herzen auf Schloss Muzot den Gesang von „der Engel Ordnungen“. Sofort teilt er seiner Freundin Lou Andreas-Salomé in Göttingen die Geburt der Elegien mit. Er fühlt sich wie Maria nach der Geburt Jesu, spricht von „Wunder, Gnade“, und die Freundin stimmt in diesen höchsten aller möglichen Vergleiche ein: „Möglich wohl, dass eine Reaktion eintritt, weil das Geschöpf den Schöpfer aushalten musste, dann lass Dich davon nicht erschrecken (so fühlten sich auch die Marien nach ihrem Zimmermann unfasslichen Geburt).“

 

Rilkes zehn Engelgesänge erscheinen in einer Zeit, in der das Heilige als Kern echter Gottesbegegnung wiederentdeckt wird. Die bekannten kitschigen Engeldarstellungen im 19. Jahrhundert waren auch Ausdruck einer bürgerlichen Innerlichkeit gewesen. Nach den vergeblichen Versuchen der liberalen evangelischen Theologie, die Bibel unter den Gebildeten wieder gesellschaftsfähig zu machen, nach den ebenso vergeblichen Versuchen des Papsttums, die Moderne aufzuhalten, entdeckt Rudolf Otto das Heilige als ein tiefes Geheimnis, das den Menschen zugleich erhebt und erschaudern lässt. Von dieser Heiligkeit Gottes haben die Seraphim und Cherubim gesungen. Rilke, der sich nicht in eine vordergründig verstandene christliche Frömmigkeitsgeschichte einordnen läßt, nimmt ihren Gesang auf. „Ein jeder Engel ist schrecklich“, sagt er. Engel schützen, hüten und bewahren, gewiss, aber zuweilen erleben wir ihre Größe und Fremdheit, und vor ihrer Heiligkeit wird uns bewusst, wie weit wir von ihnen, aber auch von unserer eigenen Mitte entfernt sind.

 

Es ist kein Zufall, dass Rilke genau zehn Elegien veröffentlicht hat. Denn er übernimmt die alte kirchliche Vorstellung des Dionysios Areopagita von den neun Chören der Engel. Das sind die Ordnungen oder Hierarchien der Engel, von denen der erste Vers spricht. In der zehnten Elegie richtet Rilke schließlich seinen Blick in den Himmel auf den zehnten Engelchor, den einst die Menschheit bilden wird. Am Ende der Zeiten werden Engel und Mensch vereint sein und in Ewigkeit das Gotteslob singen. Rilke bedient sich also traditioneller Vorstellungen vom Himmel, zitiert klassische Engelgeschichten wie das Buch Tobit und vergleicht wie Hildegard von Bingen die Engel mit einem Spiegel. Doch wie kein Dichter vor ihm hat Rilke den Engeldienst des Menschen ernst genommen. Mensch und Engel, so hatten es die Kirchenväter gelehrt, sollen gemeinsam zum Ruhme Gottes singen. 

 

Wie aber fühlt sich der Mensch neben dem Engel? Was hat er schon mitzuteilen? Kann er mithalten? Aber gewiss, wenn der Mensch sich auf das konzentriert, was kein Engel weiß: Das irdische, vergängliche Leben, seine eigenen Erfahrungen, die Kunst, die Musik, die Empfindung, den Schmerz, die Liebe, die Sinnlichkeit. Der Mensch hat einen eigenen Auftrag. Sein Raum ist die sichtbare Welt. Sie will durch ihn ins Wort verwandelt werden, will Mitteilung werden, Lobgesang, wie ihn kein Engel anstimmen kann:

 

Hier ist des Säglichen Zeit, hier seine Heimat.

Sprich und bekenn.“

 

Mensch und Engel sind Geschwister, Partner; jeder hat seine eigene Erfahrung von Welt, jeder seine eigene Stimme im himmlischen Chor. Der heilige Gesang der Seraphim und Cherubim hatte Rilke ergriffen. Gott findet zu allen Zeiten Propheten und Dichter, deren Herz offen ist für die Botschaft der Engel. Von ihren Worten zehrt die Menschheit. 

 

 

 

 

6. „Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir...“ – Walter Nigg

 

Das Werk des Zürcher Kirchenhistorikers Walter Nigg (1903-1988) entwickelte sich im bewussten Widerspruch zur modernen Theologie. In zahlreichen Werken stellte er seinen Lesern „Große Heilige“ (1946) als glaubwürdige Leitbilder christlicher Existenz vor Augen. Nigg suchte einen erfahrungsbezogenen Zugang zu religiösen Fragen. Auf diesem Hintergrund ist sein Klassiker „Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir...“ zu sehen, der 1978 erschien und zahlreiche Auflagen erlebte. „Der Lehre haftet nun einmal etwas Abstraktes, Intellektuelles, Trockenes an, obwohl man auf sie nicht verzichten kann. Wir aber möchten nicht Theorien und Behauptungen hören, sondern uns geht es um lebendige Erfahrungen, denn sie allein vermitteln dem Menschen eine innere Gewißheit, die ihm niemand rauben kann.“ Damit beschrieb Nigg die Erwartungshaltung des heutigen Lesers von Engelbüchern. Der Bachs Kantate zum Michaelisfest entlehnte Buchtitel war von Nigg als Gebet verstanden worden. 

 

Nigg schrieb sein Engelbuch während der Zeit des Terrorismus in Deutschland. Er sah nicht nur einen großen christlichen Traditionsabbruch, der mit Nietzsches Rede vom Tod Gottes begonnen hatte, sondern sorgte sich um den geistigen, sittlichen und kulturellen Bestand Europas: „Mit schwerem Herzen sieht man den Abbröcklungsprozeß, von dem man nicht sagen kann, wo er hinführt und wo er aufhört. Die Erosion des christlichen Glaubens ist in vollem Gange, und die Folge davon ist eine beispiellose Verarmung. Die Christen befinden sich in religiöser Beziehung in einem Elendzustand, mit dem sie sich nicht abfinden dürfen. Es gilt, sich mit allen Kräften zur Wehr zu setzen.“ Als junger Göttinger Student hatte Nigg durch Erik Peterson die Welt der Engel kennen gelernt. Sie wurde ihm mit Rudolf Otto Ausdruck für die Begegnung mit dem Heiligen, das der Mensch als Korrektiv bedürfe: „Der Christ anerkennt das Geheimnis, läßt das Mysterium gelten und versucht nicht, es analytisch aufzulösen, denn daraus würde nur ein Trümmerhaufen entstehen.“ Nigg hatte gemeinsam mit Karl Gröning Engelbilder aus der klassischen und modernen Kunst ausgewählt und mit Texten kommentiert, die sowohl informierenden wie meditativen Charakter hatten. Er verband damit eine erzieherische Absicht. Eine der wesentlichen Ursachen des Glaubensverlustes in der Moderne sah er im Sprachverlust begründet. Das rational-begriffliche Denken der theologischen Wissenschaft habe im Bewusstsein der Menschen eine zersetzende Wirkung gehabt. Wer Menschen wieder einen spirituellen Weg der Erfahrung eröffnen wolle, der müsse sie die Sprache der Symbole lehren. „Der religiöse Mensch denkt in Bildern, wie die Kinder und Künstler. Das abstrakte, unanschauliche Denken entspricht ihm nicht, weil es nicht dem unmittelbaren Bereich angehört.“ Durch Engelbilder hoffte Nigg, seinen Lesern wieder die Quellen der Spiritualität zu erschließen. Seine Zeitdiagnose war ohne Illusion, sah er doch die „radikale Abkehr von allem Engelglauben“. Dass sein Buch zur Wiederkehr der Engel im Bewusstein vieler Menschen beitrug, ist aus heutiger Sicht offensichtlich.  Nigg glaubte, dass allein ein transkonfessionelles  Christentum, das sich in seinem mystischen Erfahrungskern mit dem Judentum und dem Islam verbunden weiß, Bestand haben werde. Die Engel scheinen Boten dieser mystischen Frömmigkeit des 21. Jahrhunderts zu sein.

 

 

7. Thesen zum weiteren Gespräch 

 

Die folgenden Thesen verstehen sich als Impulse zur verantwortlichen Rede von Gottes Engeln. Sie sollen zeigen, dass Engel Anknüpfungspunkte für den interreligiösen, interkul­turellen, alle Zeit- und Lebensalter umspannenden Dialog stiftet. Der Engel eröffnet den Zugang zu Glaubensvorstellungen in Geschichte und Gegenwart und ermöglicht in Religionsunterricht und Gemeindearbeit den kritischen Dialog zwischen christlichem und nichtchristlichem Gottesbild.

 

These 1

Engel gehören zur Sprache der Offenbarung. Die ganze Bibel bezeugt im Alten und Neuen Testament Gottes Wirken durch die Engel. Damit bereichert sie die Rede von Gottes Eingriffsmöglichkeiten in die Geschichte durch Christus, den Heiligen Geist und die Propheten. Ein Verzicht auf die Rede von Engeln bedeutete eine Verarmung der Sprache der Offenbarung.

 

These 2

Engel gehören zur Sprache aller monotheistischen Religionen. Das Christen­tum teilt mit den großen monotheistischen Bruderreligionen Islam und Judentum die Mittlerfigur des Engels. Kein Monotheismus kann ohne sie gedacht werden. Der interreligiöse Dialog unter dem Aspekt der Engelvor­stellung führt zur Erkenntnis gemeinsamer Sprach- und Offenbarungstradi­tionen und damit zur Toleranz.

 

These 3

Engel gehören zur gemeinsamen Sprache von Altem und Neuen Testament. Während Christus erst im NT erscheint, die Propheten des ATs wiederum verschwinden, bleibt die Mittlerfigur von Gottes Geist, der Engel, von der Genesis bis zur Apokalypse ungebrochen gegenwärtig. Stärker als die neu­testamentliche Typologie vernetzt die Gestalt des Engels AT und NT und kann somit eine unbelastete Grundlage für den jüdisch-christlichen Dialog bilden.

 

These 4

Engel bringen Gott ins Gespräch. Die Rede vom biblischen Zentralmedium Engel eröffnet einen neuen, interessanten und unverbrauchten Zugang zur Frage nach Gottes Geist und seinem Wirken. Stärker als die durch Vertraut­heit und formelhaften Gebrauch unscharf gewordenen Sprachformen der, Rede von Christus (Christologie) und seiner Heilsbedeutung für den Menschen (Soteriologie), provoziert die Rede von Gottes Engeln Neugierde und Nach­denklichkeit über das Wirken Gottes in der Welt (3. Artikel). Bereits die Namen der biblischen Engel deuten den Hinweischarakter ihres Erscheinens an. Als Mittlerfigur zwischen Gott und Mensch bringt der Engel beide ins Gespräch. 

 

These 5

Engel richten den Blick auf Gottes Geist. Die Wiederkehr der Rede von Engeln in Dichtung, Film und in der Kunst steht in Zusammen­hang mit der Suche nach einer neuen Spiritualität. Christen können im Dialog mit diesem Zeitgeist ihr Erbe neu entdecken.

 

These 6

Engel zeigen die wahre Gestalt des Menschen. Die Rede vom Schutz- oder Begleitengel eröffnet ein neues Nachdenken über das Wesen und die wahre Gestalt des Menschen vor Gott. Der Engel zeigt als ein Wesen der dienenden Hingabe an Gott das Bild der reinen Schöpfernatur (Gottes Ebenbild) und setzt so einen Kontrast zur gebrochenen Existenz des Menschen. Damit eröffnet er einen neuen Zugang zu dem heute schwer zu vermittelnden Sün­denbegriff.

 

These 7

Engel bringen Christus ins Gespräch. Indem der Engel in der Welt das wahre Bild des Menschen erscheinen läßt und damit einen Kontrast zur gefallenen, sündigen Natur schafft, weist er auf die Notwendigkeit der Erlösung hin. 

 

These 8

Engel befreien aus der Ichbezogenheit. Der Engel stellt den einzelnen Menschen in einen sozialen und religiösen Kontext und stiftet damit ein ganzheitliches Ich- und Welterleben. Er führt aus der Ichbezogenheit und Vereinzelung zum Dialog. Somit ist er ein kritischer Gesprächspartner der Sicht des Menschen in Psychologie, Psychoanalyse und Anthroposophie.

 

These 9

Engel stellen die christliche Gemeinde in einen kosmischen Zusammenhang. Im Gesang und Gebet des Gottesdienstes ist die Gemeinde Teil der univer­salen Gemeinschaft des Gotteslobes.

 

These 10

Engel stellen Umwelt her. Der Engel setzt den Menschen in ökologische Kontexte und lehrt die Welt als Einheit zu sehen. Er führt zu einer ganz­heitlichen Sicht des Menschen und der Welt. Eine theologische Ethik, die ökologische Horizonte zu denken wagt, wird sich auf Gottes Engel besinnen dürfen.

 

These 11

Engel bringen Bibel, Tradition und Gegenwart ins Gespräch. Der Engel ist nicht nur Medium der Vernetzung biblischer Offenbarungen Gottes in höchst unterschiedlichen Kontexten, sondern in seiner Gestalt befreit Gott auch in nachbiblischer Zeit den Menschen. Das gilt von den Kirchenvätern, den Heiligen, über das gesamte Mittelalter bis zur Gegenwart. Keine biblische Mittlerfigur kann so wie der Engel auf eine ungebrochene Präsenz verwei­sen. Diese zeitliche und räumliche Allgegenwart des Engels ermöglicht Anknüpfung und kritischen Vergleich gegenwärtiger Gotteserfahrung mit denen der Bibel.

 

These 12

Engel fördern den ökumenischen Dialog. Im Gegensatz zur katholischen Verehrung der Gottesmutter und der Heiligen ist der Engel eine von allen Konfessionen geteilte Mittlerfigur. Er ermöglicht besonders den Dialog mit der griechisch- und der russisch-orthodoxen Kirche.

 

These 13

Engel bringen Dichtung, Kunst und Theologie ins Gespräch. Dichtung und Kunst haben die religiöse Vorstellungswelt entscheidend beeinflußt. Die wechselseitige Beziehung von Dichtung, Kunst und Theologie kann am Bei­spiel der Engel exemplarisch verdeutlich werden. Damit wird die Rolle der Tradition als einer neben der Bibel das christliche Bewußtsein prägenden Kraft sichtbar.

 

These 14

Engel geben Einblick in die Entstehung der neutestamentlichen Gedanken­welt. Die neutestamentlichen Welt- und Gottesbilder sind unter Aufnahme, Abgrenzung und Umformung von Vorstellungen der religionsgeschichtlichen Umwelt Israels entstanden. Diese Genese kann am Beispiel der vorchristli­chen und außerchristlichen Engelvorstellung - wie sie etwa in der jüdisch­apokryphen Tradition dokumentiert ist - exemplarisch erschlossen werden.

 

These 15

Der Engel begleitet den Menschen durch alle Lebensalter. Die Rede von den Engeln gehört in den Kontext elementarer Anfänge religiöser Erziehung (Gebet mit den Eltern, Kindergarten, Grundschule), wo grundlegende und bleibende religiöse Vorstellungen geprägt werden, und in den Kontext der Rede von den letzten Dingen (Sterben, Tod, Auferstehung). Er verbindet somit nicht nur biblische und außerbiblische Tradition, christliche und außerchristliche Glaubenwelten zu einem Dialog, sondern auch die Lebens­alter der Menschen.

 

 

 

8. Bibliographie „Engel“ von Uwe Wolff

 

-: Die Wiederkehr der Schutzengel. In: Rheinischer Merkur vom 29. September 1989.

-: Himmlische Helfer an der Zeitmauer. Die Engel kehren im Dämmer der Moderne wieder: In: Lutherische Monatshefte 12/1989.

-: Himmlische Chöre oder Der Engel frohe Lieder. In: Rheinischer Merkur vom 15. Dezember 1989.

-: Bitte keine Flügel stutzen! In: Rheinischer Merkur vom 22. Dezember 1989. S. 17.

-: Auf der Himmelsleiter. In: Braunschweiger Beiträge 53-3/1990. S. 5--25. 

-: Auf den Spuren der Engel. In: Engel und Dämonen. Wiederkehr mythologischer Rede vom Bösen und Guten? Herrenalber Protokolle 79/1990. S. 39-54.

-: Lesen lernen im Buch des Lebens. Hans Blumenberg zum Geburtstag. In: Akzente 3/1990. S. 264-267.

-: Himmel und Hölle öffnen sich wieder. Warum wir noch immer Engel brauchen. In: Stuttgarter Zeitung vom 22. Dezember 1990. S. 46.

-: Die Engel fliegen wieder. Zur Renaissance eines religiösen Phänomens. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 24. Dezember 1990.

-: Die Wiederkehr der Engel. Boten zwischen New Age, Dichtung und Theologie. EZW-Texte. Impulse Nr. 32. 35 Seiten. 1991.

-: Der Geist ist willig, doch der Bauch ist schwach. (Rez. Peter Brown. Die Keuschheit der Engel. Sexuelle Entsagung, Askese und Körperlichkeit am Anfang des Christentums). In: Rheinischer Merkur vom 11. Oktober 1991. S. 44.

-: Himmlische Körper. Rezension von Peter Browns „Die Keuschheit der Engel„ In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18. November 1991. 

-: Der Engel Flügel wachsen hören. Kapitel einer Angelologie der Jahrtausendwende. In: Neue Zürcher Zeitung Nr. 297 vom 21./22. Dezember 1991. S. 53-54. 

-: Die Engel fliegen wieder. In: Mut. Forum für Politik und Geschichte. Dezember 1991. S. 58-68. 

-: Die Botschaft der Engel. Ein erfahrungsbezogener Zugang zur Gottesfrage. Klett Verlag. Stuttgart (= Stundenblätter Schülerheft und Lehrerkommentar). 1992.

-: Wo sich die Pforten der Wahrnehmung öffnen. Epiphanien in der Literatur. In: Rheinischer Merkur vom 3. Januar 1992.

-: Der ganze Himmel und die ganze Erde. Christen brauchen die Herausforderung der Heiligen. In: Lutherische Monatshefte. April 1992. S. 157-161.

-: Die Wiederkehr der Engel. Zu einem erstaunlichen Phänomen – längst vor der Weihnachtszeit. In: Idea Nr. 11/1992. S. III-IV. Zugleich in: Idea-Spektrum 48/1992. S. 14-15.

-: Die Engel fliegen wieder. In: Arbeitshilfe für den evangelischen Religionsunterricht an Gymnasien. Heft 50. Hrsg. von Jochen Papst. Hannover 1992. S. 53-66. 

-: Breit aus die Flügel beide. Von den Engeln des Lebens. Verlag Herder. Freiburg. 240 Seiten. 1993. 42006.

-: Gottesdämmerung. Auf den Spuren einer Sehnsucht. Verlag Herder. Freiburg. 224 Seiten. 1994.

-: Im Lichte des Glücks. Träume vom Paradies, fromm und profan. In: Stuttgarter Zeitung vom 5. Februar 1994.

-: Das große Buch der Engel (Anthologie mit Farbtafeln). Verlag Herder. Freiburg. 280 Seiten. 1994. 42007.

-: Himmlische Grenzgänger. „Engel der Liebe“ – Ein Themenabend bei „arte“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 27. Dezember 1994.

-: Unter Deinen Flügeln geborgen. Legenden vom Geheimnis der Engel. (Anthologie mit Farbtafeln). Verlag Herder. Freiburg. 120 Seiten. 1995. 21995.

-: Der gefallene Engel. Von den Dämonen des Lebens. Verlag Herder. Freiburg. 256 Seiten. 1995.

-: Und der Engel ließ mich nicht los. Erfahrungen mit unsichtbaren Freunden. Verlag Herder. Freiburg. 120 Seiten. 1996. 21997.

-: Engel sind Liebende. Gedanken zum Schutzengelfest am 2. Oktober. In. Deutsche Tagespost vom 1. Oktober 1996.

-: Die Engel – Himmlische Wegbegleiter. In: Die Entdeckung des Himmels. Loccumer Protokolle 27/1998. S. 59-93.

-: Wo ist das Paradies? Von der tiefen Sehnsucht in Werbung und Religion. In: Auftrag und Weg. Thema: Werbung. 4/1998. S.133-134.

-: Engel sind Gottes Strahlungen für Menschen, die ihre Seele auf Empfang schalten. Interview mit dem Magazin Contrapunkt. 6/1998. S.14-15.

-: Der Engel an meiner Seite. Biographische, biblische und meditative Zugänge zum Geheimnis der Engel als Begleiter auf dem Lebensweg. Anthologie zur Tagung des Loccumer Arbeitskreises für Meditation vom 4.-6. Dezember 1998. (Zusammen mit Elisabeth Borries).

-: Die Engel – Himmlische Wegbegleiter. In: Barbara Hallensleben (Hrsg.). Un ange passe . . . Ökumenische Wegzeichen. Universität Fribourg Suisse. S. 5-24. Fribourg 1999.

-: Das quälende Gefühl der Entzweiung: Licht und Schatten bei C. G. Jung und Ernst Jünger. In: Thomas Arzt (Hrsg.). Jung und Jünger. Gemeinsames und Gegensätzliches in den Werken von Carl Gustav Jung und Ernst Jünger. Königshausen und Neumann Verlag. Frankfurt a. M. 1999. S. 163-180.

-: Die Engel – Himmlische Wegbegleiter. In: Lernort Gemeinde. Zeitschrift für spirituelle Praxis. Heft 4/1999. S. 31-36.

-: Engel in der modernen Literatur. Dort, wo man sie nicht erwartet. In: Markwart Herzog (Hrsg.). Die Wiederkunft der Engel. Beiträge zur Kunst und Kultur der Moderne. Irseer Dialoge. Band II. Kohlhammer Verlag 2000. S. 83-98.

-: Singen, Beten, Tanzen – Ein Vorgeschmack auf den Himmel. In: Forum Loccum Nr.2/ Mai 2000. S. 20-21.

-: Alles über Engel. Aus dem himmlischen Wörterbuch. Herder-Spektrum. Freiburg 2001.

-. Die Reise ins Labyrinth. Unterwegs zur eigenen Mitte. Herder-Spekrum. Freiburg 2001.

-: Gelobt seist Du mein Herr... Impressionen einer franziskanischen Pilgerfahrt. In: Antoniuskalender 2001. S. 75-82.

-: Vom himmlischen Flugverkehr der Engel. In: Hans-Werner Kalkmann. „Er fliegt und fliegt“  (Ausstellungskatalog )S. 49-56.

-: Grenzgänger mit Flügeln. Das Thema Engel braucht einen Platz nicht nur im Fachsortiment. In: BuchMarkt Juli 2001. S. 134-135.

-: Auf den Spuren der Engel. Warum Engel uns faszinieren. In: Leseforum Winter/2001. S.4-5.

-: Der Engel des Lichts. Weihnachtliche Gedanken zu einem romanischen Kunstwerk. In: MUT. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Nr. 412. Dezember 2001. S. 10-13.

-:  Alles über die gefallenen Engel. Aus dem Wörterbuch des Teufels. Kreuz    Verlag. Stuttgart 2002.

-: Die Engel von Ground Zero. In: Margot Kässmann (Hrsg.). Glauben nach Ground Zero. Kreuz Verlag. Stuttgart. S. 136-144.

-: Sieben Engel hat der Mensch. Wie sie dich durchs Leben leiten. Kreuz Verlag 2003. 22004.

-: Wo war Jesus zwischen Karfreitag und Ostersonntag? Das Leben Jesu für unsere Zeit erzählt. Kreuz Verlag. Stuttgart.

-: Welche Farbe hat die Himmelstür. Symbole der Weltreligionen für unsere Zeit erklärt. Kreuz Verlag 2003.

-: Satanismus. Spiel mit dem Bösen in der Jugendszene. In: MUT: Nr. 426.  S. 54-57.

-: Das kleine Buch vom Schutzengel. Kreuz Verlag  2003.

-: Jeder Tag hat seinen Engel. Kreuz Verlag 2003.

-: Der Engel der Stille behüte dich. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh. 2005.

-: Kinderbriefe an den Schutzengel. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 2006.