Kaj Munks  Pfarrhof in Vedersø mit blauen Anemonen
 
 
"Eigentlich wollte ich etwas über den Mord an Kaj Munk einkleben, der immer noch die Gemüter erregt, aber die Zeitungsauschnitte sind mir verlorengegangen." So notiert Astrid Lindgren am 14. Januar 1944 in ihr Kriegstagebuch.
 
Astrid Lindgren war tief erschüttert, als sie durch Sveriges Radio von der Ermordung des dänischen Pastors Kaj Munk vernahm. Am 14. Januar 1944 schreibt die junge Mutter von Lars und Karin  in ihr Tagebuch:
 
"Kaj Munk, der in einer kleinen unbedeutenden Gemeinde namens Verdersø lebte und wirkte, dessen Worte aber weit über die Grenzen der Gemeinde und des Landes hinausreichten, war an diesem unglückseligen Tag mit Frau und Kindern in einer Art Jagdhütte. Nach ihrer Heimkehr, die Familie saß gerade beim Essen, kamen zwei oder waren es drei uniformierte Männer, die behaupteten, einen Haftbefehl für Munk zu haben. Er nahm sein bisschen Gepäck, setzte sich in ein Auto und wurde weggebracht - später wurde er mit einer Pistolenkugel in der Stirn in einem Graben liegend gefunden. Den Tageszeitungen zufolge ist nun ermittelt, dass Mitglieder von Fritz Clausens Partei den Mord begangen haben." (Astrid Lindgren. Die Menschheit hat den Verstand verloren. Tagebücher 1939-1945. S. 366.)
 
Der Arzt Fritz Clausen (1893-1947) war Parteiführer der dänischen Nationalsozialisten (DNSAP). Mit dem Schalburgkorps dänischer Kollaborateure und der deutschen Petergruppe verübten sie sogenannte "Ausgleichmorde", um Schrecken und Terror unter der Bevölkerung zu verbreiten.
 
 
 
Plakat der DNSAP: "Zum zukünftigen Schutz (des Landes)". Museum Sønderjylland, Sønderburg
 
 
Astrid Lindgren beschreibt ausführlich den Kriegsverlauf an der Ostfront: die Ermordung und Vertreibung der Karelier und Esten durch Soldaten der Sowjetunion durch die Schweden in besonderer Weise betroffen ist.
 
Zu den Flüchtlingen aus Estland gehört auch der Schriftsteller Edzard Schaper. Von Hitler und Stalin zum Tode verurteilt, flieht er nach Finnland und nach dem Einmarsch der Russen über die Ostsee ins schwedische Gnarp. Die schwedischen Behören verdächtigen ihn als Doppelagenten und deportieren ihn in ein Lager.
 
Edzard Schaper, Dichter des Martyriums und der Nachfolge 
 
 
 
Hier entdeckt der vielsprachige Edzard Schaper die Predigten Kaj Munk und übersetzt sie im Herbst 1944 für einen deutschen Exil-Verlag in Stockholm. Astrid Lindgren vollendet in Frühjahr dieses Jahres ihr Kinderbuch "Pipi Langstrumpf" und legt das Manuskript als Gabe zum zehnten Geburtstag ihrer Tochter Karin auf den Gabentisch. Schreiben gegen die Angst - so hatten es auch Kaj Munk und Edzard Schaper immer gehalten.
 
 
 

Portrait Kaj Munk. Dänisches Nationalhistorisches Museum Schloss Frederiksborg/Hillerød

 

Wir machen Urlaub an der Westküste Dänemarks. Zwischen dem geschäftigen Søndervig und dem beschaulichen Vedersø Klit liegt ein Hallen-Flohmarkt. In ihm steht die muffige Luft. Ich befürchte, sie wird allen Gegenständen bis ans Ende ihrer Tage anhaften. Deshalb will ich hier nicht anhalten.

 

„Wir brauchen nichts", sage ich ungnädig. 

 

„Genau, und deshalb biegen wir ab", antwortet Undine. „Mancher Fund erweist sich als letztes fehlendes Puzzle-Teilchen zu einem Bild, das der Vollendung harrt. Immer wartet irgendwo ein kleines Wunder.“

 

So war es. In einer Kiste entdeckt Undine eine CD von Mette. Keine Ahnung, wer Mette ist. Ich habe ihren Namen nicht im Internet gefunden. Es könnte jene Mette sein, die ich einst am Strand von Lønstrup traf. Das wäre dann das versprochene kleine Wunder. Mettes CD trägt den Titel „Die blaue Anemone". Vielleicht gibt es nur dieses letzte Exemplar einer Pressung, deren restliche Exemplare längst an den Bäumen und Zäunen der Landstraße nach Silkeborg baumeln und im Dunkel der Nacht das Licht vorbeifahrender Autos reflektieren. 

 

Der Text des Titelliedes, sagt Undine, stamme von Kaj Munk (1898-1944). Diese Information reicht, um mehr als die geforderten zehn Kronen auszugeben. Wenige Kilometer von unserem Ferienhaus entfernt liegt der Pfarrhof von Vedersø, auf dem der Dichter und Priester am 4. Januar 1944 verhaftet wurde.  Ob von deutschen Soldaten oder dänischen Kollaborateuren bleibt umstritten.  Vielleicht wollte ihn sogar die dänische Regierung loswerden. Kaj Munk saß immer zwischen allen Stühlen. Hier fühlte er sich wohl. Er war ein Mann des großen Wortes, ein Schauspieler voller Pathos auch auf der Kanzel. Die Stoffe der Bibel brachte er auf die dänischen Theaterbühnen und die nationalen Legenden der dänischen Nation holte er auf die Kanzel. 

 

Der Danebrog, die dänische Nationalfahne mit dem weißen Kreuz, fiel einst in der Stunde der Bedrängnis vom Himmel. Da wendete sich das Blatt. Im Zeichen von Nation und Kreuz würde sich das Schicksal Dänemarks auch nach dem 9. April 1940 wenden. Kaj Munk glaubte an das Wunder und beschwor auf der Kanzel den Heldenmut des alten Dänemark. Die Regierung unter König Christian X. suchte dagegen den Ausgleich mit den Besatzern. Diese gewährten dem „germanischen Brudervolk“ der Dänen die territoriale und staatliche Integrität. Deutschland brauchte Jütland als Basis zur Versorgung der kämpfenden Truppen in Norwegen und zur Abwehr alliierter Angriffe aus dem Westen.

 

Kaj Munks Præstegård liegt auf einer leichten Anhöhe oberhalb des Nørresø. Der Herrenhof aus dem 13. Jahrhundert wurde ab 1626 Pfarrhof. Die kleine Kirche mit einem Schiffsmodell unter der Decke liegt wenige Kilometer vom blauen Anemonenfeld entfernt. Hier hat Kaj Munk nach der Besetzung Dänemarks seine berühmten „Dänischen Predigten“ gehalten. Sein Grab mit dem schlichten Stein liegt vor der weiß gestrichenen Mauer des Ostchores der Kirche. Neben ihm ruhen die Gebeine seiner Frau. Lise Munk hat ihren Mann um 54 Jahre überlebt. Nach ihrem Tod wurde der Pfarrhof zu einem Museum umgebaut. Das Arbeitszimmer des fünffachen Vaters Kaj Munk liegt am Ende eines nicht ausgebauten Dachbodens. Wir gehen durch Gerümpel, öffnen eine Tür und stehen in der Klause des Vielschreibers Kaj Munk. Der Raum wird bestimmt durch ein breites Stehpult. 

 

Bei unserem letzten Besuch haben wir in dem Bücherregal gestöbert. Wir fanden eine Ausgabe des griechischen Neuen Testaments, wie sie Pfarrer überall auf der Welt einst benutzten. Kaj Munks griechische Bibel zeigt Spuren intensiver Bearbeitung. Dergleichen Schatz lässt man doch nicht unbeobachtet unter dem Dach stehen, dachten wir und brachten die Bibel in den kleinen Museumsladen. Die Aufsicht lächelte mild. Da oben unter dem Dach stehen keine wichtigen Bücher. Forscher von der Universität Aarhus seien gekommen und hätten den Nachlass von Munk (https://www.kajmunk.aau.dk) gesichtet. Aber in der griechischen Bibel stehe handschriftlich notiert der Name Kaj Munk als Besitzervermerk, sage ich. Der nette Mann nimmt die Bibel an sich.

 

Kaj Munk stammte aus Maribo (Lolland). Mit fünf Jahren wurde er Vollwaise und wuchs in der Pflegefamilie von Peter und Marie Munk auf. Ihren Familiennamen trug er fortan. Marie Munk lehrte ihn ein Abendgebet:

 

„Gut Nacht, Vater, 

gut Nacht, Mutter, 

gut Nacht, Gott und Jesus 

und ihr kleinen, heiligen Engel!“

 

Die Toten sind nicht tot. Das war die Gebetserfahrung des Kindes. Sie leben in Gott. Dieses Vertrauen wird für den Dichter, Priester und Märtyrer zu einer Lebensmelodie, die niemals rein erklingt, sondern nur in spannungsreicher Instrumentalisierung.

 

Unter den evangelischen Pfarrern gab es seit Luther und Paul Gerhardt viele Dichter und Schriftsteller. Kaj Munk gehörte zu den letzten seiner Art. Er war ein schwieriger Mensch mit sprunghaftem Charakter, mal von einer übernervösen Empfänglichkeit für Schwingungen, mal schroff abweisend, mal höflich, mal aufdringlich. Eine Mimose und dann wieder voller Helden- und Märtyrermut. Auf seine Gemeinde wirkte er unausgeglichen. Er polarisierte. Niemand nahm ihn völlig ernst. Als junger Pfarrer bewunderte er Hitler und Mussolini. Er war Monarchist und dänischer Nationalist, sehr überzeugt von sich selbst und seiner Berufung als Dichter in der Nachfolge Adam Oehlenschlägers. Zugleich war er ungemein schlagfertig und witzig. In seinem Buch über die Jagd ("Glückhafte Tage") erzählt er von den literarischen Vorlieben und Abneigungen seines Jagdhundes Jylva:

 

"Jylva hat auch Interesse für das, was ich ihr vorlese, besonders für Oehlenschläger. Aber Kierkegaard ermüdet sie, und Shakespeare gegenüber fühlt sie sich unsicher."

 

Munk war Pfarrer der dänischen Staatskirche, aber er benahm sich nicht wie ein Pfarrer und königlicher Beamter. Das Antithetische in seinem Charakter wurde ihm zu einer Quelle der Inspiration. Munk lebte die Gegensätze rücksichtslos aus. „Er blieb gewissermaßen im Pubertätsalter“, schreibt sein Freund und Biograph Ebbe Neergaard (1901-1957), seit 1945 Direktor des nationalen Filmzentrums („Det Danske Filminstitut“):  

 

„Als Pfarrer, Dichter und Familienvater bewahrte er alle die früheren Stadien beinahe unverändert in seinem Inneren: den egozentrischen Ehrgeiz und das Vorwärtsstreben des Kindes, die nie gestillte unruhevolle Sehnsucht des Gymnasiasten und etwas vom abgesonderten Geistesaristokratentum des Studenten. Dies hielt ihn geistig frisch und beweglich, und die Zeit der Kindheit auf dem Lande hatte ihm einen gesunden Zuschuss von Volkstümlichkeit gegeben, die wie ein Strom ehrlicher Herzlichkeit alle die trüben Elemente überschwemmen konnte, die in seiner Seele saßen. Sein sicherer Bauernglaube wurde zum festen Mittelpunkt mitten im Orkan.“

 

 

Kaj Munks Kirche in Vedersø

 

Die kleine Gemeinde von Vedersø mit ihren 300 Seelen suchte seit vier Jahren einen Pfarrer, als sich Kaj Munk im Dezember 1923 um die Stelle bewarb. Er hatte noch keine Examina abgelegt. Seine beiden Mitbewerber waren nicht einmal Theologen. In einer Zeit des Pfarrermangels waren auch sie willkommen. Schon in seiner Bewerbungspredigt vom Neujahrstag 1924 spielte Munk gegenüber den Bauern und Fischern von Vedersø mit offenen Karten. Gewiss war er wie Hans Christian Andersen ein etwas skurriler Bursche, doch was er sagte, war authentisch und seine Predigt war ohne pastorales Getue. Der junge Geistliche sprach über alte Menschen, die sich einsam und nicht mehr gebraucht fühlen. Er malte ein Bild schlafloser Nächte und der Altersdepression. Viele Prediger hätten nun dieser Erfahrung von Einsamkeit und Melancholie den ganzen Aktionismus christlicher Nächstenliebe entgegengesetzt. Nicht so Kaj Munk. Er schreibt dem Herbst des Lebens eine eigene Würde und eine neue Möglichkeit der Gotteserfahrung zu, vermeidet dabei aber die Plattitüden pastoraler Belehrung, die immer schon weiß, was andere glauben sollen. Kaj Munk vertraut auf das Wunder des wirkenden Wortes:

 

„Ich habe dir ein Evangelium zu überbringen, du alter Mann und du alte Frau: du sollst nur in Geduld die Tage tragen, die der Herr dir schenkt -, sie haben einen Sinn, hörst du, sie haben einen Sinn. Ich kenne ihn nicht, und du kennst ihn auch nicht, aber sie haben einen Sinn, und du sollst sie mit Geduld tragen; und schließlich kommt Gott eines Tages und läßt dich wirklich heimgehen. Dies ist wohl ein Evangelium, dies kannst du wohl verstehen, nicht wahr? Gott selbst ist es, der dich nach Hause holen soll.“ 

 

Kaj Munks Kanzel

 

Als Kaj Munk in Vedersø seine erste Stelle antrat, so wird erzählt, nahm er einige blaue Anemonen aus seiner Heimat mit und pflanzte sie in seinen Pfarrgarten. Paul Gerhard Schoenborn weiß aus der Familienüberlieferung zu berichten, dass Munk erst im Jahr 1942 bei einem gemeinsamen Besuch der Gräber der Großeltern einige blaue Anemonen am Straßenrand entdeckt und ausgegraben habe. Für die späte Entdeckung der blauen Blume spricht einiges, doch alles für den frühen Fund unter einem der größten dänischen Bauerngeschlechter aus der Gegend von Vedersø:

 

Eine Blume Westjütlands entdeckte der junge Pfarrer unter den ersten Konfirmanden, die er in Vedersø unterrichtete. Lise Marie Jørgensen (1909-1998), die vierzehnjährige Tochter eines Großbauern aus Vedersø. Dass sich evangelische Pastoren in Konfirmandinnen verlieben, hat Tradition wie die Beziehung zwischen Dietrich Bonhoeffer und der 18 Jahre jüngeren Maria von Wedemeyer zeigt. Lise Marie Jørgensen war nur elf Jahre jünger als ihr Pfarrer, aber mit 14 Jahren nach westlicher Vorstellung noch entschieden zu jung für eine Eheschließung. Munk kannte den Orient aus der Literatur und sollte später Palästina bereisen, aber orientalische Verhältnisse an Dänemarks Westküste sind auch heute nicht erwünscht. Vier Jahre warteten Kaj Munk und Lise Marie Jørgensen, bis die ehemalige Konfirmandin das 18. Lebensjahr erreicht hatte. Dann heirateten sie und bekamen im Laufe der Jahre fünf Kinder: Yrsa, Helge, Arne, Solveig und Mogens. Die Photos zeigen eine glückliche Familie. Kaj Munk war ein Vater, mit dem Kinder herumalbern konnten. Er war präsent, wenn er nicht in seiner Klause unter dem Dach schrieb. Aber wann schrieb Kaj Munk nicht? 

 

Munk wurde als Bühnenautor rasch im ganzen Land berühmt. Er schrieb viele Artikel zu allen nur denkbaren Themen, und er schrieb rasch: Ein Drama in wenigen Wochen, zwei Artikel am Tag, wenn es sein musste. Dennoch hatte er Zeit für sein Hobby - die Jagd. Neben dem Talar hing sein Jagdrock, neben der Bibel lag die Flinte. Kaj Munk war kein Pazifist, und er glaubte Jesus an seiner Seite, wenn er von den Widersachern des Reiches predigte, denen ewige Finsternis, Heulen und Zähneklappern beschieden sei. 

 

 

Zum Gedenken an Kaj Munk

 

 

Der Pfarrer von Vedersø war ein Mann, an dem sich seine Gemeinde und ganz Dänemark reiben konnte. Was er am Sonntag den Bauern der Westküste predigte, konnte kurze Zeit später in einer Zeitung oder einem Buch erscheinen. Munks Predigten sind flott geschrieben und immer lebensprall. Doch dieses vergängliche Leben vollzieht sich in jeder Stunde vor dem Horizont der Ewigkeit. Munk liebt das Leben und weiß es zu genießen. Aber der Tod ist immer gegenwärtig, nicht als Schrecken, sondern als Stimulans, den Augenblick zu leben. Kaj Munk war ein Erweckungsprediger der besonderen Art. 

 

So predigte er recht offen über Liebe und Sexualität. Dass der Christ Gott lieben soll und seinen Nächsten wie sich selbst, weiß jeder Konfirmand. Munk aber pries das Mysterium der Liebe und das Sakrament der leiblichen Vereinigung von Mann und Frau. Für ihn entspringen Religion und Sexualität aus einem Urgrund - wie ihn die Genesis durch den Mythos von Adam und Eva ins Bild setzt:

 

„Geh hinein, hinein zu der Frau, die du liebst, und erlebe in ihrem Leibe das Wunder, das dich noch größer dünkt. Ist nicht ihr Lächeln oder der Zornesblitz in ihren Augen - ach! der Augen, die übermorgen schon brechen müssen! - ist dir das nicht eine Ewigkeit, die noch reicher ist, als die Sterne da draußen? Sind dir nicht die Linien ihrer Brüste oder der Duft ihres Schosses als eine Gnade gewährt, als etwas Geheimnisvolle und etwas, was demütig macht, als wären es Sakramente?“

 

Wie jeder Pastor predigte er einst über die Hochzeit von Kanaa und das Weinwunder. Dabei ließ er seiner dichterischen Phantasie freien Lauf. Munk fragte sich und seine Gemeinde, wie es dem Brautpaar später ergangen sein mochte. Schmeckten die Küsse zur silbernen Hochzeit noch ebenso süß wie die ersten? Natürlich habe es unter den Eheleuten gelegentlich Krach gegeben, weiß Munk. Auch kannten sie die Anfechtungen bis hin zu Fluchtgedanken und Ehebruch. Doch im Keller ihres Hause lag noch eine Flasche vom Weinwunder. Die entkorkten sie und kamen durch den Wein in Berührung mit dem Mysterium des Anfangs. 

 

Dergleichen Predigt wäre einseitig, wenn der Dramatiker Munk ihr nicht den nüchternen Realismus moderner Eheerfahrung entgegensetzte:

 

„Es ist nun einmal wahr: für die Menschen der Jetztzeit ist die Ehe nicht mehr die lebenslängliche Gemeinschaft. Heutzutage ‚zieht man zusammen‘ und wartet ab, wie es geht. Ein schamloses Geschlecht bevölkert unsere Strassen. Das Heilige ist abgetan, das Geheimnisvolle liegt enthüllt und illustriert auf jedes Buchhändlers Ladentisch, das Vertrauliche prangt auf der Innenseite der Cafétüren, alle wissen von allen, wie sie im Bett sind.“

 

Die Mehrheit der Dänen kollaborierte mit den deutschen Besatzern und errichtete gegen Bezahlung jene Bunkeranlagen, die noch heute am Strand von Vedersø Klit und im Hinterland zu sehen sind. Diese Bunker sind Teil einer Küstenverteidigungslinie der „Festung Europa", länger als die Chinesische Mauer und als jener Grenzzaun, der zwischen Mexiko und den USA errichtet wurde. 12000 Bunkeranlagen säumen Nordsee und Atlantik. 18 Millionen Tonnen Beton und eine Million Tonnen Stahl sollen für diese „Taumelnden Riesen" verbaut worden sein. So nennt die niederländische Fotografin Annet van der Voort („The Wall", 2019) die Bunker.

 

  

Hospitalsbunkeren ved Rom Flyveplads

 

Auch die Männer aus Kaj Munks Gemeinde standen in deutschem Sold. Munk las ihnen die Leviten. Er machte sich mit dieser Positionierung unbeliebt. Während unweit seines Pfarrhofs Sand und Kies zu Beton verarbeitet wurde, hatte er im Frühling 1943 beim Anblick der wieder erblühten blauen Anemonen eine Art Vision.

 

"Was war hier nur geschehen?

Mein hart wie Stein gefrornes Herz

schmilzt schon beim bloßen Sehen  

am ersten Tag im März.

Was brach da durch das Wintergrau  

und schmückt das schwarze Beet so blau,

als ob's im Himmel wohne?

Die kleine Anemone:

Ich pflanzt' sie da genau.

 

Ich hab sie mitgenommen

von Lolland, meinem Kindheitsort.

Als ich hierher gekommen,

dacht' ich: Nun bleibt sie fort.

Ihr fehlt die Heimat, Wald und Baum,  

die laue Luft, der milde Raum;

in dieser Feindeszone

vergeht die Anemone;

das überlebt sie kaum.

(...)

Jetzt seh ich sie sich wiegen

im kalten Wind vom nahen Strand.

Sie lässt sich nicht besiegen

von Jütlands Kies und Sand,

als gäbe ihr die Widrigkeit

nur eine größ're Sicherheit:

Wie eine Amazone

steht meine Anemone

und ist zum Kampf bereit."

 

Es gibt gewiss sprachlich besser gelungene Frühlingsgedichte, in denen sich die zarte Anemone nicht so plump auf die martialische Amazone reimt. Aber darum geht es nicht. Das Gedicht, von dem es drei verschiedene Fassungen geben soll, verdankt sich dem Augenblickserlebnis. Es ist so unscheinbar wie die kleine blaue Blume, die sich im Laufe der Jahre in großen Polstern über den ganzen Pfarrgarten verbreitete.

 

Kaj Munk hatte bereits von der dänischen Regierung Schreibverbot erteilt bekommen, als er das Gedicht in dreihundert Exemplaren drucken ließ. Er verschickte sie zu Weihnachten 1943. Am 4. Januar 1944 wird er verhaftet und bei Silkeborg erschossen. Die Gemeinde setzte ihm später neben seiner Kirche ein Denkmal.

 

Egil Harder vertonte Kaj Munks Gedicht von der blauen Anemone. Der große dänische Opernsänger Aksel Schiøtz (1906-1975) trug das Lied 1944 im Kopenhagener Gedenkgottesdienst für Munk vor. Ein Jahr später fand im Kopenhagener Dom ein Festgottesdienst zur Beendigung der Besatzungszeit statt. Wieder sang Aksel Schiøtz das Lied von der blauen Anemone. So wurde es zu einem nationalen Schatz. 

 

Es hat nicht an Versuchen gefehlt, das Werk Kaj Munks deutschen Lesern bekannt zu machen. In der Gegenwart hat sich der evangelische Pfarrer Paul Gerhard Schoenborn (*1934) große Verdienste erworben (http://www.nordpark-verlag.de/Schoenborn-Kaj-Munk.html), indem er zahlreiche Werke Munks ins Deutsche übersetzte und in vielen Artikeln und Vorträgen auf die Bedeutung des dänischen Märtyrers hinwies.

 

Am Anfang der Rezeption steht die Sammlung „Dänische Predigten“ von Edzard Schaper. Mit seiner Auswahl aus Munks Kriegspredigten stellt er die Botschaft Kaj Munks ins Licht  jenes Kreuzes, das auf den Fahnen Skandinaviens und Finnlands weht. Kaj Munk beschwört immer wieder das „Kreuzbanner der Welt“ und ermuntert seine Gemeinde zum Gebet:

 

„Wir bitten dich: Gewähre deiner Kirche, dem Land zu dienen, in dem sie wohnt, auf dass unser Vaterland sich erhebe, geläutert, wiedergeboren, und in Pflegebrüderschaft vereinigt mit Norwegen, Schweden, Finnland und Island unter deinem Kreuzbanner der Welt dabei helfe, den Weg vorwärts zu finden - vorwärts in den neuen Tag.“

 

Dann predigt Kaj Munk wieder vom alten Dänemark in Thryras Zeiten und dem Wunder der dänischen Fahne. Unverkennbar wird der Tonfall erst, wenn Munk von der Liebe spricht. Der Liebe zum Land. Natürlich. „Wir lieben es ob unserer Mutter schrundigen Händen und des Kusses in der Vorsommernacht, den unsere Liebste uns gab.“ Das ist Kaj Munk! 

 

Kaj Munk war ein erfolgreicher Dramatiker. Einige seiner Stücke wie das Drama einer Totenerweckung mit dem Titel „Das Wort“  (1932) werden noch heute gespielt. Dieses Schauspiel schrieb er wie viele seiner Werke in sehr kurzer Zeit. Nach sechs Tagen war das Bühnenstück um den Witwer Morten Borgen und seine drei Söhne Johannes, Mikkel und Anders fertig. Im Kern des Stückes geht es um die Wunderfrage. Sie ist für einen Pfarrer auf dem Land und seine Gemeinde alles andere als eine akademische Frage wie sie in der modernen Theologie jener Jahre aufbricht und die Debatten nach dem Krieg bestimmen wird. Jesus vollbrachte Wunder. Er heilte nicht nur Kranke und Besessene, er rief Tote wieder ins Leben und erstand selbst von seinem Tod am Kreuz. Von den Wundern der Apostel und der Heiligen berichten Bibel und Legenden. Die Begleitung von Sterbenden im Gebet gehört zu den Aufgaben des Pfarrers. 

 

Kaj Munk wurde diese Seelsorge gelegentlich zur Anfechtung, wenn er am Sterbebett einer jungen Mutter und ihres Kindes saß, Lieder anstimmte und Gebete sprach, Gott möge der Niedergekommenen beistehen. In seinen Predigten spricht Kaj Munk offen über diese Erfahrungen von Ohnmacht, wenn Mutter und Kind trotz aller Fürbitte das Leben lassen mussten. In dem Bühnenstück „Das Wort“ geht es um Grenzerfahrungen des Seelsorgers Kaj Munk. Mikkels Frau Inger stirbt bei der Geburt ihres Kindes. Es ist der über einem Schicksalsschlag wahnsinnig gewordene Bruder Johannes, der von der heilenden Kraft des göttlichen Wortes erfüllt ist. Johannes glaubt, er sei der wiedergekommene Christus. Er wird seine Schwägerin am Ende des Dramas ins Leben rufen, indem er die Worte spricht:

 

„So höre mich denn, mein Vater in der Höhe, gib mir das Wort, das Wort, das Christus für uns vom Himmel herabholte, das Wort, das schöpferische, lebensspendende, schenk es mir nun! Höre mich, du Tote! Im Namen Jesu Christi, der das Grab sprengte, so wahr Gott es will, kehre zurück zum Leben. Ich sage dir, Weib, stehe auf!“

 

Das Stück hatte am 1. September 1932 im Betty-Nansen-Theater von Kopenhagen Premiere. Unter den Gästen saß der große dänische Filmregisseur und Drehbuchautor Carl Theodor Dreyer (1889-1968). Unmittelbar nach der Uraufführung von Munks „Das Wort“ fasste Dreyer den Plan einer Verfilmung des Dramas von der Totenauferstehung. „Das ist ein Thema, das mir liegt –  des Glaubens Triumph in dem skeptischen 20. Jahrhundert  über Wissenschaft und Rationalität,“ schieb er später. Zu einer Verwirklichung des Projektes kam es erst im Jahr 1955. Dreyer drehte an der dänischen Westküste bei Vedersø, und weil die Bauern dort noch heute einen eigenen Dialekt sprechen, hielt er seine Schauspieler dazu an, sich diesen für den Film anzueignen. Für sein Drehbuch kürzte Dreyer den Text des Dramas. Der zentralen Figur des wahnsinnigen Johannes gibt er eine andere Vorgeschichte. Kaj Munk führt die seelische Krankheit auf eine Traumatisierung durch den Unfall zurück, bei der die Freundin von Johannes von einem Auto überfahren wurde. Dreyer lässt Johannes bei der Lektüre der Werke Søren Kierkegaards buchstäblich verrückt werden.

 

Dreyer hatte wie Kaj Munk eine schwere Kindheit gehabt. Seine schwedische Mutter arbeitete als Magd auf einem dänischen Bauernhof. Sie hatte ein Verhältnis zu ihrem Arbeitgeber und wurde schwanger. Bei der Geburt eines zweiten unehelichen Kindes starb sie. Carl Theodor Dreyer wurde adoptiert. Mit sechzehn Jahren verließ er die Adoptiveltern. Dreyer begann Texte für Stummfilme zu schreiben. Sein Film „Passion der Jungfrau von Orléans“ (1928) und der erste Tonfilm „Vampyr - Der Traum des Allan Gray“ (1932) waren damals zwar kein kommerzieller Erfolg, zählen aber heute zu den bedeutendsten Filmen der Geschichte. Aufgrund von Einwänden der katholischen Kirche musste Carl Theodor Dreyer die „Passion der Jungfrau von Orléans“ um fünfzehn Minuten kürzen, bevor der Film ausserhalb von Dänemark gezeigt werden konnte. Die Originalfassung wurde 1928 Opfer eines Brandes in den DEFA-Studios. Eine aus Reststücken des Filmes rekonstruierte U-Fassung wurde ein Jahr später ebenfalls Opfer der Flammen. Erst 1981 fand sich in einer norwegischen Nervenheilanstalt eine weitere Version der dänischen Originalfassung. 

 

 

Torben Thorup und Undine 

 

Am Palmsonntag besuchen wir den Oster- und Frühlingsmarkt (Påske- og forårsmarked) in Lystbækgaard. Die Osterlämmer sind da! Wer denkt beim Anblick dieser süßen Geschöpfe an das Opfer, für das sie bestimmt sind? Plötzlich steht unser alter Freund Torben Thorup vor uns. Letzten Sommer haben wir ihn auf Lystbækgaard kennengelernt. Er ist ein Kollege von Kaj Munk, hat aber den Beruf des Pfarrers nie ausgeübt, sondern hat Schulbusse gefahren und in verschiedenen Kirchen die Orgel gespielt. Torben kannte Lise Munk und einige ihrer Kinder. „Mein Vater wollte das Martyrium", zitiert er einen der Söhne. Munk sei mehrfach ein Weg zur Flucht ins schwedische Nachbarland eröffnet worden, aber er blieb in Vedersø. Hatte er dazu ein Recht? Hatte er das Recht, Frau und fünf Kinder zu opfern? Hatte er nicht die Pflicht zu überleben? Noch in der Nacht, als seine Mörder an die Tür des Pfarrhofes klopften, bestand die Möglichkeit zur Flucht durch eine Hintertür, so erzählte es das Dienstmädchen später. Vielleicht erkannte Kaj Munk nicht den Ernst der Lage. Kurz vor Silkeborg fand man später seinen Leichnam am Straßenrand. Carl Theodor Dreyer blendet den Fundort in seiner Verfilmung von „Das Wort“ zweimal ein.

 

Kaj Munk hatte in seiner Predigt über das Weinwunder von Kanaa auch über das Glück gemeinsam alt gewordener Ehepaare gepredigt. Dieser Lebensabend wurde Kaj und Lise Munk nicht zuteil:

 

„Und wie schön war es doch, solch ein alt gewordenes, würdiges, geprüftes und geläutertes Ehepaar zu sehen! Sie hatten einander jung und hitzig geliebt, hatten die Flamme des Blutes verlöschen gefühlt und statt dessen die Glut der Treue entzündet; sie hatten ihre Zwistigkeiten miteinander und die Bitternis gegeneinander gehabt, sie waren sich vielleicht auch untreu geworden und hatten einander wiedergefunden. Jetzt waren alle Kanten abgeschliffen. Ja, wenn sie allein waren, konnte es geschehen, dass sie Hand in Hand beisammen saßen und dachten: Uns hat er den besten Wein für zuletzt aufgespart!“

 

Draußen vor den Toren von Lystbækgaard liegt das Ulfborg Skyttecenter. Auf dem Schützengelände hat sich eine Hundertschaft von Scharfschützen zum fröhlichen Osterschießen eingefunden. Unser Gespräch mit Torben berührt letzte Fragen vor letzten Haltungen. Zwei Prozent der Dänen besuchen noch die Kirche, sagt er. In Munks Kirche hänge eine Gedenktafel. Auf ihr stehen Verse aus dem Lieblingslied des Dichterpriesters. Der Organist Torben kennt sie auswendig. Kaj Munk lebte in der Erwartung der Wiederkehr Christi zum Gericht über die Lebenden und die Toten. Dieser Glaube durchzieht als roter Faden viele seiner „Dänischen Predigten“. Nichts ist unserer Zeit ferner, als der Glaube von Kaj Munk.

 

„Ich erwarte dich, Herr Jesus, zum Gericht;

jeden Augenblick schaue ich danach aus.

Schnell und unverhofft kannst du kommen

zu jeder Tages- oder Nachtstunde

Lass meines Herzens Lampe bereit sein und brennen

in Glaube, in Hoffnung und in Liebe.

Wenn ich schlafe oder wache, so bin ich dein,

wenn ich lebe oder sterbe, so bist du mein.

Und wenn du kommst, komme zart und mild

und mache mich selig in Ewigkeit.“

 

 

Edzard Schapers Auswahl von Predigten Kaj Munks erschien unter dem Titel "Dänische Predigten" (1945) in dem "Neuer Verlag Stockholm". Noch immer befand sich dieser Dichter des Martyriums in Gefangenschaft. Als er das erste Exemplar seiner Übersetzung in den Händen hielt, musste er feststellen, dass sein Name getilgt worden war. Edzard Schaper sollte nach seiner Freilassung und Übersiedlung in die Schweiz zum großen Chronisten dieser Jahre des Schreckens werden. Mit der Legende "Der vierte König" hat er ein Jahrhundertbuch geschrieben, vom Rang den "Mamorklippen" ebenbürtig. 

 

Die Biographie Edzard Schapers

 

In einem Vortrag für Radio Bremen zur Dänischen Woche 1961 sagt Edzard Schaper:

 

"Doch ihren geistigen Gehalt und dessen Wirkung nur auf jene Zeit festzulegen, hieße diesen Predigten auch wieder nicht gerecht zuwerden. Es ist daran zu erinnern: Wenn man von neugierigen Fremden, welche eine Sensation, oder den Spitzeln, welche den Beweis für ein Staatsverbrechen erwarteten, absieht, wurden sie vor einer ganz, ganz schlichten Dorfgemeinde gehalten, von einem höchst komplizierten Menschen und Dichter, der sich aber freudig zum Dienst an der Gemeinde, so wie sie ihm nun einmal anvertraut worden war, bekannte. Sie enthielten das Äußerste, bisweilen an persönlichem Wagnis, immer aber an evangelischem Ernst. Sie waren Provokationen, immer, in ihrem Ernst und in ihrem Schalk so oder so. (...)

 

Man wird die berühmten 'Tuchmacherbriefe' und Predigten des großen Pamphletisten Jonathan Swift und Jost Sackmanns plattdeutsche Predigten heranziehen müssen, um die Eigentümlichkeit des Munk'schen Predigtstils in seinem faszinierenden Gemisch von Innigkeit persönlicher und persönlichster Mitteilung, kunstvoll-künstlicher und echter Naivität, flammender Bekennerfreude, rabulistischer Ironie, halbbewusster Simplizität und gewollter Derbheit festzulegen.

 

Was bleibt und immer bleiben wird, ist das Zeugnis: für Dänemark - das er durchaus nicht pseudo-patriotisch in den Himmel hob und das sich auch heute noch sein Gericht aus Kaj Munks Worten herauslesen kann - für die Freiheit, aber für die evangelische Freiheit unter dem Kreuz! Und für die hatte die deutsche Gestapo immer ein paar Kugeln übrig."

  

Grabstein von Lise Munk

 

 
 
Wer in der Gegend rund um Ringkøbing Urlaub macht, wird an Kaj Munks Streifzügen durch die Landschaft zwischen Bjerghuse, Husby Klit, Nørre Vosborg und Søndervig viel Freude haben. "Liv og glade dage" heisst Munks Lob des einfachen Lebens an der Westküste. Sie erschienen unter dem Titel "Glückhafte Tage" im Schweizer Artemis Verlag zeitgleich mit einem der ganz großen Werke des 20. Jahrhunderts, Walter Niggs "Grosse Heilige". 1946 erschienen und noch immer im Diogenes Verlag lieferbar.
 
 
 
 
Die Biographie Walter Niggs
 
 
 
Keine Frage, hätte dieser reformierte Schweizer Pfarrer und Hagiograph Kaj Munk gekannt, er hätte ihn unter seine großen Heiligengestalten aufgenommen. Als Wanderer mit seinen geliebten Hunden zwischen Dünen und Heide, zwischen Fjorden und Wäldern entdeckt Kaj Munk überall die Spuren Gottes in der Natur.
 
 
"Schnee ist für mich einer der vielen Fingerzeige auf Gottes Allmacht", schreibt er. Schnee ist nichts als Wasser, wird mancher Wanderer sagen. Doch für Munk ist der Schnee ein Wunder: "Ist denn das nicht Macht: mit so kleinen Mitteln so große Dinge schaffen? Wäre es Gott da nicht auch möglich, uns aus den Gräbern hervorzurufen und in Glanz und Unvergänglichkeit zu kleiden?"
 
 
 
 
Grabstein von Kaj Munk
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein letzter Hinweis: Kaj Munk hat nach anfänglicher Sympathie für den italienischen und deutschen Faschismus in Artikeln, Predigten und Dramen entschieden gegen den Nationalsozialismus protestiert. Die Rettung der Juden in Dänemark wird auch seinem Einfluss zugeschrieben.
 
Vgl. dazu: Paul Gerhard Schönborn. Der Jude Jesus war sein Leitstern - seine Waffe war das Wort. Über das prophetische Zeugnis des dänischen Märtyrers und Dichterpfarrers Kaj Munk. In: "Tu deinen Mund auf für die Anderen" Themenheft 2020. Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Deutscher Koordinierungsrat E.V. S. 14-17.