"Se så! nu begynder vi.

Når vi er ved enden af historien 

ved vi mere, end vi ved nu",

 

sagt Hans Christian Andersen

zu Beginn seiner "Snedronningen".

 

Wie wahr!

 

So fange auch ich hier an,

das Märchen unseres Sabbatjahres für Euch zu erzählen.

 

Bornholm in Sichtweite

 

 

Karl Christian Felmy, S.E. Kurt Kardinal Koch und Uwe Wolff  freuen sich mit den Gästen

(Photo: Professor Dr. Barbara Hallensleben/Fribourg)

 

 

 

 

Edzard Schaper als ökumenischer Grenzgänger

von S.E. Kurt Kardinal Koch 

 

(Aus der Ansprache bei der Präsentation des Buches von Uwe Wolff

„Der vierte König lebt! Edzard Schaper – Dichter des 20. Jahrhunderts“

in der Apostolischen Nuntiatur in der Schweiz in Bern am 7. November 2012.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors.)

 

 

 

„Man macht eben nicht ungestraft eine Reise in die Provinzen seines Herzens – und geht dann wieder in das Exil seines Verstandes.“ Dieses auf den ersten Blick änigmatische, ttiefer gesehen jedoch aufschlussreiche Wort in einem Brief Edzard Schapers aus dem Jahre 1949 führt uns in das innerste Geheimnis seines Lebens und seines schriftstellerischen Wirkens: Edzard Schaper war in seinem ganzen Wesen ein Grenzgänger, und zwar seit seiner Geburt. Dies gilt bereits von seiner äusseren Biographie, die ihn von Deutschland über Estland, über Finnland und Schweden in die Schweiz geführt hat. Indem er an den Grenzen von Nordosteuropa in einer Zeit grosser Umbrüche und weit reichender Umwälzungen gelebt hat, ermöglicht Uwe Wolffs faszinierende Biographie Edzard Schapers auch eine Reise im Geist durch Europa und seine ebenso grosse wie tragische Geschichte in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Als ein Mensch, dessen Passion das Schreiben gewesen ist und der wegen der Freimütigkeit seines Denkens und Schreibens sowohl vom sowjetischen Russland als auch vom nationalsozialistischen Deutschland zum Tode verurteilt worden ist und sich deshalb immer wieder auf der Flucht befunden hat, bis er in der Schweiz eine gewisse Heimat gefunden hat, bringt er das scharfe Licht des Schriftstellers in das Dunkle der europäischen Geschichte, das wir nie der Vergessenheit anheimgeben dürfen.

Ein Grenzgänger war Schaper aber auch in seiner inneren Biographie. Auch sie hat ihren Ort an der Grenze. Seine immer wieder eintretenden Nervenzusammenbrüche zeigen die Grenzen in seinem psychischen Leben, das auch von Suizidgedanken nicht frei gewesen ist, in dem er sich aber immer wieder auch mit der therapeutischen Kraft des Schreibens aufrichten konnte. „Das hohe Mass an Produktivität war die Kehrseite seiner Traurigkeit“ (284): Mit diesem Satz hat Uwe Wolff den inneren Grenzgang in der Biographie Schapers wohl meisterhaft und sensibel zugleich zum Ausdruck gebracht. Von daher wird es nicht überraschen, dass auch Schapers religiöses Denken und seine Spiritualität das Kennzeichen der Grenze tragen, nämlich die Grenze zwischen Schuld und Erlösung, die Grenze zwischen Tod und Auferstehung, die Grenze zwischen Karfreitag und Ostern und in allem die Grenze zwischen Anfechtung und Gnade. Dass es keinen Glauben ohne Anfechtung, keine Gewissheit ohne Zweifel und deshalb auch keine Erlösung ohne Versuchung geben kann, zieht sich wie ein roter Faden durch die Biographie Schapers und dürfte sie gerade für die vielen suchenden Menschen von heute existenziell in besonderer Weise zugänglich machen.

Ein Grenzgänger war Edzard Schaper vor allem auch in ökumenischer Hinsicht, der wir unsere besondere Aufmerksamkeit widmen wollen. Wiederum gilt dies zunächst von seiner äusseren Biographie: Seine Kindheit und Jugend hat er in evangelischer Frömmigkeit und lutheranischer Umgebung vollbracht, dann kam er in Kontakt mit dem östlichen Christentum und begegnete orthodoxen Christen und Christinnen, die in der Verfolgung ihre Treue zum Glauben bewährt haben, und schliesslich liess er sich in der katholischen Kirche beheimaten, in die er im Jahre 1961 in der Klosterkirche Einsiedeln aufgenommen worden ist. Seine Konversion zur katholischen Kirche hat Schaper aus tiefer Überzeugung vollzogen, genauerhin in der Gewissheit, die er in einem Brief aus dem Jahre 1954 dahingehend ausgesprochen hat, dass Gottes Kirche „in allen Konfessionen, sicher aber trotz allem am gegenwärtigsten in der katholischen Kirche“ ist. Wenn er in demselben Brief seine Konversion dahingehend gedeutet hat, „dass man katholisch werden muss, um evangelisch sein zu können“, und dass „uns aufgegeben ist, die unverlierbaren Entdeckungen des protestantischen Zeitalters heimzuholen in einem katholischen Sinn“, dann zeigt Schaper damit, dass er seine Konversion nicht in einem konfessionalistischen Sinn verstanden hat, sondern von einem weiten Begriff des Katholischen ausgegangen ist, den er mit seiner Überzeugung zum Ausdruck gebracht hat, „dass Gottes Kirche quer durch alle Konfessionen geht“. Und wenn er in seinem Buch „Die sterbende Kirche“ schreibt, dass alle Kirchen „gut für die Seele“ sind, „die da glauben will und Gott sucht“ (333), dann geht es Schaper elementar um eine Ökumene der glaubenden Herzen, die nicht Christen von anderen Kirchen abwerben und aus ihnen Konvertiten machen, sondern Christen auch in anderen Kirchen in ihrem Glauben an Christus stärken will.

Bei der Lektüre von Schapers Biographie und insbesondere seiner ökumenischen Überzeugungen kam mir unwillkürlich eine ähnliche ökumenische Vision, und zwar ebenfalls eines Schriftstellers in den Sinn, nämlich Solowjevs „Kurze Erzählung vom Antichristen“. Sie ist von der Gewissheit getragen, dass auf der einen Seite im Augenblick der letzten Entscheidung vor Gott sichtbar werden wird, dass in allen drei Gemeinschaften, nämlich bei Petrus, Paulus und Johannes, Parteigänger des Antichrist leben, die mit ihm gemeinsame Sache machen, dass aber auch in allen drei Gemeinschaften wahre Christen leben, die dem Herrn bis in die Stunde seines Kommens hinein die Treue halten, und dass sich auf der anderen Seite vor dem Angesicht des wiederkommenden Christus die Getrennten um Petrus, Paulus und Johannes als Brüder und Schwestern erkennen werden. Mit dieser Erzählung will Solowjev gewiss nicht die Einheit der Christen ans Ende der Tage verschieben oder auf die Zeit nach der Wiederkunft des Herrn vertagen. Auch wenn die endgültige Scheidung zwischen den Parteigängern des Antichrist und den treuen Gefährten Christi erst am Ende der Tage geschehen wird, will Solowjev gerade dazu einladen und herausfordern, dass die Christen einander bereits jetzt mit den Augen des wiederkommenden Christus betrachten, in denen Petrus, Paulus und Johannes unlösbar zusammengehören. Wahrhafte Ökumene heisst von daher, und jetzt mit Worten von Papst Benedikt XVI. und in Anlehnung an Solowjev formuliert, dass alle Christen „schon jetzt im eschatologischen Licht leben, im Licht des wiederkehrenden Christus“ und dass sie, wenn sie unterwegs zum wiederkommenden Christus sind, auch unterwegs zur Einheit untereinander sind und bereits als Getrennte eins sein können, nämlich im gemeinsamen Glauben an Christus.

Darin besteht die Ökumene der glaubenden Herzen, von der Edzard Schaper Zeugnis gibt. Er hat sie aber noch weiter vertieft mit der Beherzigung jener Wirklichkeit, die er in seinem Buch „Die sterbende Kirche“ eingehend beschrieben hat, nämlich den wahrnehmbaren Verfall der christlichen Tradition und die neue Realität der Christenverfolgung. Die Erfahrung des gemeinsamen Martyriums von lutherischen Theologen und orthodoxen Bischöfen im Baltikum hat ihn zur Erkenntnis dessen geführt, was wir heute Ökumene der Märtyrer nennen und was in der heutigen Welt eine ganz neue Aktualität gewonnen hat, weil 80 % aller Menschen, die heute wegen ihres Glaubens verfolgt sind , Christen sind, weil die Kirche am Ende des Zweiten und am Beginn des Dritten Jahrtausends erneut Märtyrerkirche geworden ist und weil dabei alle christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften ihre Märtyrer haben. Schapers „sterbende Kirche“ liest sich heute deshalb auch wie eine Vorahnung dessen, was erst noch kommen sollte.

Die Ökumene der Märtyrer enthält bei aller Tragik auch eine schöne Verheissung: Trotz des Dramas der Kirchenspaltungen haben die standfesten Glaubenszeugen in allen christlichen Kirchen und Gemeinschaften gezeigt, wie Gott selbst bei den Glaubenden die Gemeinschaft unter dem höchsten Anspruch des mit dem Opfer des Lebens bezeugten Glaubens auf einer tieferen Ebene aufrecht erhält. Während wir Christen und Kirchen auf dieser Erde noch in einer unvollkommenen Gemeinschaft zu- und miteinander stehen, leben die Märtyrer in der himmlischen Herrlichkeit bereits jetzt in voller und vollendeter Gemeinschaft. Die Märtyrer sind deshalb, wie Papst Johannes Paul II. eindrücklich hervorgehoben hat, „Beweis dafür, dass in der Ganzhingabe seiner selbst an die Sache des Evangeliums jedes Element der Spaltung bewältigt und überwunden werden kann“. Bei der Ökumene der Märtyrer bestätigt sich erneut die Überzeugung der Alten Kirche, dass das Blut der Märtyrer der Same der Kirche ist, so dass wir auch heute in der Hoffnung leben dürfen, dass sich das Blut der Märtyrer im vergangenen und gegenwärtigen Jahrhundert als Same der vollen Einheit des Leibes Christi erweisen wird.

Die Ökumene der Märtyrer, die das Lebenswerk Edzard Schapers begleitet, erweist sich damit als der innerste Kern jener Ökumene der glaubenden Herzen, die sein ökumenisches Vermächtnis darstellt und die heute nichts an Aktualität eingebüsst hat. Wenn ich richtig sehe, geht heute in der Ökumene die eigentliche Scheidelinie quer durch die Kirchen hindurch, nämlich zwischen jener heute vor allem in der Öffentlichkeit dominierenden liberalen katholisch-evangelischen Ökumene, die die Glaubensunterschiede überspringt und eigenmächtig ihre eigenen Ziele verfolgt, und jener geistlichen Ökumene, die an die Ursprünge der Ökumenischen Bewegung zurück geht und darum weiss, dass die Einheit bei allen unseren menschlichen Anstrengungen letztlich das unableitbare Geschenk Gottes ist, dass aber gerade das gemeinsame Beten um dieses Geschenk die Christen schon heute vereint. Wenn Edzard Schaper von sich bekannt hat, als Katholik wolle er „nichts anderes sein als der letzte orthodoxe Lutheraner“, dann will er dies gewiss nicht im Sinne der liberalen, sondern im Sinne der geistlichen Ökumene verstanden wissen. Darin erblicke ich das ökumenische Vermächtnis des Grenzgängers Schapers, für das wir dankbar sein dürfen und mit dem wir in eine gute ökumenische Zukunft hinein gehen können.

 

 

 

 

 "Wolff ist hier eine großartige Biographie des 20. Jahrhunderts gelungen.

Sie liest sich wie ein ungemein spannender historischer Roman

und ist doch mit einem derartigen Fleiß und größter Sorgfalt

unter Erschließung kaum zugänglicher Quellen und Geheimarchive geschrieben,

dass man zu jeder Bewunderung bereit ist."

Dr. Eckhard Lieb

 

 

*

 

 

"Meine erste "Begegnung" mit Edzard Schaper, waren die alten Bücher, die in der Bibliothek meines Vaters standen. Verwundert hatte mich der Vorname. Ich hatte noch nie von jemandem gehört, der Edzard heisst. Die Titel der Bücher waren nicht extrem attraktiv (z.B. "Die sterbende Kirche") für meine jungen Augen und die Sprache etwas altertümlich.

Meine zweite "Begegnung" fand statt in Münster (Wallis) während der Ferien. Ich schaute aus dem Fenster meiner Ferienwohnung und sah ein altes Haus. Die Leute im Dorf sagten, dass in diesem Haus ein berühmter Schriftsteller wohnte, aber niemand wusste so ganz genau was er geschrieben hat. Ich wollte mehr wissen…
In der Buchhandlung von Münster gab es nur ein einziges Buch von ihm:

"Die Legende vom vierten König / Das Christkind aus den großen Wäldern".

Wie kommt es, dass ein einst sehr viel gelesener Autor in (fast) totale Vergessenheit gerät?

Uwe Wolff kann es erklären.

Er führt den Leser durch die Verästelungen des Lebens Edzard Schapers,

wobei er oft interessanten Zweigen folgt, oder besonders schillernde Blätter von ganz nah betrachtet – einfach genial!

Das Ergebnis ist, dass nicht nur ein sehr interessanter, ungewöhnlicher und widerspruchsvoller Mensch, sondern eine ganze Epoche, und eine untergegangene Welt (vor allem die der Baltendeutschen, und die der Unabhängigkeits- und Überlebenskämpfe der ost- und nordeuropäischen Völker) auf sehr spannende Art beschrieben werden.

Das Buch war ein Erlebnis!"

 

Bernhard Gerth

 

 

 

 

 

Literarisches Schreiben ist wie alle Kulturtechniken grundsätzlich lernbar. Sonst wäre ein Seminar für Literaturwissenschaft und literarisches Schreiben sinnlos und der Unterricht verschwendete Zeit. Doch ergeben Sprachgefühl und hoher Wortschatz, kompositorische Begabung und die Fähigkeit, Charaktere zu zeichnen, noch keinen „Malte“; Reim, Rhythmus, Versmaß und Metapher noch keine „Duineser Elegien“. Zur lern- und lehrbaren Seite des literarischen Schreibens tritt etwas Entscheidendes hinzu: Die Gunst der Stunde, in dem eine Begabung plötzlich Erfüllung findet und das rechte Wort zur richtigen Zeit gesprochen wird. Daher rührt die Freude des Gelingens, das Staunen und die Dankbarkeit. Sie ergreift auch den Lehrer. Der unverfügbare Augenblick hat eine Kehrseite: Zum Reden gehört das Verstummen, zum Kairos die ausbleibende Inspiration, zum Gelingen das Versagen, zum großen Wurf das Banale und Periphere, zum Vollendeten das Fragment. 

 

In dieser Spannung befindet sich Rainer Maria Rilke (1875-1926), als er sich auf Schloss Duino zurückzieht. Hier weilt er vom 22. Oktober 1911 bis zum 9. Mai 1912 als Gast der Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe (1855-1934). Rilke suchte neue Inspirationen an einem Ort, der nach der Überlieferung schon Dante Zuflucht geboten hatte. Der Dante-Felsen erinnerte an jenen Dichter, der die alte Lehre von den neun Chören der Engel in seiner „Göttlichen Komödie“ beschworen hatte. Gemeinsam mit der zwanzig Jahre älteren Fürstin widmete sich Rilke der Dante-Lektüre und übersetzte die „Vita nuova“. Dante inspirierte die Fürstin auch zu jenem Titel eines „Dottor Serafico“ oder „Serafico“ (der Engelgleiche), mit dem sie Rilke anredete. Im höchsten Chor der Engel sitzen die sechsflügeligen Seraphim. Sie sind die Mittler zwischen den Propheten und Gott (Jesaja 6.1-7). Ihr Gesang ist das Trishagion. Ihr Name gibt ihre Funktion an: „Entflammer“ oder „Erhitzer“ zur reinen Liebe. Franz von Assisi trug den Titel eines seraphischen Heiligen, weil er der Legende nach von einem sechsflügeligen Seraphim die Stigmata erhalten hatte. 

 

Kennengelernt hatten sich Rilke und die Fürstin im Dezember 1909 in Paris. Im April 1910 besuchte Rilke zum ersten Mal Duino, diesen Ort des kulturellen Gedächtnisses. Im Herbst 1911 zählt zu den weiteren Gästen der Fürstin der Philosoph Rudolf Kassner (1873-1959). Ihm wird er die achte Elegie zueignen, der Fürstin aber das gesamte Werk der zehn Elegien mit seinen 853 Versen. Schon vor den Elegien war der Engel ein immer wiederkehrendes Motiv in Rilkes Werk gewesen. Rilke war in einem katholischen Kulturkreis aufgewachsen, in dem die Heiligen, die Muttergottes und die Engel den Alltag strukturierten. Wichtiger als die Geburtstage waren hier die Namenstage mit ihrem Gedenken des Schutzpatrons, das Kirchenjahr mit den religiösen Festen im Familienkreis und der feierlichen Liturgie der katholischen Messe. Selbstverständliches Ritual war auch das Gebet zu den Heiligen und den Engeln. Rilke war zwar, was seine Mutter nie erfahren sollte, als er die norddeutsche Protestantin Clara Westhoff (1878-1954) heiratete, aus der katholischen Kirche ausgetreten, aber er blieb doch Katholik. Einen Teil des Honorars für die in einer Erstauflage von 10000 Exemplaren erscheinenden „Duineser Elegien“ wird er für die Renovierung der kleinen St. Anna Kapelle neben dem Turm von Muzot verwenden. 

 

Rilke befand sich in einer desolaten Lage. Seine Ehe mit Clara Westhoff ist gescheitert. Um die gemeinsame Tochter Ruth kümmern sich die Schwiegereltern. Rilke hat sich nach dem „Malte“ ausgeschrieben. Er klagt über Gedächtnisschwäche, Zahnschmerzen nervöser Art, Migräne, Hämorrhoiden, Wetterfühligkeit, ein übertriebenes Schlafbedürfnis. Deshalb hat er Kontakt zu dem Psychoanalytiker Emil Freiherr von Gebsattel (1883-1976) aufgenommen und erwägt eine Therapie, um die Schreibblockaden aufzulösen. Mit der alten Freundin Lou Andreas-Salome hatte er zwei Mal Russland besucht. Nun war das Verhältnis unterkühlt. Lou machte eine Ausbildung zur Analytikerin bei Freud und rät Rilke entschieden von einer Therapie ab: Mit den Neurosen werde auch sein kreatives Potential wegtherapiert. Der Aufenthalt in Duino soll die Rahmenbedingungen für neue Inspirationen schaffen. Literarisches Schreiben sei für ihn eine Form der „Selbstbehandlung“, bekundet Rilke gegenüber Emil von Gebsattel und Lou Andreas-Salomé. Schreiben hat eine therapeutische Funktion. Worin diese besteht, darauf werden die Duineser Elegien eine Antwort geben: Die Verwandlung der Welt in „ein erworbenes Wort“. 

 

Im Dezember 1911 beginnt auf Duino eine Inszenierung, wie Rilke sie als Stimulanz brauchte: Zuerst wird für ihn ein Stehpult angefertigt, dann werden Möbel verrückt und Bilder umgehängt, ein Pavillon im Garten wird zuerst umständlich eingerichtet, dann aber doch nicht bezogen. Schließlich logiert er in einem großen Eckzimmer des Schlosses. Durch die Fenster schaut er auf das Meer: links in Richtung Triest und Istrien, rechts bis nach Aquileja und zu den Lagunen von Grado. Doch neben der sichtbaren Welt existiert hier oben auf Duino ein unsichtbares Reich der Geister, für das Rilke sehr empfänglich ist. Seinem Malte erscheint die längst verstorbene Christine Brahe. Auf Duino geistern Raymondine und die mit fünfzehn Jahren gestorbene Polyxène durch die Räume. Auf okkulten Sitzungen wird mit Hilfe der Technik des automatischen Schreibens ihre Gegenwart beschworen. Gemeinsam mit der Fürstin, sie war langjähriges Mitglied der Londoner Society of Psychical Research, und ihrem Sohn Alexander (Pascha) werden Séancen abgehalten. Die in jungen Jahren verstorbenen Frauen gehören zu jenen „Früheentrückten“, von denen die zweite Elegie spricht. Für Engel sind sie wie die Lebenden reale Gegenwart.

 

Die Haushälterin Miß Greenham wird in Rilkes vegetarische Diätwünsche  eingewiesen, der Diener Carlo bedient den Dichter in einem Esszimmer. Er ist angewiesen, den allein speisenden Dichter mit keinem Wort anzusprechen. Die Weihnachtstage verbringt Rilke auf eigenen Wunsch allein mit dem Personal. Zwischen dem 15. und 23. Januar 1912 entstehen die Gedichte des „Marien-Leben“. In Marias Begegnung mit dem Engel Gabriel spürt Rainer Maria Rilke jenem Unverfügbaren nach, aus dem neues Leben und neue Dichtung entsteht. Maria, deren Namen Rilke trägt, verkörpert Rilkes Selbstverständnis eines inspirierten Dichters, der „Schoss“ und „Gefäß“ sein will. Inmitten der Arbeit am „Marien-Leben“ wird dem Dichter die erste Elegie geschenkt. Nach dem Bericht der Fürstin stieg Rilke die steilen Treppen 200 Meter tief zum Meer hinunter. Die Sonne schien, das Meer leuchtete blau, eine heftige Bora wehte. 

 

"Da, auf einmal, mitten in seinem Grübeln, blieb er stehen, plötzlich, denn es war ihm, als ob im Brausen des Sturmes eine Stimme ihm zugerufen hätte: 

‚Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?’“

 

Wenige Tage später entstehen die zweite Elegie und der Beginn der zehnten. Damit stand das Gerüst zum Bau einer Dichtung, deren Vollendung trotz aller Bemühungen in den kommenden zehn Jahren nicht gelingen wollte. Die Elegie ist ein Klagegesang, der in der deutschen Literatur bei Friedrich Hölderlin und Goethe einen Höhepunkt erreicht hatte, an dem gemessen zu werden jeder Dichter riskierte, der sich im frühen 20. Jahrhundert an diese Gattung wagte. Hat die Elegie in den Psalmen und in den Eingangsversen des Kyrie eleison der Liturgie einen göttlichen Adressaten, so markiert der doppelte Konjunktiv II der berühmten Eröffnungsverse einen Traditionsbruch. Die Existenz einer unsichtbaren Welt „der Engel Ordnungen“ wird nicht infrage gestellt. Die Engel bilden eine Welt für sich, ein Paralleluniversum, eine geschlossene Gesellschaft. Jede Kommunikation mit ihnen scheint unmöglich geworden zu sein. Wie die Götter Epikurs interessieren sie sich nicht für das Schicksal der Menschen. Im Irrealis der Melancholie,  im „Lockruf dunkelen Schluchzens“, wird von einer zweifachen Unmöglichkeit der Kommunikation gesprochen: Die Engel hören nicht auf den Anruf des Menschen und selbst wenn sie reagierten, so käme eine Begegnung dennoch nicht zustande: „und gesetzt selbst, es nähme/ einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem/ stärkeren Dasein.“ Der Gesang der Engel ist das Trishagion, jenes „heilig, heilig, heilig“, das während der Liturgie vor der Wandlung zitiert wird. Das Heilige aber ist das mysterium tremendum et fascinosum schlechthin. Wenn es erklingt, dann beben die Stufen des Altars, Knie und Haupt werden ehrfürchtig vor Gottes Gegenwart gebeugt. Der Engel bezeugt dieses „stärkere Dasein“. Wo es erscheint, ergreifen den Menschen Furcht und Zittern. Der jüdische Prophet Jesaja schreit „Weh mir, ich vergehe“, Mohammed versucht den Auftrag Gabriels abzuwehren. „Fürchte dich nicht!“ lautet daher die himmlische Entwarnungsformel, die Gabriel zu Maria spricht. Diese erschütternde Erfahrung des Heiligen hat Rilke treffend beschrieben, wenn es heißt: „Ein jeder Engel ist schrecklich.“ Als einziger Vers der gesamten Elegien wird er zu Beginn der zweiten Elegie wörtlich wiederholt: „Jeder Engel ist schrecklich.“ Deshalb konnte Rilke auch später gegenüber seinem polnischen Übersetzer betonen, dass die Engel der Elegien nichts gemein haben mit dem sentimentalen Engelkitsch einer katholischen Volksfrömmigkeit. Abschied genommen wird auch von der seit Kindheit vertrauten Gestalt des Schutzengels, die Rilke in vielen seiner Gedichte beschworen hat. 

 

Das Buch Tobit hat mit der Pubertätsparabel von Tobit (Tobias) und dem Engel Raphael die Urform aller Legenden vom Schutzengel geschaffen. Es erzählt den Weg ins Leben, bei dem der junge Tobit sich in verschiedenen Schlüsselsituationen bewähren muss. Auf dieser Reise ins Leben steht ihm Raphael zur Seite. Er wahrt das Geheimnis seiner Identität, indem er eine menschliche Gestalt angenommen hat und somit inkognito reist. Alle Engelgeschichten von der unsichtbaren Gegenwart himmlischer Geister basieren auf diesem Grundtext der jüdischen  Überlieferung. Er ist von bildenden Künstlern reich rezipiert worden und hat besonders durch Rembrandts lebenslange Beschäftigung mit diesem Motiv das Bild vom Schutzengel entscheidend geprägt. Kein Buch der Bibel hat Rembrandt so reich illustriert wie das Buch Tobit. In der lutherischen Tradition zählt das Buch Tobit zu den Apokyrphen, die Rilke während der Arbeit an den Elegien erneut studiert. Diese Lektüre findet ihren Widerhall in der Klage um den Verlust jenes Glaubens an die unsichtbare Anwesenheit der Schutzengel. 

 

Die Tage Tobiae aber sind vorbei. Die Engel der Elegien sind Boten des Heiligen. Dieses Heilige aber ist Ausdruck der Herrlichkeit einer himmlischen Hierarchie. Wo sie sichtbar wird, verblasst nicht nur jeder irdische Glanz, wer diese Schönheit angeschaut mit Augen, der fühlt sich in seinem innersten Wesenskern erschüttert. „Denn das Schöne ist nichts/ als des Schrecklichen Anfang“. 

 

Die Lehre von den himmlischen Hierarchien geht auf den christlichen Mystiker Dionysios von Areopagita zurück. Unter dem Einfluss der Philosophie Plotins (204/5-270) systematisierte er die verstreuten Aussagen der Bibel über die Engelwelt. Dabei ließ er sich von jenem Schema der Enneaden (Neunergruppen) anregen, nach dem Porphyrius die überlieferten Texte seines Lehrers Plotin gliederte. In einer stufenweisen Ordnung umkreisen die neun Chöre der Engel das Geheimnis der unsagbaren göttlichen Mitte, das sich wiederum nach neuplatonischem Muster durch die einzelnen Stufen der Engel ergießt, ohne sich in ihnen zu verlieren. In jedem Engel spiegelt sich das Schöpferische in einmaliger Weise. Die ästhetische Theologie des Areopagiten ist „die konzentrische Ordnung von Himmel und Erde, Engel und Mensch im Preisgesang um den Thron des Unsichtbaren: Wort, das sich in immer breiterem Widerhall fortsetzt, rings um die Mitte des Schweigens; Klang rings um die wesenhafte, unzugänglich verborgene Stille.“ Sie „erschöpft sich im Akt bewundernder Anbetung vor der in aller Erscheinung unerforschlichen Schönheit.“ Diese ästhetische Wahrheit „kann nur durch Eintritt in die Bewegung mitvollzogen werden: wer die Schönheit nicht sieht, dem ist durch Erläuterungen nicht zu helfen; wer nicht sehen kann, was in der Welt erscheint, dem nützt kein ‚Gottesbeweis’, wem die Wahrheit nicht ‚einleuchtet’, die aus der Mitte der Theologie ausstrahlt, dem wird keine Apologetik weiterhelfen.“  Für Dionysios von Areopagita ist alle Theologie eine „rühmende Feier der Gottesgeheimnisse“, die „ihr Ur- und Vorbild in den liturgischen Gesängen des Himmels besitzt“. Seine Engellehre hatte eine beispiellose Prägekraft als „evidente, verwirklichte Synthese von Wahrheit und Schönheit, von Theologie und Ästhetik“. Davon zeugt nicht zuletzt Hugo Balls Hymnus auf den Areopagiten und die orthodoxe Theologie, der zeitgleich mit den Duineser Elegien entsteht.

 

Rilkes Elegien beschreiben den Weg zur Erfahrung dieser Herrlichkeit durch Teilhabe am Rühmen. „Wer seid ihr?“ (II. Elegie) In kühnen Metaphern umkreist der Dichter das Wesen des Engels und folgt dabei der seit Augustin gängigen Auffassung von der Engelwelt als erstem Schöpfungswerk Gottes. Vor der Erschaffung der sichtbaren Welt der Menschen, Tiere und Pflanzen hat Gott die unsichtbare Welt der Engel durch das Wort ins Leben gerufen.

 
 

Mensch und Engel bilden in Augustins Gottesstaat eine Einheit. Sind die Engel der stationäre Teil des Gottesstaates, so gehört der Mensch zum pilgernden Teil. Die Einheit beider Teile aber wird in der Liturgie erfahrbar. Der Engel spricht und bekennt Gott im immerwährenden Lobpreis. In diesen Lobpreis stimmt der Mensch mit dem Gloria und dem Sanctus ein. „Rühmen, das ists! Ein zum Rühmen Bestellter“ (Sonette I. Nr. VII) wird Rilke nach Vollendung der Elegien in seinen Sonetten an Orpheus schreiben. Mensch und Engel bilden eine hymnologische Gemeinschaft. Die Welt ist Klang, die Welt ist Sprache: Der Gott der Genesis ruft allein durch sein Wort eine Welt ins Leben. An diesem Schöpfertum haben Mensch und Engel Anteil. Rilkes Elegien beginnen mit der Klage um den Verlust dieser hymnologischen Einheit, um sie sich schreibend wieder anzueignen mit einer „Zunge/ zwischen den Zähnen, die doch,/ dennoch, die preisende bleibt.“ (IX. Elegie) 

 

Hierarchie bedeutet heilige unerschütterliche Ordnung. In ihr hat jeder seinen Ort und seine Stimme. Und jeder erfüllt auf seine Weise das „Sprich und bekenn“. Die Chöre der Engel sind das Bild dieser Einheit in der Vielzahl der Stimmen. Vor diesem Urbild einer theologischen Ästhetik entfalten die Elegien zuerst das Drama der flüchtigen menschlichen Existenz. Nach langen Klagen über die Flüchtigkeit des Lebens und der Gefühle wird es gipfeln in dem Bekenntnis der siebten Elegie, dem Preislied der Erde: „Hiersein ist herrlich“. Diese Herrlichkeit des Lebens schließt alle Dunkelheiten des Lebens mit ein. Wie die Engel, so wird auch der Dichter zum Rühmenden. Das literarische Schreiben hat viele Dimensionen und Formen. Es erschöpft sich nicht in der Mitteilung, nicht in der Formgebung, auch nicht in einer möglichen selbsttherapeutischen Funktion. Es ist Daseinsbekundung, ein Akt kultureller Selbstbehauptung, der mit dem Menschsein selbst gegeben ist. Der Mensch spricht nicht nur, er ist Sprache. Zu sprechen und damit seine Existenz zu bekennen ist der Sinn seiner Existenz. Dieses Sprechen weist über das Sichtbare hinaus, verwandelt es, spiegelt es zurück. Worum es in den Elegien geht, ist die Verankerung der eigenen dichterischen Berufung und über sie hinaus der gesamten Kultur in einem transzendenten Prinzip. Dass sich der Geist in der Kunst offenbart, ist die Grundannahme jeder idealistischen Ästhetik. Rilkes Ästhetik des Rühmens als innerweltliche ästhetische Transzendenz findet in dem Lobpreis der Engel ihr himmlisches Vorbild. 

 

 

Der Engel ist Adressat der Elegien. Er wird nicht mehr als Begleiter beschworen, der in der Immanenz erscheint und den Menschen durchs Leben führt. „Glaub nicht, dass ich werbe./ Engel, würb ich dich auch! Du kommst nicht. Denn mein/ Anruf ist immer voll Hinweg; wider so starke/ Strömung kannst du nicht schreiten.“ (VII. Elegie)  Der Mensch begegnet jetzt dem Engel mit neuem Selbstbewusstsein auf gleicher Höhe, indem er der Erde treu bleibt. Er preist dem Engel die Welt, er rühmt das Vergängliche. Kultur schafft Gedächtnis.

 

Das Wesen des kulturellen Gedächtnisses ist die Memoria. Durch sie schafft der Mensch eine eigene geistige Welt und stellt sie - das ist die Perspektive der Elegien – komplementär zu der geistigen Welt der Engel. Die Kulturgeschichte ist voller Beispiele für die Erfahrung, dass gerade im Zusammenbruch die großen Schöpfungen der Menschheit entstehen: Das gilt für die Sagen der Antike, die Schöpfungsberichte der Genesis, die Evangelien des Neuen Testaments, die Weisheit des Talmud, Augustins Gottestaat, Benedikts Klostergründung, die Märchen der Grimms bis zu Erich Auerbachs „Mimesis“, mit dem der jüdische Gelehrte im Istanbuler Exil ohne Zugriff auf wissenschaftliche Bibliotheken den Kreis der abendländischen Literatur durchschreitet. Es gilt auch für jene deutschen Gelehrten, die ein Jahrzehnt der Arbeit in den russischen Steinbrüchen überstanden, weil sie aus der geistigen Welt der auswendig gelernten Gedichte lebten und diese auf den Mundstücken der Zigaretten in Miniaturschrift überlebten. 

 

Die Elegien sind ein Gebet. Es richtet sich an den Engel. Wer, wenn nicht sie, versteht etwas von der besonderen Stellung des Menschen im Kosmos? Wer, wenn nicht sie, kann das Glück der Erfahrung einer inneren Welt nachvollziehen? Wer, wenn nicht sie, kennt das überzählige Dasein, das dem Herzen entspringt (IX. Elegie) und nach Ausdruck verlangt? Die Elegien preisen den Raum der Kultur als ein unendliches und unerschöpfliches inneres Universum. Sie rufen die Engel als Zeugen der menschlichen Selbsttranszendierung in der Musik und in den Kathedralen, jenen großen aus Stein errichteten Gleichnissen des Himmels, an.

 
 

Wem soll der Engel von diesen Wundern erzählen? Wunder, staunen, rühmen, lieben -: mit diesem Wortfeld der Herrlichkeit hat sich Rilke zu jener hymnischen Höhe emporgeschwunden, auf der der Mensch nun zum Mitsänger unter den Chören der Engel wird. Die hymnologische Einheit von Mensch und Engel, wie sie in der katholischen Liturgie gefeiert wird, findet ihr dichterisches Spiegelbild in der letzten Elegie. Ihre Eingangsverse wurden bereits im Januar 1912 niedergeschrieben. Sie sprechen eine Bitte aus, dass sich Mensch und Engel dereinst zu einer hymnologischen Gemeinschaft vereinen.

 
 

Das von Dionysios über Dante vermittelte Bild der neun Hierarchien erfährt hier eine Ergänzung durch den zehnten Chor, der einst mit den Stimmen der Menschen besetzt werden wird. Die Lehre vom zehnten Engelchor spielte in den eschatologischen Bildern mittelalterlicher Dichtung wie etwa Wolframs Legende „Willehalm“ (308,5) eine Rolle. Ob Rilke sie gekannt hat, ist nicht zu klären und letztlich auch unerheblich.

 

Vollendet wurden die Elegien auf Château Muzot nach einer ähnlichen Inszenierung, wie damals auf dem nun durch den Krieg zerstörten Duino. Nanny Wunderly-Volkert (1878-1962), musste ihren Cousin aus Winterthur, den Industriellen und Mäzen Werner Reinhardt nicht lange überreden, um den Turm von Muzot samt des Hausgespenstes Isabelle de Chevron zu kaufen und nach Rilkes Bedürfnissen ausbauen zu lassen. Rilkes „Nike“ und seine zahlreichen weiteren Gönnerinnen, Freundinnen und Geliebten teilten das Selbstverständnis dieses Dichters, der sich als ein „zum Rühmen Bestellter“ zugleich als von jeder Sorge um den finanziellen Unterhalt seines Lebens befreiter Sänger verstand. Die Engel der Elegien sind auch das Urbild einer aller materiellen Sorgen enthobenen Dichterexistenz, wie sie Rilke seit je für sich reklamierte. Der Dichter singt wie der Engel: das ist seine Bestimmung und der Sinn seines Hierseins. Für die Ökonomie des Lebens sorgt der Mäzen.

 

Selbstverständlich wird mit Frida Baumgartner aus dem Kanton Solothurn, „einem stillen fleißigen jungen Mädchen, mit der ich nicht zehn Worte spreche in der ganzen Woche“ eine Haushälterin eingestellt. Er wohne nun, berichtet Rilke seiner Mutter, „im katholischsten Kanton der Schweiz nach etwa dem von Fribourg. Die alten Kirchen sind wunderbar und da sich hier überhaupt viel alte Überlieferung unter den überaus armen und hart arbeitenden Bauern erhält und fortsetzt, so sind auch die kirchlichen Traditionen im Volk sehr wirksam geblieben. Steigt man von Sierre nach meinem alten Muzot herauf, so ist jede Wegkreuzung durch ein großes Missionskreuz bezeichnet-, und zum Schlößchen Muzot selbst gehört durch die Jahrhunderte ein kleines Kirchlein, die alte St. Annakapelle“. Rilke besitzt den Schlüssel zu der kleinen St. Anna-Kapelle. In den Weihnachtstagen schmückt er selber den Altar mit Christrosen und hält die Kapelle mit Kerzen festlich erleuchtet. 

 

Zwischen dem 7. und 14. Februar 1922 eignen sich dann die produktivsten Tage in Rilkes Leben. In einem Schwung werden die Elegien und die 50 Sonette an Orpheus vollendet. In den Briefen an die Freundinnen verwendet Rilke durchgängig ein religiöses Vokabular: „Freude und Wunder“, „Dank“ und „Amen“ heißt es immer wieder, „unaussprechliche Gnade“, „ein großes gewaltiges Gebet“, „Wunder. Gnade“. Unter den Freundinnen ist es vor allen Dingen Lou Andreas-Salomé, die in diesen hohen Koloraturen virtuos mitsingen kann. Sie wählt den denkbar höchsten aller Vergleich, wenn sie das Werk der Elegien als „Wort gewordene Unaussprechlichkeit“ und „Urtext der Seele“ mit der Gottesgeburt vergleicht: „Möglich wohl, daß eine Reaktion eintritt, weil das Geschöpf den Schöpfer aushalten mußte, dann laß Dich davon nicht erschrecken (so fühlten sich auch die Marien nach der ihrem Zimmermann unfaßlichen Geburt.)“ 

 

Das Weihnachtsmysterium steht auch im Mittelpunkt jenes Briefes an die Mutter, den Rilke der Sendung seiner Elegien und der Sonette beilegt. Rilke hat ein widersprüchliches Bild von seinen ersten Lebensjahren und dem Verhältnis zu seiner Mutter überliefert. Neben der Klage über die Kleider, die Sophia Rilke ihrem Sohn anzog („Kindheit“ Winter 1905/6) steht die dankbare Erinnerung an diese kindlichen Rituale der Verkleidung und Inszenierung als Weihnachtsengel: „Kommt doch alles Lichte meiner Kindheit in jenen glücklichen Abenden zusammen, da man, in dem schönen Kleide, gleichsam den Engeln verschwistert war und sich zwischen ihnen und der übrigen Welt auf einer schwebenden Insel erhielt, zu der einen Leichtigkeit des eigenen Herzens hinaufgehoben hatte.“ 

 

Jedes Jahr erfüllten die adventlichen Rituale im Familienkreis und der geschmückte Baum hinter der verschlossenen Tür das Kind mit einer großen Vorfreude. „Vielleicht bin ich deshalb, meine liebe Mama, ein solcher Rühmer der Freude geworden (sie dem Glück, auch noch dem, was die Menschen ein großes Glück nennen, unbedenklich vorziehend), weil ihr mich zu so großer Vorfreude erzogen habt und an diesem einen Tag, in dem so viel Erfüllung geheimnisvoll zusammenkam, meinem Herzen zumuthet, in der Leistung der Vorfreude, ein Maß der Freude anzunehmen, das völlig unaussprechlich war. (...) In diesem Sinne lies auch meine beiden neuen Bücher, die Arbeiten meines vorletzten, (des ersten) Muzot-Winters: als einen Versuch, irgendwie Leben und Tod in einer übergroßen Freude, die ohne Namen bleibt, zusammenzufassen und alles, was hier geschieht, so auszusprechen, daß es sich feiern läßt, wie eine Vorfreude, um des Zitterns, um der Erwartung, um des Geheimnisses willen. Amen! Und so knieen wir wieder nebeneinander, liebe Mama, und erkennen die eine Quelle des Segens, und bitten, gesegnet zu sein. Dein alter René.“

 

 

Das Reich des Geistes, von dem Rilke in den Elegien spricht, bildet die  Grundlage allen Menschseins. Aus ihm leben die Kulturen, die der Mensch seit seinem Hervortreten aus der Evolution in Vers und Stein, Bild und Flötenlied geschaffen hat. Gerade die moderne Welt macht uns in der Vielfalt der Kulturen bewusst, was Kultur im eigentlichen Sinne ist: Ein Verwurzeltsein des Lebens im lebendigen Strom einer Überlieferung, die sich in jedem Leben neu spiegelt und in tausend Farben bricht. Zum Wesen jeder Kultur gehört, dass sie der Vermittlung bedarf. Sie vererbt sich nicht genetisch von Generation zu Generation, sondern wird durch die Erziehung weitergegeben. Der Acker der Kultur, von dem die Genesis spricht, will von jeder Generation neu bebaut und bewahrt werden. 

 

Die Philosophie Platons und Nietzsches, Goethes Faust und Thomas Manns Josephroman, die Welt der Symbole und die Musik von Bach sind wie alle großen Hervorbringungen des Geistes uns zur Überlieferung anvertraut. In dieser pädagogischen Aufgabe und Herausforderung stehen auch die Arbeit am kollektiven Gedächtnis, zu der jene Kulturwissenschaft auf ihre Weise einen Betrag leistet. „Aus einem gemeinsamen Wort- und Schriftgedächtnis lebt auch unsere ihm gewidmete, Orte und Länder und Kontinente übergreifende akademische Gemeinschaft, die kein Interesse vertritt als nur ihre humane Sache.“

 

 


 

 

 

Wiederkehr der Engel:

 Thesen zum weiteren Gespräch 

 

Die folgenden Thesen verstehen sich als Impulse zur verantwortlichen Rede von Gottes Engeln. Sie sollen zeigen, dass Engel Anknüpfungspunkte für den interreligiösen, interkul­turellen, alle Zeit- und Lebensalter umspannenden Dialog stiftet. Der Engel eröffnet den Zugang zu Glaubensvorstellungen in Geschichte und Gegenwart und ermöglicht in Religionsunterricht und Gemeindearbeit den kritischen Dialog zwischen christlichem und nichtchristlichem Gottesbild.

 

These 1

Engel gehören zur Sprache der Offenbarung. Die ganze Bibel bezeugt im Alten und Neuen Testament Gottes Wirken durch die Engel. Damit bereichert sie die Rede von Gottes Eingriffsmöglichkeiten in die Geschichte durch Christus, den Heiligen Geist und die Propheten. Ein Verzicht auf die Rede von Engeln bedeutete eine Verarmung der Sprache der Offenbarung.

 

These 2

Engel gehören zur Sprache aller monotheistischen Religionen. Das Christen­tum teilt mit den großen monotheistischen Bruderreligionen Islam und Judentum die Mittlerfigur des Engels. Kein Monotheismus kann ohne sie gedacht werden. Der interreligiöse Dialog unter dem Aspekt der Engelvor­stellung führt zur Erkenntnis gemeinsamer Sprach- und Offenbarungstradi­tionen und damit zur Toleranz.

 

These 3

Engel gehören zur gemeinsamen Sprache von Altem und Neuen Testament. Während Christus erst im NT erscheint, die Propheten des ATs wiederum verschwinden, bleibt die Mittlerfigur von Gottes Geist, der Engel, von der Genesis bis zur Apokalypse ungebrochen gegenwärtig. Stärker als die neu­testamentliche Typologie vernetzt die Gestalt des Engels AT und NT und kann somit eine unbelastete Grundlage für den jüdisch-christlichen Dialog bilden.

 

These 4

Engel bringen Gott ins Gespräch. Die Rede vom biblischen Zentralmedium Engel eröffnet einen neuen, interessanten und unverbrauchten Zugang zur Frage nach Gottes Geist und seinem Wirken. Stärker als die durch Vertraut­heit und formelhaften Gebrauch unscharf gewordenen Sprachformen der, Rede von Christus (Christologie) und seiner Heilsbedeutung für den Menschen (Soteriologie), provoziert die Rede von Gottes Engeln Neugierde und Nach­denklichkeit über das Wirken Gottes in der Welt (3. Artikel). Bereits die Namen der biblischen Engel deuten den Hinweischarakter ihres Erscheinens an. Als Mittlerfigur zwischen Gott und Mensch bringt der Engel beide ins Gespräch. 

 

These 5

Engel richten den Blick auf Gottes Geist. Die Wiederkehr der Rede von Engeln in Dichtung, Film und in der Kunst steht in Zusammen­hang mit der Suche nach einer neuen Spiritualität. Christen können im Dialog mit diesem Zeitgeist ihr Erbe neu entdecken.

 

These 6

Engel zeigen die wahre Gestalt des Menschen. Die Rede vom Schutz- oder Begleitengel eröffnet ein neues Nachdenken über das Wesen und die wahre Gestalt des Menschen vor Gott. Der Engel zeigt als ein Wesen der dienenden Hingabe an Gott das Bild der reinen Schöpfernatur (Gottes Ebenbild) und setzt so einen Kontrast zur gebrochenen Existenz des Menschen. Damit eröffnet er einen neuen Zugang zu dem heute schwer zu vermittelnden Sün­denbegriff.

 

These 7

Engel bringen Christus ins Gespräch. Indem der Engel in der Welt das wahre Bild des Menschen erscheinen läßt und damit einen Kontrast zur gefallenen, sündigen Natur schafft, weist er auf die Notwendigkeit der Erlösung hin. 

 

These 8

Engel befreien aus der Ichbezogenheit. Der Engel stellt den einzelnen Menschen in einen sozialen und religiösen Kontext und stiftet damit ein ganzheitliches Ich- und Welterleben. Er führt aus der Ichbezogenheit und Vereinzelung zum Dialog. Somit ist er ein kritischer Gesprächspartner der Sicht des Menschen in Psychologie, Psychoanalyse und Anthroposophie.

 

These 9

Engel stellen die christliche Gemeinde in einen kosmischen Zusammenhang. Im Gesang und Gebet des Gottesdienstes ist die Gemeinde Teil der univer­salen Gemeinschaft des Gotteslobes.

 

These 10

Engel stellen Umwelt her. Der Engel setzt den Menschen in ökologische Kontexte und lehrt die Welt als Einheit zu sehen. Er führt zu einer ganz­heitlichen Sicht des Menschen und der Welt. Eine theologische Ethik, die ökologische Horizonte zu denken wagt, wird sich auf Gottes Engel besinnen dürfen.

 

These 11

Engel bringen Bibel, Tradition und Gegenwart ins Gespräch. Der Engel ist nicht nur Medium der Vernetzung biblischer Offenbarungen Gottes in höchst unterschiedlichen Kontexten, sondern in seiner Gestalt befreit Gott auch in nachbiblischer Zeit den Menschen. Das gilt von den Kirchenvätern, den Heiligen, über das gesamte Mittelalter bis zur Gegenwart. Keine biblische Mittlerfigur kann so wie der Engel auf eine ungebrochene Präsenz verwei­sen. Diese zeitliche und räumliche Allgegenwart des Engels ermöglicht Anknüpfung und kritischen Vergleich gegenwärtiger Gotteserfahrung mit denen der Bibel.

 

These 12

Engel fördern den ökumenischen Dialog. Im Gegensatz zur katholischen Verehrung der Gottesmutter und der Heiligen ist der Engel eine von allen Konfessionen geteilte Mittlerfigur. Er ermöglicht besonders den Dialog mit der griechisch- und der russisch-orthodoxen Kirche.

 

These 13

Engel bringen Dichtung, Kunst und Theologie ins Gespräch. Dichtung und Kunst haben die religiöse Vorstellungswelt entscheidend beeinflußt. Die wechselseitige Beziehung von Dichtung, Kunst und Theologie kann am Bei­spiel der Engel exemplarisch verdeutlich werden. Damit wird die Rolle der Tradition als einer neben der Bibel das christliche Bewußtsein prägenden Kraft sichtbar.

 

These 14

Engel geben Einblick in die Entstehung der neutestamentlichen Gedanken­welt. Die neutestamentlichen Welt- und Gottesbilder sind unter Aufnahme, Abgrenzung und Umformung von Vorstellungen der religionsgeschichtlichen Umwelt Israels entstanden. Diese Genese kann am Beispiel der vorchristli­chen und außerchristlichen Engelvorstellung - wie sie etwa in der jüdisch­apokryphen Tradition dokumentiert ist - exemplarisch erschlossen werden.

 

These 15

Der Engel begleitet den Menschen durch alle Lebensalter. Die Rede von den Engeln gehört in den Kontext elementarer Anfänge religiöser Erziehung (Gebet mit den Eltern, Kindergarten, Grundschule), wo grundlegende und bleibende religiöse Vorstellungen geprägt werden, und in den Kontext der Rede von den letzten Dingen (Sterben, Tod, Auferstehung). Er verbindet somit nicht nur biblische und außerbiblische Tradition, christliche und außerchristliche Glaubenwelten zu einem Dialog, sondern auch die Lebens­alter der Menschen.

 

 

 

Bibliographie „Engel“ von Uwe Wolff

 

-: Die Wiederkehr der Schutzengel. In: Rheinischer Merkur vom 29. September 1989.

-: Himmlische Helfer an der Zeitmauer. Die Engel kehren im Dämmer der Moderne wieder: In: Lutherische Monatshefte 12/1989.

-: Himmlische Chöre oder Der Engel frohe Lieder. In: Rheinischer Merkur vom 15. Dezember 1989.

-: Bitte keine Flügel stutzen! In: Rheinischer Merkur vom 22. Dezember 1989. S. 17.

-: Auf der Himmelsleiter. In: Braunschweiger Beiträge 53-3/1990. S. 5--25. 

-: Auf den Spuren der Engel. In: Engel und Dämonen. Wiederkehr mythologischer Rede vom Bösen und Guten? Herrenalber Protokolle 79/1990. S. 39-54.

-: Lesen lernen im Buch des Lebens. Hans Blumenberg zum Geburtstag. In: Akzente 3/1990. S. 264-267.

-: Himmel und Hölle öffnen sich wieder. Warum wir noch immer Engel brauchen. In: Stuttgarter Zeitung vom 22. Dezember 1990. S. 46.

-: Die Engel fliegen wieder. Zur Renaissance eines religiösen Phänomens. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 24. Dezember 1990.

-: Die Wiederkehr der Engel. Boten zwischen New Age, Dichtung und Theologie. EZW-Texte. Impulse Nr. 32. 35 Seiten. 1991.

-: Der Geist ist willig, doch der Bauch ist schwach. (Rez. Peter Brown. Die Keuschheit der Engel. Sexuelle Entsagung, Askese und Körperlichkeit am Anfang des Christentums). In: Rheinischer Merkur vom 11. Oktober 1991. S. 44.

-: Himmlische Körper. Rezension von Peter Browns „Die Keuschheit der Engel„ In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18. November 1991. 

-: Der Engel Flügel wachsen hören. Kapitel einer Angelologie der Jahrtausendwende. In: Neue Zürcher Zeitung Nr. 297 vom 21./22. Dezember 1991. S. 53-54. 

-: Die Engel fliegen wieder. In: Mut. Forum für Politik und Geschichte. Dezember 1991. S. 58-68. 

-: Die Botschaft der Engel. Ein erfahrungsbezogener Zugang zur Gottesfrage. Klett Verlag. Stuttgart (= Stundenblätter Schülerheft und Lehrerkommentar). 1992.

-: Wo sich die Pforten der Wahrnehmung öffnen. Epiphanien in der Literatur. In: Rheinischer Merkur vom 3. Januar 1992.

-: Der ganze Himmel und die ganze Erde. Christen brauchen die Herausforderung der Heiligen. In: Lutherische Monatshefte. April 1992. S. 157-161.

-: Die Wiederkehr der Engel. Zu einem erstaunlichen Phänomen – längst vor der Weihnachtszeit. In: Idea Nr. 11/1992. S. III-IV. Zugleich in: Idea-Spektrum 48/1992. S. 14-15.

-: Die Engel fliegen wieder. In: Arbeitshilfe für den evangelischen Religionsunterricht an Gymnasien. Heft 50. Hrsg. von Jochen Papst. Hannover 1992. S. 53-66. 

-: Breit aus die Flügel beide. Von den Engeln des Lebens. Verlag Herder. Freiburg. 240 Seiten. 1993. 42006.

-: Gottesdämmerung. Auf den Spuren einer Sehnsucht. Verlag Herder. Freiburg. 224 Seiten. 1994.

-: Im Lichte des Glücks. Träume vom Paradies, fromm und profan. In: Stuttgarter Zeitung vom 5. Februar 1994.

-: Das große Buch der Engel (Anthologie mit Farbtafeln). Verlag Herder. Freiburg. 280 Seiten. 1994. 42007.

-: Himmlische Grenzgänger. „Engel der Liebe“ – Ein Themenabend bei „arte“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 27. Dezember 1994.

-: Unter Deinen Flügeln geborgen. Legenden vom Geheimnis der Engel. (Anthologie mit Farbtafeln). Verlag Herder. Freiburg. 120 Seiten. 1995. 21995.

-: Der gefallene Engel. Von den Dämonen des Lebens. Verlag Herder. Freiburg. 256 Seiten. 1995.

-: Und der Engel ließ mich nicht los. Erfahrungen mit unsichtbaren Freunden. Verlag Herder. Freiburg. 120 Seiten. 1996. 21997.

-: Engel sind Liebende. Gedanken zum Schutzengelfest am 2. Oktober. In. Deutsche Tagespost vom 1. Oktober 1996.

-: Die Engel – Himmlische Wegbegleiter. In: Die Entdeckung des Himmels. Loccumer Protokolle 27/1998. S. 59-93.

-: Wo ist das Paradies? Von der tiefen Sehnsucht in Werbung und Religion. In: Auftrag und Weg. Thema: Werbung. 4/1998. S.133-134.

-: Engel sind Gottes Strahlungen für Menschen, die ihre Seele auf Empfang schalten. Interview mit dem Magazin Contrapunkt. 6/1998. S.14-15.

-: Der Engel an meiner Seite. Biographische, biblische und meditative Zugänge zum Geheimnis der Engel als Begleiter auf dem Lebensweg. Anthologie zur Tagung des Loccumer Arbeitskreises für Meditation vom 4.-6. Dezember 1998. (Zusammen mit Elisabeth Borries).

-: Die Engel – Himmlische Wegbegleiter. In: Barbara Hallensleben (Hrsg.). Un ange passe . . . Ökumenische Wegzeichen. Universität Fribourg Suisse. S. 5-24. Fribourg 1999.

-: Das quälende Gefühl der Entzweiung: Licht und Schatten bei C. G. Jung und Ernst Jünger. In: Thomas Arzt (Hrsg.). Jung und Jünger. Gemeinsames und Gegensätzliches in den Werken von Carl Gustav Jung und Ernst Jünger. Königshausen und Neumann Verlag. Frankfurt a. M. 1999. S. 163-180.

-: Die Engel – Himmlische Wegbegleiter. In: Lernort Gemeinde. Zeitschrift für spirituelle Praxis. Heft 4/1999. S. 31-36.

-: Engel in der modernen Literatur. Dort, wo man sie nicht erwartet. In: Markwart Herzog (Hrsg.). Die Wiederkunft der Engel. Beiträge zur Kunst und Kultur der Moderne. Irseer Dialoge. Band II. Kohlhammer Verlag 2000. S. 83-98.

-: Singen, Beten, Tanzen – Ein Vorgeschmack auf den Himmel. In: Forum Loccum Nr.2/ Mai 2000. S. 20-21.

-: Alles über Engel. Aus dem himmlischen Wörterbuch. Herder-Spektrum. Freiburg 2001.

-. Die Reise ins Labyrinth. Unterwegs zur eigenen Mitte. Herder-Spekrum. Freiburg 2001.

-: Gelobt seist Du mein Herr... Impressionen einer franziskanischen Pilgerfahrt. In: Antoniuskalender 2001. S. 75-82.

-: Vom himmlischen Flugverkehr der Engel. In: Hans-Werner Kalkmann. „Er fliegt und fliegt“  (Ausstellungskatalog )S. 49-56.

-: Grenzgänger mit Flügeln. Das Thema Engel braucht einen Platz nicht nur im Fachsortiment. In: BuchMarkt Juli 2001. S. 134-135.

-: Auf den Spuren der Engel. Warum Engel uns faszinieren. In: Leseforum Winter/2001. S.4-5.

-: Der Engel des Lichts. Weihnachtliche Gedanken zu einem romanischen Kunstwerk. In: MUT. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Nr. 412. Dezember 2001. S. 10-13.

-:  Alles über die gefallenen Engel. Aus dem Wörterbuch des Teufels. Kreuz    Verlag. Stuttgart 2002.

-: Die Engel von Ground Zero. In: Margot Kässmann (Hrsg.). Glauben nach Ground Zero. Kreuz Verlag. Stuttgart. S. 136-144.

-: Sieben Engel hat der Mensch. Wie sie dich durchs Leben leiten. Kreuz Verlag 2003. 22004.

-: Wo war Jesus zwischen Karfreitag und Ostersonntag? Das Leben Jesu für unsere Zeit erzählt. Kreuz Verlag. Stuttgart.

-: Welche Farbe hat die Himmelstür. Symbole der Weltreligionen für unsere Zeit erklärt. Kreuz Verlag 2003.

-: Satanismus. Spiel mit dem Bösen in der Jugendszene. In: MUT: Nr. 426.  S. 54-57.

-: Das kleine Buch vom Schutzengel. Kreuz Verlag  2003.

-: Jeder Tag hat seinen Engel. Kreuz Verlag 2003.

-: Der Engel der Stille behüte dich. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh. 2005.

-: Kinderbriefe an den Schutzengel. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 2006.