„Der 1955 geborene Autor Uwe Wolff schreibt eine Sprache,

die sich auf den Begriff ‚Neue Kostbarkeit’ bringen ließe.

Verglichen mit ihm sind selbst Peter Handke und Botho Strauß bettelarme Schreibbrüder.“

Niels Höpfner in der Wiener Presse (9. Februar 1985)

 

 

 

Leseprobe: Aus meinem neuen Buch "Das verleugnete Kreuz"

 https://issuu.com/claudius_verlag/docs/978-3-532-62846-1

 

 

Vorwort: Kreuz, Klima, Katastrophen 

 

“I don’t want you to be hopeful. I want you to panic.

I want you to feel the fear I feel every day.

I want you to act. I want you to act as you would in a crisis.

I want you to act as if the house is on fire, because it is.”

Greta Thunberg in Davos

 

 

Kloster Mariaberg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hier gibt es eine Schenke, in der ein echter Mönch das Bier zapft. Das Wirtshaus ist immer rappelvoll. Die Kirche dagegen leer. Doch auf dem Glockenturm tut sich etwas. Kirchtürme  gelten als ideale Standorte für die neuen 5G-Mobilfunkanlagen. Deshalb läuft unter dem Kreuz ein Testverfahren - zum Ärger von Pater Guardian. Das Kloster brauche Geld zur Renovierung des Kirchendaches, meint der Bruder am Zapfhahn. Das Bier strömt auch an diesem Freitag. Früher war der Freitag ein Fastentag. Am Karfreitag durfte nicht getanzt werden. Denn an einem Freitag starb Jesus am Kreuz. 

 

 

 

In Frankfurt haben Schüler an diesem Freitag eine Demonstration gegen die drohende Klimakatastrophe angekündigt. Schon am Vormittag ist es schwül. Pater Guardian führt mich durch die angenehm kühle Kirche und lädt mich ein, in einer Zelle des Klosters zu übernachten. Das finde ich spannend und nehme die Gastfreundschaft gerne an. Ich freue mich auf eine himmlische Nacht mit beflügelnden Träumen.

 

Aus meinem Fenster blicke ich über die bewaldeten Berge des Spessarts. Unerträglich heiße Sommertage liegen hinter mir. Seit vielen Wochen herrscht in Deutschland ein Klima wie in Andalusien und Nordafrika. Die Blumen und Bäume in meinem Garten habe ich lange mit Regenwasser versorgen können. Nun ist die Zisterne leer.

 

In der Nacht zieht ein gewaltiges Gewitter auf. Endlich Regen! Herrlich wie es blitzt und donnert! Ich genieße das Spektakel der Entladungen. Plötzlich schlägt der Blitz irgendwo im Kloster ein. Vielleicht in die neuen Antennen neben dem Kreuz. Ich sehe es an den Funken, die aus dem Heizkörper springen. Eigentlich kann das nicht sein, denke ich. Jäh kippt meine Stimmung um. Mir wird mulmig. Ich blicke auf das Kreuz an der Wand mit dem Leib des Gemarterten. Warum kann ich den Anblick nicht ertragen? Ich schaue weg. Draußen zucken die Blitze. Ich drehe mich um. Die Nachttischlampe funktioniert nicht mehr. Ich bekomme es mit der Angst zu tun. Zugleich sind mir meine Gefühle peinlich. Kreuze schützen vor Unheil, denke ich. Der Böse weicht vor dem Kreuz. Was kann mir denn passieren? Ich komme nicht zur Ruhe. Mir wird das Kreuz unheimlich. Ich nehme das Kreuz von der Wand und lege es auf den Kleiderschrank.

 

 

Eine merkwürdige Geschichte. Ich gebe es zu. Vielleicht hätte ich diese Anstösse zu einer Debatte über das Kreuz mit Statistiken über die Zahl der Kirchenaustritte und ihre möglichen Gründe eröffnen sollen. Ich hätte von der Universität Wien erzählen können, wo die Kreuze aus den Hörsälen entfernt worden sind. Vielleicht hätte ich von dem Kreuz schreiben sollen, das die Kirche mit der AfD hat. Gewiss hätte ich von den Missbrauchsopfern unter dem Symbol des Kreuzes berichten können und von Bischof Heiner aus Hildesheim, der jetzt Licht in manches Dunkel bringen wird.

 

 

 

Aber ich will nicht wiederholen, was alle wissen. Ich will auch nicht wissen, wo der Hausmeister die von den Wänden entfernten Kreuze „entsorgt“ hat. Viele Debatten werden noch immer geführt, als hätte es Friedrich Nietzsches (1844-1900) Aufschrei nie gegeben: „Was sind denn diese Kirche noch, wenn sie nicht die Grüfte und Grabmäler Gottes sind?“

 

Ich will mit diesen Meditationen in den Kern der Dinge vorstoßen. Wir brauchen keine Debatten von Besserwissern und jenen, die um den heißen Brei herumreden. Nur der Blick auf die nackte Wahrheit und das eigene Betroffensein führt zu wahrer Begegnung.

  

Das Wesen des Kreuzes ist seine Widerständigkeit. Es passt einfach nicht zu der Wunschvorstellung von einem Leben ohne Leid und Schmerz mit bedingungslosem Grundeinkommen ohne die Mühen eigener Anstrengung.

 

 

 

Das Kreuz erregt Anstoß. Dazu braucht es nicht ein Sommergewitter und überspannte Nerven. Auf dem Flughafen sehe ich eine Nonne. Sie trägt gut sichtbar ein Kreuz über ihrem Gewand und auf dem Kopf einen Schleier. Eine Muslima kommt vorbei, deutet mit dem Finger auf das Kreuz, schüttelt das Haupt und zeigt der Ordensschwester einen Vogel: Das Kreuz ist für sie ein Irrsinn, ja Gotteslästerung! Der Islam ehrt den Propheten Jesus. Den sterbenden Sohn Gottes verachtet er zutiefst. Gott kann nicht leiden, sagt der Islam. Gott kennt nicht den Schmerz. Gott litt am Kreuz, weiß das Christentum. Das Wesen des Christentums ist das Kreuz. Ein Kreuz, dass nicht mehr anstössig ist, gleicht einem schal gewordenen Salz.

 

Auf den Spuren muslimischer Heiliger bereise ich den Norden Pakistans. Ich werde in den Kreis der Sufis am Schrein von Rahman Baba (1632-1706) eingeladen. Der Sonntag kommt. Ein normaler Arbeitstag in diesem Land. Mit einem Freund besuchte ich eine Kirche in Peshawar. Weder Kreuz noch Glockenläuten machen auf diesen Ort des Gebets aufmerksam. Wer hier überleben will, muss ein Leben im Verborgenen führen. Im Herbst des Jahres 2013 sprengen sich zwei Attentäter vor dieser Kirche in die Luft. Sie reißen über 70 Menschen mit sich in den Tod.

 

Ich kann verstehen, dass Menschen das Kreuz abhängen wollen: in Schulen und  anderen öffentlichen Gebäuden. Sie spüren die Ungeheuerlichkeit dieses Symbols und fühlen sich bedrängt, bevormundet oder vereinnahmt. Doch darf die Rücksichtnahme auf Menschen mit anderen Empfindungen, Werten und einem anderen Glauben oder Unglauben so weit gehend, dass das Eigene keinen Ort mehr in der Öffentlichkeit hat? Eine falsch verstandene Toleranz hat zur Selbstaufgabe und zu einer an Erstickung grenzenden Spracharmut geführt. Damit ist niemandem gedient.

 

Würden sämtliche Kruzifixe aus der Öffentlichkeit entfernt, so wäre das Kreuz dennoch überall sichtbar. Wie kein anderes Symbol ist es dem Menschen auf den Leib geschrieben. Wenn wir beide Arme ausbreiten, so wird das Kreuz sichtbar. Das Kreuz ist das Symbol des Menschen. Das Kreuz ist sperrig und widersprüchlich wie das Leben.

 

Zum Kreuz gehören Grenzerfahrungen wie Schuld und Sühne. Niemand kann ihnen entfliehen. Sie holen uns ein wie die Folgen der Umweltsünden. Wir Menschen des 21. Jahrhunderts fühlen uns schuldig, vielleicht schuldiger als jede Generation vor uns. Haben wir doch die Folgen unseres Tuns unmittelbar vor Augen. Deshalb zahlen wir gerne eine Buße zur Kompensation unseres CO2 Fussabdrucks und haben bis zur nächsten Flugreise wieder ein gutes Gewissen. Doch diese Ausgleichszahlungen für Aufforstungsprogramme und effiziente Kochern in Entwicklungsländern bleiben ein moderner Ablasshandel.

 


 

Es herrscht Endzeitstimmung in allen Lagern. Zwischen denen, die den Klimawandel als einen vom Menschen gemachten Prozess sehen und jenen, die hier vom Menschen nicht beeinflussbare Veränderungen behaupten, herrscht ein tiefer Graben. Was vom Menschen verursacht ist, kann durch Menschen wieder bis zum Ziel der Klimaneutralität zurückgenommen werten, wissen die einen. Andere verweisen auf die Geschichte der Erde. Sie sei voller Beispiele für extreme nicht vom Menschen gemachte Klimaveränderungen mit dramatischen Folgen für das Leben.

 

In diesen Kontroversen bildet sich das Kreuz der Meinungen. Das Kreuz hat eine horizontale und zugleich vertikale Ausrichtung. Der Horizont steht für den Menschen und seine Verantwortung für die Erde. Über diesem Horizont strebt die Vertikale in eine andere Dimension. Sie ist unendlich viel größer, als alle Macht und aller guter Wille. Im Spannungsfeld dieser Möglichkeiten und Begrenzungen bewegen sich alle Fragen der Ökologie.

 

 

 

Umwelt und Ernährung haben im 21. Jahrhundert eine geradezu religiöse Dimension gewonnen. Zu recht. Denn in ihnen lebt das Bewusstsein für das Ganze, in das wir eingebunden sind. Das Ganze wird auch „Ökumene“ genannt. Der Mensch ist verantwortlich für die Erde. Zugleich macht er immer wieder die Erfahrung, dass das Ganze zu groß ist, um bewältigt zu werden. Handeln zu müssen und nicht handeln zu können - aus diesem Zwiespalt von Macht und Ohnmacht besteht das Leben. Die Betrachtung des Kreuzes führt hinein in dieses Geheimnis. Schnelle Ergebnisse und praktische Anwendungen sind hier nicht zu erwarten. Das Kreuz des Lebens will ausgehalten sein. Dann öffnen sich neue Horizonte.

 

 

 

Das Kreuz ist ein Geheimnis. Geheimnisse kann man nicht rasch und nebenbei erklären. Man muss sich auf sie einlassen, sie bedenken, betrachten, meditieren.  Zu dieser ruhigen Betrachtung will dieses Buch neun Anstösse geben. Sie führen  schrittweise in das Geheimnis des Kreuzes. Im letzten Kapitel richte ich den Blick auf die Apokalypse. Ihr Motto erklang in Davos, als Greta Thunberg sagte: „I want you to panic!“

  

Der Freitag ist der Tag ihres Protestes gegen die drohende Katastrophe. Dass diese jungen Menschen am Tag der Kreuzigung Jesu demonstrieren, wissen sie nicht, und es muss sie auch kein Besserwisser darüber belehren. Sie werden auch kein Buch über das Symbol des Kreuzes lesen, um die Erfahrung zu teilen: Das Kreuz ist da. Die junge Generation spürt auf ihre Weise ein tiefes Eintauchen in die Passion. Sie sehen die Nägel und die Dornenkrone und ahnen, dass der bittere Kelch an ihnen nicht vorübergehen wird. Die Stunde ihrer Bewährung hat begonnen. Seien wir also zuversichtlich!

 

Haus Sonnenschein

Bad Salzdetfurth im November 2019

Uwe Wolff 

 

 

 

 

 

 

Künstler in Skagen:
Der Abend des Heiligen Hans


„Bilder sind immer
irgendeine Wiedergabe anderer Bilder.“
Per Kirkeby



 

 
 

Als Undine zwei Kombitickets im Skagener Kunstmuseum bezahlt, staune ich über den abenteuerlichen Preis. Mit Rollator wäre der Eintritt frei gewesen. Vielleicht ist das ein Grund, warum einige rüstige Rentner mit rollenden Gehhilfen anreisen und diese gleich im ersten Bildersaal parken. Vielleicht ist es aber auch die berühmte heilende Kraft der Kunst, die hier oben im nördlichsten Zipfel Dänemarks erfahrbar wird.

Immer wieder sehe ich mich mit Fragen konfrontiert, auf die ich keine Antwort habe. Das betrifft auch die eigene Familiengeschichte. So besaß Oma Selma einen Schwerbehindertenausweis, der ihr die kostenlose Benutzung der städtischen Busse von Münster erlaubte. Sie war damals so alt wie ich es heute bin. Oma Selma lief jedem davon, und noch in ihrem 103. Lebensjahr bewegte sie sich ohne Rollator zu Heiligen Messe. Allerdings recht langsam.

Vendsyssel heißt das Land zwischen Kattegat und Skagerrak. Nördlich von Skagen vereinigen sich Nordsee und Ostsee. Ein Kraftort für Künstler und Lebenskünstler. Im Jahr 1874 gründeten hier Michael Anker (1849-1927) und sein Malerfreund Karl Madsen (1855-1958) eine Künstlerkolonie, wie sie beinahe zeitgleich auch in Worpswede und Pont-Aven erprobt wurde. Seevögel leben in Kolonien. So ein Vogelfelsen im blauen Meer sieht recht malerisch aus. Doch trügt der romantische Eindruck. Unter Vögeln herrscht eine brutale Hackordnung wie in einer Künstlerkolonie.

 
 

Geblieben ist in Skagen die Erinnerung an eine spannungsvolle Zeit dänischer Malerei. Michael Anker logierte im Hotel von Erik Brøndum. Manche Rechnung konnte er durch ein Bild begleichen. Heute hängen diese Bilder neben vielen anderen im ehemaligen Speisesaal des Hotels. Er bildet die Keimzelle für das Skagener Kunsthaus. Während der Besatzungszeit waren die Bilder ausgelagert, denn das deutsche Militär nutzte den Bildersaal als Turnhalle.

Erik Brøndum hatte eine begabte Tochter. Er erkannte ihr Talent und förderte es durch privaten Kunstunterricht. Die Kopenhagener Akademie stand jungen Frauen nicht offen.. Anna Brøndum (1859-1935) galt seit frühster Kindheit als ein ganz besonderes Kind. Denn in der Nacht, als ihre Mutter mit ihr niederkam, wohnte Hans Christian Andersen in Brøndums Hotel und alle sahen darin ein Zeichen der Vorsehung, von deren gütigem Walten dieser Däne überzeugt war. Anna war fünfzehn Jahre jung, als sie sich in den zehn Jahre älteren Michael Anker verliebte. Mit 18 Jahren verlobte sie sich, mit 21 heiratete sie ihn. Michael und Anna Ancher führten eine Künstlerehe in gegenseitigem Respekt. Ein Familienidyll wie auf den Bildern von Carl Larsson.

 

 
Das berühmteste Bild der Skagener Maler zeigt Anna Ancher mit ihrer Freundin Marie Krøyer (1867-1940) bei einem Spaziergang an der Nordsee. Es trägt den Titel „Sommerabend am Skagener Südstrand“ (1883) und wurde von Peder Severin Krøyer (1851-1909) gemalt.
 
In bodenlangen weißen Sommerkleidern gehen Krøyers junge Ehefrau Marie und Anna Ancher in ein Gespräch vertieft am Saum des Meeres. Der Betrachter sieht sie vor dem verschwimmenden Horizont der drei Elemente: Meer, Luft und Dünen gehen am Ende des Weges ineinander über. Ein Grenzgang in der blauen Stunde. Ein romantisches Bild der Sehnsucht nach Unendlichkeit. Nichts trübt diesen Moment der Innigkeit und Einheit mit der Natur, kein fremdes Ohr lauscht dem Gespräch. Die Frauen haben ihre weiten, weißen Kleider mit gelbgoldenen Gürteln eng um den Leib geschnürt. Eine Frau trägt einen Sonnenhut auf dem Kopf. Die andere hat ihn abgelegt und hält ihn in der linken Hand. Hat P.S. Krøyer hier ein Zeichen der Entgrenzung gesetzt?
 
 
 
 
Ein frühes Doppelportrait zeigt ihn an der Seite seiner schönen Frau mit ihren ebenmässigen Gesichtszügen. Krøyer dagegen schaut angestrengt. Der Betrachter glaubt einen Schatten in seinem Gesicht zu sehen, eine in Zaum gehaltene negative Energie. Anders als Michael und Anna Ancher führten Marie und Peder Severin Krøyer keine Ehe auf Augenhöhe. Er besaß Genie. Sie Talent. Bille August hat Szenen dieser Ehe ins Bild gesetzt. Der Film heißt „Balladen om Marie Krøyer“ (2012), fiel bei der Kritik durch und kam nicht in die deutschen Kinos.

Krøyer konnte über viele Jahre mit geradezu manischer Kraft und Kreativität seine Bilder malen. Dann ließen seine schöpferischen Kräfte nach. Eine Arbeit, die früher in zwei oder drei Tagen erledigt war, brauchte nun lange Zeit. Er wurde schwermütig, kam 1900 in psychiatrische Behandlung. Marie Krøyer reiste während dieser Krise nach Sizilien und verliebte sich 1902 in den schwedischen Komponisten Hugo Alfvén (1872-1960). Krøyer versuchte, seine Ehe zu retten. Er lud Marie und ihren Liebhaber nach Skagen ein. Hugo Alfvén reiste mit seiner neuen Komposition „Midsommarvaka“ (op. 19) an.

 
 
 
 
 

„Schau’ mal der Hund!“, ruft Undine. Wir gehen wie immer getrennt durch die Bildersammlung des Skagener Museums. Denn jedes Auge sieht anders und will anderes sehen. Eine schöne Frau mit ihrem Hund am Strand. Eine noch schönere lesende Frau unter Apfelbäumen. Zu ihren Füßen ruht ein Hund: Ich bin froh, dass Tobit der Zutritt zum Museum verboten ist.

„Den Hund habe ich schon gesehen“, behaupte ich und ergänze: „Sehr schön getroffen.“

Mädchen müssen immer etwas mit sich herumschleppen, denke ich - Puppen, Einhörner, Nixen. Junge Frauen halten ihre Kinder im Arm oder an der Hand. Reife Frauen brauchen einen Hund an ihrer Seite und offensichtlich einen Künstler, der dieses Bild verewigt. Da ich nicht malen kann, sage ich zu Undine:

„Wenn wir wieder daheim sind, werde ich Edda Grossmann bitten, dich und Tobit zu malen. Vielleicht bei einer Besteigung des Brocken, denn Bilder von Wanderlust sind gerade wieder in Mode gekommen!“

Über die dänischen Maler und ihre Bilder wissen wir zunächst nichts. Unsere Eindrücke sind unmittelbar. Wir betrachten, wir tauschen uns aus. Ich höre zu und fühle mich bereichert. Ich höre weg, denn ich will mich in meinem eigenen Gedankenstrom nicht stören lassen. Wir lesen die spärlichen Informationsblätter. Ins Ferienhaus zurückgekehrt, beginnen wir unsere Studien. So bildet sich ein Mosaik. Erst im Rückblick entsteht ein erstes Bild von den Bildern.

Der Sommerabend in der blauen Meeresstunde ist kein Idyll, sondern eine Ahnung. Vor dem Horizont der Unendlichkeit werden die letzten, die wesentlichen Fragen gestellt. Als das Bild im Jahr 1978 auf einer Auktion angeboten wurde, versuchte es der Direktor des Skagener Museums für seine Sammlung zu erwerben. Axel Springer überbot ihn. Tief erschüttert durch den Freitod seines Sohnes suchte er Orientierung auch in letzten Fragen. Als er sah, welche Bedeutung der Gang in die Blaue Stunde für viele Dänen hatte, verfügte er die Übergabe des Bildes nach seinem Tod an das Skagener Museum. In der Widmung bezeichnete er sein Geschenk als Gabe der Dankbarkeit für das dänische Volk, das im Oktober 1943 vielen Juden die Flucht nach Schweden ermöglicht hatte. Diese Stiftung gibt dem Bild eine Tiefendimension, die weit über das Schicksal der Frauen hinausweist. Da hat jemand etwas gesehen, was wir nicht sahen, aber in Zukunft immer sehen werden.
 
 

 
 
 

War der Sommerabend ein Bild der Vorbereitung zur Flucht? Krøyer konnte seine Ehe nicht retten. Marie heiratete Hugo Alfvén und führte eine unglückliche Ehe, die schließlich geschieden wurde, denn der schwedische Musiker betrog sie von Anfang an. In seinen letzten Lebensjahren arbeitete Krøyer an einem Bild „Sankt Hansblus på Skagen strand“ - „Johannisfeuer am Strand von Skagen“ (1906). Es zeigt Dorfbewohner und Mitglieder der Künstlerkolonie am Vorabend des 24. Juni. Um das lodernde Feuer tanzen Kinder. Hinter ihnen lehnen sich Alfvén und Marie an ein Boot am Strand. Ein Bild der Versöhnung des Malers mit der Vergangenheit.
 
 

Unter den bekannten Künstlern auf der rechten Seite des Gemäldes steht der Dichter und Maler Holger Drachmann (1846-1908) mit seiner Frau. Noch heute wird am Sankt-Hans-Aften, wie die Dänen den Mittsommerabend nennen, Drachmanns Midsommervise „Vi elsker vort land“ - „Wir lieben unser Land“ (1885) gesungen. Eine Liebeserklärung an Dänemark und die Bekundung von Wehrbereitschaft gegenüber allen Feinden. Heimatliebe und Nationalismus verbinden sich in Drachmanns Hymne:

„Vi elsker vort land,
og med sværdet i hånd“

Wir finden die Mitsommer-Hymne „mit dem Schwert in der Hand“ nicht auf der CD mit Drachmann-Liedern, die Undine in dem Museumsshop kauft. Dafür schöne romantische Liebeslieder.
 

 
 
 

In Drachmanns Hus sind wir die einzigen Besucher. Hier treffen wir Lars. Er sitzt in der Sonne vor dem kleinen Museum und freut sich über die Abwechslung. Lars hat das fünfzigste Lebensjahr überschritten, ist aber noch sehr gut in Form. Wir glauben ihm sofort, dass er in Aarhus Karate unterrichtet hat. In dieser Universitätsstadt begann er Søren Kierkegaard zu lesen und ist ihm treu geblieben. Kierkegaard war schrullig, verwachsen, ein Kauz und Trollkind - also das glatte Gegenteil dieses wahrhaft nordischen Recken, der mühelos sein Ruderboot über den Atlantik nach Island gesteuert hätte.

Kein Tag vergehe ohne einen Blick in das Werk dieses dänischen Philosophen. Dass Denken traurig und einsam und die Lektüre Kierkegaards depressiv mache, kann Lars nicht bestätigen. Kierkegaard sei von untergründigem Witz wie Franz Kafka. Kierkegaard sei ein unabhängiger Geist gewesen. Er habe sich in seinem Schreiben nicht am Geschmack des Publikums orientiert. Durch das geerbte Vermögen seines Vaters war er versorgt. Als er starb, hatte er die letzte Krone ausgegeben. Ein Lebenskünstler.

Kierkegaard hat seine Verlobung mit Regine Olsen aufgelöst und ist nie wieder eine Beziehung eingegangen. Während Lars mit uns im großen Atelier von Holger Drachmann plaudert, hat draußen auf der Bank in der Sonne eine große blonde Dänin Platz genommen. Es ist 16.00 Uhr. Das Museum schließt. Wir verlassen das Drachmann-Haus. Ich frage Lars, welchen Beruf er ausübt, wenn er nicht als Museumswächter tätig ist. Die Frage führt offensichtlich auf ein zu weites Feld.

„Auf Kierkegaard wartete keine schöne Dänin, wenn er sein Haus verließ“, sagt Undine im Gehen. Das ist wohl wahr.

Holger Drachmann war dreimal verheiratet und hatte wie Hugo Alfvén zahlreiche Frauengeschichten. Ein Womenizer hatte Lars ihn genannt. Der Sohn eines Marinearztes machte eine Ausbildung zum Marinemaler, bereiste die Welt, wurde zum meist diskutierten dänischen Schriftsteller seiner Zeit. Sein schriftstellerisches Werk zählt über 50 Bände. Heute ist es nahezu vergessen.

Vergessen sind auch die Namen der meisten Künstler, die in Skagen lebten. Das Lager des Museums quillt von Bildern über, die niemand je gesehen hat. Im Sommer werden diese Staubfänger ihren Stiftern zurückgegeben oder auf Loppetmärkten verramscht. Doch vor diesem Ende werden sie einmal das Licht der Öffentlichkeit erblicken und im Museum aufgehängt werden. „So long - Adieu - Auf Wiedersehen. Vom Keller in ein neues Zuhause“ lautet der Titel der kommenden Ausstellung.

Nachdem Hans Christian Andersen Skagen besucht hatte, schrieb er die Erzählung „Eine Geschichte aus den Sanddünen“ (1860). Sie beginnt in Spanien. Hier sprechen zwei Liebende über die Vergänglichkeit, ein Thema, das Andersen bewegte.

„Mir aber genügt nur diese Welt!“, rief der Mann und umschlang sein schönes, liebliches Weib, rauchte eine Zigarre auf dem offenen Altan, wo die kühle Luft erfüllt war mit dem Duft der Orangen und Nelken. Musik und Kastagnetten erklangen von der Straße herauf, die Sterne flimmerten von oben herab, und zwei Augen voller Liebe, die Augen seines Weibes, schauten ihn mit dem ewigen Leben der Liebe an.
„Eine solche Minute“, sprach er, „ist es wohl wert, dass man geboren wird, empfindet und - verschwindet!“ Und er lächelte. Die junge Frau hob die Hand mit mildem Vorwurf - und der Schatten auf ihrer Welt war wieder verschwunden, sie waren gar zu glücklich.“

Vielleicht erleben die vergessenen Bilder jene Minute, für die es sich lohnt, gemalt worden zu sein. Drachmann starb zwei Jahre, nachdem Krøyer ihn auf seinem Mitsommernachtsbild portraitiert hatte, in Hornbæk. Seine Asche wurde in den Dünen vor Skagen beigesetzt. Holger Drachmanns Bilder zeigen immer wieder die dramatische Seite des Meeres. In einer Reisebeschreibung von Skagen schrieb Drachmann:

„Hier ist eine Wüstenlandschaft, die einen zermalmen kann. Entweder graues Gelb mit blaugrauer Luft darüber, oder glänzendes Weiß mit knallender blauer Luft darüber. Wenn man diese Landschaft malt, dann sollte man nicht einige Spuren von Menschenstiefeln oder Möwenknochen im Vordergrund vergessen. Weit draußen über der ungeheuren Fläche geht ein winziger Fischer. Hier draußen wird man ganz leicht zu einem Nichts.“

 
 

In diesen Tagen im wunderschönen Monat Mai erleben wir eine ganz andere Stimmung am Meer. Johannis, der Tag des Heiligen Hans, liegt noch in der Ferne, doch sind die Abende bereits vom Licht der hellen Nächte durchflutet. In Lønstrup bummeln wir durch die Gallerien und entdecken die Butik Hørnhuset mit Kleidern und Tischdecken aus schwedischen Leinen. Klässbols heißt der kleine Ort in Värmland, in dem Else Marie Overgaard den Tischläufer Lønstrup hat fertigen lassen. Die weißen und hellblauen Linien fangen jene Stimmung ein, die täglich vor unseren Augen liegt. Von Klässbols haben wir bisher noch nie etwas gehört. Jetzt wissen wir, dass die kleine Leinenweberei mit ihren handgefertigen Tischdecken nicht nur das Königliche Haus beliefert, sondern auch die Tische beim Bankett der Nobelpreisträger eindeckt.

Wir aber schauen über unseren kleinen Lønstrupläufer auf das stille Meer im Sonnenschein und lesen Verse von Holger Drachmann:


Helle Nächte

Am Strande regt sich nicht das kleinste Blatt;
das Meer wogt silberhell ans Gestad’.
Die letzten Strahlen haben nun die Wogen
mit Himmels rotem Schmelze überzogen.
Du schaust auf unendliche Weiten
aus Kindheitstagen ohne dunkle Seiten
wehmütig froh: -
ihr weißen - Nächte, ach ihr hellen Zeiten!

Lyse Nætter

Paa Stranden skælver ej det mindste Blad;
Her ruller Søen sølvblank ud sit Bad,
Og Solnedgangen lejrer sig derover.
I Himlen smeltes ind de bløde Vover,
Du skuer mod uendelige Sletter
Af Barndomsminder uden mørke Pletter,
Vemodig glad: –
De lyse- Nætter, ak de lyse Nætter!


Lichte Zeiten, dunkle Zeiten. Zeiten des Wachsens und Reifens in der Berufung. Zeiten des Aufbaus einer Familie. Zeiten des Abschieds und des Verlustes. Zeit der Entsagung. Zeit der Versöhnung. Zeit, dass etwas Neues kommt und andere das Ruder übernehmen.

„Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Johannes 3.30) Das berühmte Wort Johannes des Täufers war nicht diätetisch gemeint. Es markiert den Abschluss seines prophetischen Auftrages. Die Zeit hatte sich erfüllt. Ein neuer Mann kam. Johannes ist der Heilige Hans. Mittsommer wurde sein Fest. Denn nun nehmen die lichten Tagen wieder ab. Die Nächte werden länger. Das Dunkel wird wachsen.



 


 

 

  

  

 Wir sind auf dem Weg.

Werden wir dem genügen, was wir sind?

Wird sich in uns entfalten, was in uns angelegt worden ist?

Die Reifeprüfung liegt nicht am Ende der Jugendzeit.

Die Reifeprüfung ist das Leben. 

 

  

 

Die Hexe Zilly

 

Wir führten ein einfaches Leben im Einklang mit der Natur. Wir, das sind Rüdiger und ich. Was wir erlebt, haben alle in ähnlicher Weise erfahren. Unsere Generation. Ich schreibe die Geschichte meiner Generation.

 

Rüdiger und ich stehen auf roten Sandsteinplatten. Der Vater hat sie mit der Maurerkelle auf Bausand verlegt. Das üppig sprießende Unkraut zwischen den Bruchsteinen hatte ich zu jäten. Am Wegesrand Rosen, die bald rot blühen werden. Über ihren Wurzeln ist Torf gehäufelt worden. Ein Winterschutz, bei dessen Verteilung ich geholfen habe. Mit meinen kleinen Händen konnte ich den Torf zwischen den dornenreichen Ästen verstreuen. Das kostete immer eine Verletzung. Blut wurde abgeleckt, denn Spucke ist ein gutes Pflaster. Daher weiß ich, dass mein Blut wie Rotbäckchen Saft nach Eisen schmeckt. Eisen lässt sich nicht leicht verbiegen. 

 

Wir sahen, wie Gärten und Wege angelegt wurden. Wir übten uns in vielen handwerklichen Tätigkeiten. Der Dorn stach, die umkippende Steinplatte klemmte den Finger ein, sodass der Nagel blau anlief. Kein Problem. Er würde irgendwann von selbst abfallen. Das Leben war ein Wunder.

 

Der Arm verletzt, das Bein vertreten, die Stirn blutig geschlagen und immer fröhlich dabei, weil der Freund an der Seite steht. Wir spürten das Leben im pulsierenden Finger, unter dem Schorf der Wunde, in der dicken Beule. 

 

Von Schätzen wussten wir nichts. Es gab kein Taschengeld, auch keine Belohnung für die tägliche Mitarbeit in Haus und Garten. Daher hatten wir auch nichts zu verstecken. Unsere Hosentaschen waren leer, und deshalb waren wir so fröhlich. Jeder sah es uns an der Nasenspitze an: Die kleinen Strolche hatten ein reines Gewissen.

 

Der Vater war glücklich, wenn er uns fröhliche Gesellen sah. Einen Freund hatte er immer vermisst. Aber das wusste ich damals noch nicht. „Die beiden Räuber“, nannte er uns gerne oder „Die Zigeuner“. Räuber haben wir nie gesehen. Bei uns gab es nichts zu rauben. Deshalb standen die Türen offen. Zigeuner kamen oft vorbei. Auch sie führten ein einfaches Leben und verbrachten wie wir den größten Teil des Tages im Freien. Als Scheren- und Messerschleifer boten sie ihre Dienste an. Ihre Arbeit verrichteten sie auf der Straße. Zigeuner und Räuber halten zusammen wie Pech und Schwefel. 

 

Der Umgang mit Hexen war dagegen schwierig, weil wir sie nie zu Gesicht bekamen. Am Rand der kleinen Siedlung stand ein halb verfallenes westfälisches Bauernhaus. Hier sollte die Zilly mit ihren vielen Kindern wohnen. Die Zilly hatte keinen Mann und ging keiner Arbeit nach. Nicht einmal einen Kräutergarten hatte sie  angelegt. Auf dem Hof streunte kein schwarzer Kater und kein Besen stand vor der Tür. Es war wie verhext.

 

 

 

Nie stieg aus dem Schornstein des Hauses Rauch auf. Vielleicht wohnte hier im alten Gemäuer die Witti. So nannte Oma Selma den kleinen Waldkauz, den sie handzahm gemacht hatte. 

 

Eulen sind nachtaktiv. Rüdiger und ich mussten unsere Spiele auf den Tag beschränken. In der Abenddämmerung berührten sich unsere Lebenskreise. Oma Selma öffnete ein Fenster und rief: 

 

 

„Witti - komm!“ 

 

Der Waldkauz antwortete: „Kuwitt!“ 

 

 

„Kuwitt" bedeute „Komm - mit!“ So hatte Oma Selma einmal den Ruf erklärt. Wohin uns die Witti führen wollte, sagte sie nicht. Vielleicht ins Haus der Zilly? 

 

Oma Selma kochte gerne Hühnersuppe. Ich habe nie verstanden, warum die Witti das beste Fleisch bekam und nicht Opa Franz. Das kleine Hühnerherz galt als Delikatesse. Ein Schauder durchfuhr mich, als ich es sah. Die Witti aber fraß es Oma Selma aus der Hand. Auch Rüdiger fütterte die Witti und konnte ihr sogar den Nacken unterm Federkleid kraulen.

 

Wir lungerten oft vor dem Haus der Zilly herum und versuchten durch die Fenster einen Blick ins Innere zu erhaschen. Der Ort hatte eine besondere Ausstrahlung. Sie war nicht gut und nicht böse. Wir hätten sie daher nicht beschreiben können. Aber wir spürten die Kraft, die von ihm ausging. Die Zilly war nicht da und genau deshalb ungeheuer anwesend. Zum ersten Mal kamen wir mit einem großen Gesetz des Lebens in Berührung. 

Eine Aura besaß auch die katholische Sankt-Ida-Kirche. Wenn wir durch die bunten Kirchenfenster schauten, sahen wir ein rotes Licht über einem Kästchen leuchten. Im Haus der Zilly stand ein Fernseher, der nie lief. In dem Kästchen wohne Gott, hatte Oma Selma gesagt, und in dem Hexenhaus die Zilly. So oft wir durch die Fenster schauten, wir konnten weder Gott noch die Zilly sehen. Aber es gab beide. Ganz gewiss. Vielleicht wohnten sie an ganz anderen Orten als in der Kirche und dem Hexenhaus. Die Welt war voller Geheimnisse. 

 

Jahrzehnte sind seit jenen Kindertagen vergangen, aber noch immer ist das Leben wunderbar im Ganzen. Alles, alles ist da - nichts geht verloren. Das gilt auch für unsere Witti. Die Witti und mit ihr alle deutschen Waldkauze wurden zum Vogel des Jahres 2017 erklärt. Nur zähmen ist nicht mehr erlaubt. Heute hätten Oma Selma und Rüdiger mit einer Anzeige wegen des Verstosses gegen das Artenschutzgesetz zu rechnen.

 

 

 

 

Lob des einfachen Lebens

 

Das Leben war einfach. Vielleicht war früher sogar einiges besser: Ein kurzes Strickhöschen reichte als Kleidung vom Frühjahr bis zu den Herbststürmen.

 

Blondes und braunes Haar, mehr gerupft als geschnitten von der Mutter oder dem Vater. Die Effilierscheren so alt und stumpf, dass jeder Schnitt ziepte. So erfuhren wir, dass Haare in der Kopfhaut verwurzelt sind. 

 

Ältere Geschwister zu haben, ist manchmal von Vorteil, wenn sie blaue Turnschuhe und eine schwarze Turnhose vererben. Diese Erbstücke waren immer eine oder zwei Nummern zu groß, sodass sie noch im nächsten Jahr Freude schenkten. 

 

Kinder des Wirtschaftswunders. Generation Babyboomer: In den Schlafzimmern der Eltern herrschte eine Willkommenskultur für Kinder. Rüdiger war ein Nachkömmling. Er trug die abgelegten Kleider seiner älteren Geschwister. Ein Flanellhemd des älteren Bruders, wollene Strümpfe, Hüftgürtel und Leibchen der Schwester. Darüber eine großzügig geschnittene schwarze Unterhose. Wem gehörte sie einst? 

 

Glückliche und sorglose Zeit! An Kleidung war nie ein Mangel, und alles konnte miteinander kombiniert werden! 

 

Ich war das Erstgeborene von vier Kindern, trug dennoch nicht die erste Wahl. Onkel Johannes und die Verwandtschaft aus Amerika schickten regelmässig Kleider. Sie waren aus Königsberg vertrieben worden und hatten nach dem Schrecken der Russenzeit Deutschland für immer verlassen. 

 

Es waren zwei Flüchtlingskinder, die hatten einander so lieb: Onkel Johannes war der Bruder unserer Mutter. Im November 1955 fuhr er auf dem ehemaligen Truppentransporter „General Langfitt“ von Bremen-Lesum nach New York. 13 Tage dauerte die Seefahrt. Im Gepäck hat er eine Kuckucksuhr. Das Abschiedsgeschenk seiner Kollegen von der Bremer Landesbank. Bei der Ausfahrt des Schiffes spielte die Kapelle: 

 

 

„Muss i denn, muss i denn zum Städele hinaus…“ 

 

 

Fünf Jahre später wurde Elvis Presley während seines Armeedienstes in Deutschland auf diesen Brauch aufmerksam und machte das alte deutsche Wanderlied zu seinem Plattenerfolg.

 

Das Aufwachsen in einer Recycling-Gesellschaft, das freie Leben auf der Straße und in den Wäldern hat unsere Kindheit geprägt. Niemand führte für uns einen Terminkalender und traf Verabredungen zum Spiel. Niemand griff ein, wenn wir uns kloppten. Niemand lobte unsere Kompetenzen beim Spiel. Das Leben war herrlich!

 

Es gab keine Container für Altglas, Papier, Schuhe oder Kleider. Flaschen und Weckgläser wurden ausgespült und wieder verwendet. Mit altem Papier wurde das Feuer im Koksoffen entfacht. 

 

Der Vater  besaß einen Dreifuß. Ihn brauchte er zur Besohlung alter Schuhe. Selbst die Knöpfe abgelegter Hemden wurden in einer alten Dose zur Wiederverwendung gesammelt. Welch ein farbenfroher Schatz! 

 

Geöffnete Konservendosen eigneten sich wunderbar zur Aufbewahrung von alten Schrauben und Muttern. Nägel wurden vom Vater aus der Wand oder dem Holz gezogen und mit dem Hammer wieder begradigt. 

 

In den Sechziger Jahren folgten mir drei Geschwister. Da war Rüdigers großer Bruder bereits in die weite Welt gezogen. Die Berliner Schering AG hatte die erste Antibabypille auf den deutschen Markt gebracht. Rüdigers Bruder vertrat dieses Produkt in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans. 

 

 

 

Kasperletheater

 

Kein Kino, kein Fernsehen, kein Theater, keine Schallplatten. Nichts lenkte uns vom Gesang der Vögel, dem Wiehern der Pferde, dem Muhen der Kühe und dem Bellen der Hunde ab. Die Welt war Klang, und wir stimmten mit ein. Wir sangen die alten Volkslieder und pfiffen den Vögeln nach. Rüdiger war ein Meister im Pfeifen durch die Zähne. 

 

Kasperle wurde im Kindergarten gespielt. Später sahen wir die Aufführungen der Augsburger Puppenkiste und lernten neue Lieder. Wir spielen auf der Terrasse. In Blickweite der Kindergarten St. Ida, den wir gemeinsam besuchten. 

 

So lange der Sommer währte, hatten Kinder im Haus nichts zu suchen. Unsere Spielräume waren die Straße, Wiesen und Wälder. Rüdigers Vater hatte ein großzügiges Wohnzimmer bauen lassen, wie nur Bauingenieure es können. Der Wohnraum mit Sitzecke und Blumenfenster wurde durch einen Kachelofen beheizt. Das Wohnzimmer ging in ein Esszimmer über, das durch einen Vorhang abgetrennt werden konnte. 

 

Einen Vorhang zu öffnen und zu schließen macht viel Freude. Auch mein Kasperletheater besaß einen Vorhang, der mit Rollen an einer Schiene befestigt worden war. Mein Vater hatte das Kasperletheater gebaut. Deshalb hielt der Vorgang noch in der größten Balgerei. Warum riss der Vorhang in Rüdigers Elternhaus aus der Schiene, als ich an ihm hochkletterte? Das ist mir heute noch ein Rätsel. Rüdigers Vater ließ meinen Vater kommen und die Sache instandsetzen. Darin fand wohl auch eine Rangordnung Ausdruck. Der Bauingenieur war älter, kräftiger und vermögender als mein Vater. Ein Herrscher. Aber einen Vorhang konnte er nicht richtig befestigen.

 

Krokodil, Polizist, Kasper, Gretel und ein König gehörten zu den Figuren, mit denen wir spielten. England, Spanien, Griechenland, Holland, Belgien, Norwegen, Dänemark, Schweden - die meisten Völker hatten einen König. Das hatte Oma Selma gesagt. Sie wusste auch, wie man als Kind von einem Kaiser spricht:

 

 

„Der Kaiser ist ein lieber Mann,

er wohnet in Berlin.

Und wär’ das nicht so weit von hier,

so ging’ ich heut’ noch hin.“

 

 

Oma Selma hatte Kaiser Wilhelm II. in ihrer Heimatstadt Breslau gesehen. Das war vor dem Ersten Weltkrieg. Jetzt war der Kaiser schon lange tot, und Berlin nicht mehr die Hauptstadt Deutschlands. Oma Selma lebte noch nimmer und würde sehr lange leben. Munter überschritt sie die Jahrtausendwende und wurde 104 Jahre alt. So lebte sie in drei Jahrhunderten und zwei Jahrtausenden. Aber noch ist sie jung. Gerade einmal sechzig Jahre.

 

Einen deutschen König gab es nur noch im Kasperletheater. Ich wollte König sein. In meiner Rechten halte ich mein Wunschbild. Rüdiger setzt zum Angriff mit Gretel. So hieß seine Mutter. Sie malte gelegentlich nach einer Vorlage. Die Bilder hingen im Treppenaufgang: Dürers betende Hände, Berge des Sudetenlands und eine spanische Zigeunerin mit halb nackter Brust. Rüdigers Mutter war zuständig für Renovierungsarbeiten. Statt eine Raufasertapete zu kleben, strich sie die Wände mit weißer Farbe, unter die sie Sägespäne gemischt hatte. 

 

Ein Foto von uns Spielern: Rüdigers Gesicht zeigt konzentrierte Energie. Das Foto ist ein Standbild wie alle Aufnahmen aus jenen Jahren. Schnappschüsse waren unerwünscht, denn ihr Erfolg war ungewiss und kostete somit unnötiges Geld. Die digitale Aufnahmetechnik mit ihrer Bilderflut lag in sehr weiter Ferne. Damals wurde ein Foto gemacht. Eingeklebt in das Album und beschriftet lebt es noch heute.  

 

 

 

Im Rasen hinter dem Elternhaus steckten zwei Wäschestangen. Wenn man eine Stange in die Halterungen legte, konnten Teppiche geklopft werden. Ich hatte die eine Seite des Teppichs zu halten, während der Vater so kräftig zuschlug, dass ich meine Fingernägel und den Staub der vergangenen Monate deutlich spürte. Die Stange konnte tiefer gelegt werden und schon hatten wir ein kleines Freilichttheater. Opa Franz sah unser Spiel mit Freude. Er war Laiendarsteller und hatte Oma Selma in einer Breslauer Spielschar kennengelernt.

 

 

 

 

Katholiken haben zwei Geburtstage

 

Der Zahnwechsel hat noch nicht begonnen. Ein sicheres Zeichen, dass die Schule noch fern liegt. Wir sind im Kindergartenalter. Der Lichterkranz steht auf dem Tisch. In seiner Mitte brennt das Lebenslicht. Es ist ein Symbol für die Einzigartigkeit des Lebens. Sein Urbild brennt an verborgenem Ort. Wenn es erlischt, stirbt der Mensch. Um das Lebenslicht herum brennen weitere Kerzen. Für jedes Lebensjahr eine. Vier müssen es sein. 

 

Es ist daher der 27. Juli 1959. Zur Feier des Tages wird ein Farbphoto gemacht. Wir sitzen auf der Knüppelholzgarnitur im Garten. Rüdiger auf einem Stuhl, breit genug für den dicken Pöter von Tante Martha, ich auf der Bank von Opa Franz. Hinter Rüdiger blühen die Gladiolen. Auf dem Tisch stehen Kosmeen. Wir lächeln im Sonntagsstaat, wie es sich gehört, wenn ein Geburtstagsphoto gemacht wird.

 

Auf der gestickten Tischdecke liegt das Geburtstagsgeschenk. Eine Packung mit Katzenzungen. Vor der kleinen Vase stehen vier rosafarbene Gummipüppchen. Ein sicheres Indiz, dass Rüdiger und ich den vierten Geburtstag feiern. Denn die Mutter verfügte über einen tiefen Symbolsinn. Die Gummipüppchen waren in Zehnerreihen zu kaufen. Die Abtrennung war an diesem Festtag gewiss nicht aus Gründen der sonst immer gebotenen Sparsamkeit erfolgt. Auch die Kosmeen waren ein Symbol. In Erinnerung an ihre Großmutter wurden sie „Großmutterblümchen“ genannt. 

 

Rüdigers Familie stammte aus dem Sudentenland. Wir waren Flüchtlingskinder, Kinder von Vertriebenen, Geschlagenen, Gefangenen, Missbrauchten, Ermordeten. Die Mutter hatte beide Eltern verloren. Sie hießen Gertrud und Hermann Moeck wie die Blockflöte, auf der ich spielen lernte. Die Toten feierten unsere Geburtstage mit. Sie waren jetzt in der himmlischen Heimat. Wir dagegen wohnten in neu erbauten Häusern und lebten doch in der Fremde. Manchmal weinten die Alten in Erinnerung an die verlorene Heimat. Heute freuten sie sich. Unsere Freude gab ihrem Überleben Sinn.

 

Der Sommerwind fährt durch die Kerze. Ein Festtag kann durch das Erlöschen des Lebenslichtes jäh beendet werden. Gut, wer dann einen Schutzpatron an seiner Seite wusste. Rüdiger hatte zweimal Geburtstag. Er war Katholik, und die begingen ihren Namenstag, an dem sie reichhaltiger beschenkt wurden als an ihrem Geburtstag. Kein Wunder, dass Rüdiger so strahlt. 

 

Ein Stück Torte gab es für jeden. Dazu ein Glas Wasser mit Himbeersirup. Der Strohhalm diente dem Schutz vor Wespen, die gerne das Glas umkreisten oder in süßer Trunkenheit hineintauchten. Dieser Tag aber ist besonders glücklich, weil der Wind weht, ohne das Lebenslicht zu löschen, und die Wespen fernhält. 

 

Frisch geschnitten sind unsere Haare. So gehört es sich bei einem festlichen Anlass wie diesem. Jeder kennt die ungeschriebenen Gesetze und weiß, was sich gehört oder ungehörig ist. Rüdiger trägt sogar ein weißes Hemd und ein helles Höschen. Gab es außer ihm noch weitere Gäste? Reinhard Flott vielleicht oder seine Schwester Doris? Sigrid Rendemann? Die Brocke-Töchter und Rendemanns älteste Kinder gingen ihre eigenen Wege wie die einzige Tochter der Wolfen. Nein, ein Freund genügt.

 

 

 

 

Der Nickneger und seine zehn kleinen Negerlein

 

Ein gespanntes Seil in der Eingangstür zum Kindergarten. Darüber gelegt eine Decke, dahinter Tante Anneliese und der Herr Kaplan. Zwei oder vier Figuren – mehr bedurfte es nicht, um 50 Kinder in Bann zu schlagen und 50 Mütter als Zuschauer zu erfreuen. Rüdiger legt die Beine übereinander und presst die Oberschenkel zusammen. Mit seiner Rechten versucht er dem Druck der Blase Widerstand entgegenzusetzen. Rüdiger ist festlich mit Schlips gekleidet. Seine Mutter hat ihn die Haare in fast mönchischer Strenge rasiert. Nur noch die Tonsur fehlt. Neben ihm sitze ich im Spielhöschen, wie ich es am Strand von Wangerooge oder Borkum getragen habe. 

 

Wir sind eins mit dem Geschehen über dem Vorhang des Kasperletheaters. Es gibt nur diesen Moment. Mir stockt vor Spannung der Atem. Die Mädchen sitzen mit Blumenschmuck in den Händen. Sie tragen Zöpfe oder den sparsamen Pottschnitt. Auch sie zittern mit. Ein Junge verbirgt sein Gesicht hinter den Händen, ein älterer bohrt vor Aufregung in der Nase. Wir alle haben vergessen, dass hinter uns zur sicheren Wacht die Mütter Platz genommen haben.

 

Väter haben im Kindergarten nichts zu suchen. Sie arbeiten und verdienen das Geld. Eine Frau, die zusätzliches Geld für den Familienunterhalt verdienen muss, gereicht dem Mann nicht zur Ehre. Ein Zweitverdiener ist Ausdruck des Mangels. Die Erziehung von Kleinkindern ist Frauensache. Sie vermitteln uns die Lieder, Geschichten und Werte.

 

Kinder mit anderer Hautfarbe gab es im Kindergarten St. Ida nicht. Eine Ausnahme bildete unser Nickneger. Wir dachten, er sei der letzte aus der Reihe der zehn kleinen Negerlein. Dieses Lied sangen wir im Stuhlkreis mit besonderer Freude und lernten nebenbei das Zählen bis zum Zehnerübergang:

 

 

„Zehn kleine Negerknaben schlachteten ein Schwein;

Einer stach sich selber tot, da blieben nur noch neun.

 

Neun kleine Negerknaben, die gingen auf die Jagd;

Einer schoss den andern tot, da waren’s nur noch acht.

 

Acht kleine Negerknaben, die gingen und stahlen Rüben;

Den einen schlug der Bauer tot, da blieben nur noch sieben.

 

Sieben kleine Negerknaben begegnen einer Hex’;

Einen zaubert sie gleich weg, da blieben nur noch sechs.

 

Sechs kleine Negerknaben geh’n ohne Schuh und Strümpf';

Einer erkältet sich zu Tod, da blieben nur noch fünf.

 

Fünf kleine Negerknaben, die tranken bayrisch’ Bier;

Der eine trank, bis dass er barst, da waren’s nur noch vier.

 

Vier kleine Negerknaben, die kochten einen Brei;

Der eine fiel zum Kessel rein, da blieben nur noch drei.

 

Drei kleine Negerknaben spazierten am Bau vorbei;

Ein Stein fiel einem auf den Kopf – da blieben nur noch zwei.

 

Zwei kleine Negerknaben, die wuschen am Nil sich reine;

Den einen fraß ein Krokodil – da blieb nur noch der eine.

 

Ein kleiner Negerknabe nahm sich 'ne Mama;

Zehn kleine Negerknaben sind bald wieder da.“

 

 

Niemand von uns lebte in einer Familie mit zehn Kindern. Allein drei oder vier Kinder durchzufüttern, kostete viel Geld. Zehn Kinderlein frassen den Eltern die Haare vom Kopf. Daher brauchten das Negerlein und seine Mama dringend unsere Unterstützung. So ähnlich erklärte es der Kaplan. In der Fastenzeit forderte er uns auf, Süßigkeiten mitzubringen und in ein Kästchen zu legen, damit auch wir kleinen Seelen unser Opfer bringen. Der junge Priester im schwarzen Rock stellte eine Spendenbüchse für das Negerlein und seine Mama auf. Unser Neger hieß Nickneger. Wer in das Kästchen mit dem Nickneger eine Münze warf, dem dankte es das Negerlein durch sein Kopfnicken. Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt, sagte der Kaplan. Ich habe dem dunklen Gesellen nie eine Münze gespendet und nie ein Bußopfer während der Fastenzeit ins Kästchen gelegt. Ich wollte noch nicht in den Himmel springen, denn die Erde war schön.

 

Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen waren Autoritäten. Persönliches gaben sie nicht preis. Bei Tante Anneliese war das anders. Denn unsere Mutter und Tante Anneliese waren Freundinnen und sind es noch heute. So besuchte ich Tante Anneliese und Onkel Paul in ihrem kleinen Hexenhaus. Das war besonders an den Festtagen eine große Freude. Überall lagen zertretene Ostereier herum, und niemand nahm an der Unordnung Anstoss. Herrlich! Onkel Paul rauchte gemütlich Pfeife oder Zigarette, und im dunklen Flur brannte das Ewige Licht. Draußen im Zwinger bellte Blitz und sprang gegen das Gitter. 

 

Onkel Paul arbeitete bei der Güterabfertigung der Deutschen Bundesbahn. Dort hatte er von Blitzens Schicksal gehört. Der Schäferhund mit der Spürnase eines Trüffelschweins besaß sämtliche Eigenschaften eines sehr guten Polizeihundes. Doch seine Karriere bei der Bahnpolizei fand ein jähes Ende, als sich im Schießstand herausstellte, dass Blitz nicht schussfest war. Eine Tragödie für Blitz. Onkel Paul hatte Mitleid und gab ihm Asyl. Blitz konnte man nicht streicheln. Das Schicksal hatte seine Seele verhärtet, und er war bissig geworden. 

 

Viele Jahre später kam ein junger Kaplan aus Zaire und predigte in der St. Ida Kirche. Er hieß Dr. Mauritius Matata und hatte seine Doktorarbeit bei Johann Baptist Metz geschrieben. Er war für die Gemeinde wie ein junger Hirsch aus den Quellgründen Afrikas. Die Zeiten hatten sich geändert und mit ihr die Zahl jener jungen Männer aus Deutschland, die ein Priesterseminar besuchen wollten. Dr. Mauritus Matata holte den Nickneger aus dem Putzraum, wo er inzwischen abgestellt worden war, und nahm ihn wieder in Betrieb. Afrika habe Hunger, sagte der Priester. Er sprach von seinen neun Geschwistern, die alle von seinem Gehalt lebten. Wenn die Gemeinde heute nicht den Nickneger grosszügig füttere, stehen morgen Hunderttausende von Afrikanern vor den Toren Europas. Dabei lachte Dr. Mauritus Matata und zeigte seine tadellosen weißen Zähne. 

 

  

 

 

 

Wunder am Wegesrand

 

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt: Immer war Adventsstimmung.   Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter: Wir waren voller Erwartung und getragen von der Gewissheit: Ein Wunder könne sich jederzeit ereignen. 

 

Im Winter erwarteten wir den Frühling mit Wiesenschaumkraut auf  den Weiden und Sumpfdotterblumen am Loddenbach; im Frühjahr  den Sommer mit seinen Streifzügen durch die Erdbeerfelder in den Nachbargärten; im Sommer den bunten Herbst mit Hagebutten und Kastanien und dem Lambertusfest; im Herbst den Schnee und das Eis über den versumpften Wiesen. Immer reichten wir dem Wunder die Hand.

 

Ich war ein Frühaufsteher. Rüdiger ein Langschläfer. Singend stand ich um 6.30 Uhr vor der Haustür und schellte. Rüdigers Vater öffnete. Ich fragte, ob ich mit Rüdiger spielen dürfe. Er schlafe, antwortete der Vater und hatte schon entnervt die Tür geschlossen. 

 

Vierzig Jahre später besuchten Rüdiger und ich gleichzeitig unsere Eltern. Es war in der Mittagszeit, als ich an der Klingel schellte. Rüdigers Vater öffnete die Haustür, sah mich und schlug die Tür wieder zu. Der alt gewordene Mann hatte das Kind gesehen und wie damals gesagt:

 

 

„Wir essen jetzt!“

 

 

Das Vergangene ist nicht vergangen und wird niemals vergehen. Alles, was wir erlebten, ist verwandelt in lebendige Erinnerung. 

 

Es gibt Begegnungen, die durch ein langes Leben tragen. Je älter wir werden, desto kostbarer werden sie. Warum ist das so? 

 

Viele Freundschaften gründen sich auf gemeinsamen Interessen und Neigungen, auf den Vorteil, den man sich verspricht, und die Begünstigungen, die gegenseitige Förderung in beruflichen und gesellschaftlichen Dingen. Von all diesem Beiwerk ist die erste Freundschaft frei. Wir sind, was wir sind, und wollen nichts anderes sein. 

 

In jenen frühen Jahren liegen Schule, Studium und Beruf in weiter unausdenkbarer Ferne. Wir wissen nichts von den Bewährungen, die uns das Leben abverlangen wird. Jahrzehnte scheinen uns heute von der Kindheit zu trennen. Aber das gilt nur für die messbare Zeit. In uns ist Ewigkeit.

 

Das Kind in uns ist nicht erwachsen geworden, und das Lebenslicht brennt noch immer. Wir sind noch immer in Erwartung. Die Tage des Spleens und der Schwermut ändern an dieser Grundstimmung der Lebensmelodie nichts.

 

Tante Anneliese entließ uns aus dem Kindergarten mit einem Gebet an den Schutzengel. Was immer kam – wir waren bereit zu ringen oder die Hände zu falten:

 

 

„Lieber Gott,

einen Engel sende,

der mit uns nach Hause geht.

Bei jedem Schritt, bei jedem Tritt,

geh du, mein guter Engel, mit!“

 

 

Welch ein Segen, dass der Schutzengel nicht von der Seite wich! Unter seinen Flügeln geborgen, erlebte ich Wunder über Wunder. Jeder Tag bestätigte den unermüdlichen Einsatz der Engel, von dem die Gebete der Mutter sprachen. „Guten Abend, gute Nacht, von Eng’lein bewacht!“ So war es. Über die Zahl der Schutzengel gaben die Lieder klare Auskunft: 

 

 

„Abends, wenn ich schlafen geh’, 

vierzehn Engel um mich stehen.“

 

 

Die vierzehn Schutzengel schlafen nie. Sie sind auch nachmittags zur Stelle, wenn wir auf der Straße spielen. Es bedarf keiner Verabredung. Alle Kinder sind draußen an der frischen Luft. Hier gehören wir hin. Das weiß jeder. Im Haus haben wir tagsüber nichts zu suchen.

 

Wir beobachten die großen Geschwister. Manchmal dürfen wir an ihren Spielen teilnehmen. Sie spielen, was seit vielen Generationen auf der Straße gespielt wird. Pieter Breughel hat diese alten Kinderspiele ins Bild gesetzt. Wir erkennen uns auf seinem Bild wieder und erleben eine Kinderwelt, ohne Anleitung und Kontrolle der Erwachsenen. Niemand greift von außen ein, wenn ein Bein gestellt wird oder ein böses Wort fällt. 

 

Wir spielen „Himmel und Hölle“, „Hinkekästchen“ und „Gummi-Twist“. Die Straße ist noch nicht asphaltiert. Da kann man gut mit Murmeln kicken. Für Straßenspiele sind genügend Kinder da:

 

 

 „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Niemand!

Wenn er aber kommt?

Dann laufen wir!“

 

„Ochs am Berge eins, zwei, drei“ 

 

“Hexe, Hexe, eins, zwei, drei...“

 

 

 

In den Gärten schweift der Blick über Karotten-, Kohl- und Erdbeerbeete ins offene Nachbargrundstück. Die Eltern sind Selbstversorger. Eine große Stille liegt über den Gärten. Benzingetriebene Rasenmäher, Laubsauger, elektronische Gartenscheren und anderes Gerät stören nicht den Frieden ruhiger Handarbeit. 

 

Telegraphenmasten stehen neben dem Graben entlang der Straße. Wir bewundern die Arbeiter, die an ihnen hochklettern und versuchen vergeblich, es ihnen gleichzutun. Rüdiger kommt auf eine andere Idee. Mit einer Hand am Mast beginnt er sich zu drehen. Unten dümpelt der Jauchegraben. Eine Kanalisation gibt es noch nicht. Siggi löst Rüdigers Finger, er stürzt kopfüber in den Schmutz. Wir versuchen den Dreck aus seinen Haaren und von der Jacke zu klauben. Am Ende der Straße wartet bereits der Vater. Er spricht kein Wort. Mit dem Finger weist er auf sein Haus. Wie ein Hund trottet Rüdiger über die Straße. Alle wissen, was ihn erwartet. Kein Aufschrei wird erfolgen. Denn ein Indianer kennt keinen Schmerz.

 

Jenseits der Masten erstrecken sich feuchte Wiesen. Adebar stolziert durch den Sumpf. Storche bringen neue Geschwister. Aber woher nehmen sie die Kinder? Aus dem Sumpf? Gewiss nicht. Kinder haben keine Kiemen wie die Guppies in meinem Aquarium. Der Loddenbach mäandert um hohle Weidenbäume. Vom Winde gebeugt, strecken sie ihre Äste über das Wasser. Wir kriechen in die Baumhöhlen hinein und fühlten uns geborgen. Kinder wachsen in Baumhöhlen, sagt Rüdiger. Das könnte stimmen.

 

Zur Erntezeit werden die goldenen Garben zu Hocken aufgestellt. Hejo, spann den Wagen an! Die goldenen Garben sind unsere Zelte. Sie atmen den betörenden Duft des Sommers. Die kleinen Hocken bergen ein Geheimnis. Wir treten ein und verweilen, bis das Angelusläuten vom Ida Kirchturm hinüberweht oder Bauer Wortmann uns das Fell gerbt.

 

Bäche sind noch nicht begradigt. Sümpfe noch nicht trockengelegt. Im November tritt der Bach über die Ufer und überflutet das Weideland. Wir leben im Einklang mit der Natur: Der Winter zaubert die wunderbaren Muster der Eisblumen auf die einfachen Fensterscheiben und verwandelt das überflutete Sumpfland in einen zugefrorenen See. Auf ihm laufen die großen Kinder Schlittschuh. Rüdiger und ich besitzen keine. Doch Schlittern ist auch schön. Man rutscht nicht so leicht aus und fällt nicht so heftig mit dem Hinterkopf aufs blanke Eis.

 

Am Ufer des Baches hängen Glocken aus Eis am steif gefrorenen Schilf. Der Löschteich vor der Ida-Schule ist von Eis bedeckt, nur in der Mitte nicht, wo das Schilf wuchert. Ich breche ein, wage aber nicht nach Hause zu gehen. Hinter der Turnhalle entkleide ich mich, wringe die nassen Kleider aus und lege sie wieder an, damit sie auf meiner Haut trocknen. Rüdiger läuft nach Hause und verständigt den Vater. Er holt mich ab. Da ist sie wieder, die Geste der Väter: Der ausgestreckte Arm weist den Weg. Der Vater steckt mich ins Bett und zieht die Jalousien runter. Ich liege im Dunklen.  

 

Wer mit dem Kinderrad auf der Straße umkippt, fällt in den schwarzen Schotter. Die Splitter dringen tief unter die Haut von Knie, Kinn oder Ellenbogen. Am Abend wird sie der Vater mit der heißen Nähnadel entfernen. Auf diese Weise werden auch Wunden geöffnet, um Dornen und Holzsplitter zu entfernen. Wenn die Schürfwunde zu eitern beginnt, gilt die Operation als geglückt. Die Natur waltet ihres Amtes. Der Rest des Splitters verwächst sich mit der Zeit. Die Alten bewiesen es, indem sie ihre Arme und Beine zeigten, wo tief unter der Haut schwarze Punkte zu erkennen waren. 

 

Beulen auf der Stirn oder am Schienbein zeigen sich zuerst als Wölbung unter der Haut. Dann wachsen sie, pochen und nehmen eine Färbung an. Meistens wird die Beule blau und immer dicker. Aber die Haut platzt nicht. Da können wir ganz beruhigt sein. Wenn die blaue Beule sich zu färben beginnt, erst dunkelblau, dann gelb oder grün, ist sie bald verschwunden und die Haut sieht aus, als hätte es nie eine Beule gegeben. Schürfwunden heilen von ganz alleine. 

 

Wegen einer Beule muss man nicht zum Arzt. Ich trage ständig ein neues blaues Horn auf der Stirn. Einmal fahre ich mit dem Fahrrad gegen Brockes Kalksteinmauer. Die Mauer weicht nicht. Ich fahre neben meiner Mutter auf dem Fahrradweg am Hansaring. Vor dem Geschäft von Feldkeller parkt ein Wagen. Der Beifahrer öffnet die Wagentür. Er hat mich übersehen. Ich rase gegen die Tür, stürzte auf den Fahrradweg und verliere für einen Moment das Bewusstsein. 

 

Wer sich ein Auto leisten kann, der ist im Recht und hat immer Vorfahrt. Das wusste ich noch nicht. Jetzt aber weiß ich es. Zu Hause im Bett sehe ich Sterne, obwohl die Jalousien heruntergelassen sind. Sterne im Kopf sind nicht so schön wie die Sterne am Himmelszelt in klarer Winternacht. Weisst du wieviel Sternlein stehen? Doktor Holtmann weiß es. Er kommt und leuchtet mit einer Taschenlampe in die Ohren und die fiebrigen Augen. Er spricht ganz ruhig: Der Sternenflimmer werde sich in den nächsten vierzehn Tagen von alleine legen. Doktor Holtmann hat recht behalten. Zwei Wochen später will ich dem Vater entgegen fahren. Ich bin voller Freude, dass ich wieder mein kleines Rad benutzen kann und fahre, ohne auf den Verkehr zu achten, aus der Stichstraße auf den Erbdrostenweg und stürze. Das Auto habe ich übersehen. Eine Vollbremsung. Nichts ist passiert. Keine Schramme, keine Beule, keine Gehirnerschütterung. Wie wunderbar ist doch der menschliche Körper!

 

Deshalb mag ich es nicht, wenn Ärzte und Zahnärzte in ihn eingreifen wollen. Eines Vormittags liege ich dennoch auf dem Operationstisch. Die Krankenschwester bindet beide Armgelenke am Bettgestell fest. Sie sagt: 

 

 

„Na, dann wollen wir dich mal fesseln.“

„Warum?“ 

„Damit du uns nicht boxst!“ 

 

 

Jetzt erfahre ich, dass meine Polypen entfernt werden sollen. Da ist es zu spät. Das Lachgas ist nicht zum Lachen. Ich sehe schreckliche Bilder: Einen grünen Kreis, der von einem Sägeblatt durchtrennt wurde. Dahinter wird eine hautfarbene Fläche sichtbar. Rüdiger hat es besser. Ihm werden die Mandeln entfernt. Deshalb bekommt er im Krankenhaus so viel Schokoladeneis, wie er will. 

 

Der Wald war unser Spielplatz. Wie die Bäume, so wollten wir hoch hinaus. Wir kannten keine Angst vor großen Höhen, kletterten in die Kronen und ließen uns von den Ästen tragen. Stolz zeigten wir unsere Schürfwunden vom Klettern in Bäumen. Knie und Unterschenkel juckten vom Saft der Brennnesseln. Abends im Bett glühten Arme und Beine. Selbst Stürze vom Dach einer Laube in den Sandkasten konnte man ohne Rippenbrüche überleben. Das hatte Rüdiger mit einem Kopfsprung bewiesen. Zwar blieb ihm für Sekunden die Luft weg und es dauert einige Zeit, bis sich der Atem wieder beruhig hatte, aber sein Schutzengel hatte ihn getragen. Auch als er mit der Stirn gegen die scharfe Kante einer Mauer fiel, dämpfte er den Aufprall. Doktor Holtmann brauchte nur wenige Stiche, um die Wunde zu nähern und nach drei Stunden war Rüdiger wieder zur Stelle und spielte die alten Spiele, die allen Schmerz vergessen lassen.

 

 

 

 

 

 

Die Lebensmelodie 

 

Der Vater sang selten. Das verstärkte die Wirkung. Sein Repertoire bestand aus zwei Sommerliedern und einem Winterlied. In ihnen wurde unsere kleine Welt beschrieben. Das erste Sommerlied  war sehr zart und erzählte von den Vögeln in den Obstbäumen unseres Gartens, den Blumen draußen auf den Wiesen und dem Loddenbach. Da wurde das Herz still und andächtig.

 

 

„Vöglein im hohen Baum, 

klein ist’s ihr seht es kaum,

singt doch so schön,

dass wohl von nah und fern

alle die Leute gern

horchen und stehn,

horchen und stehn.

 

Blümelein im Wiesengrund

blühen so lieb und bunt

tausend zugleich.

Wenn ihr vorüber geht,

wenn ihr die Farben seht

freuet ihr euch,

freuet ihr euch.

 

Wässerlein fließt so fort,

immer von Ort zu Ort

nieder ins Tal.

Dürsten nun Mensch und Vieh,

kommen zum Bächlein sie,

trinken zumal,

trinken zumal.“

 

 

Das war eine Melodie wie aus meinem Herzen. Die Mutter kannte noch eine weitere Strophe. Der Vater ließ sie weg, weil er nicht an den lieben Gott glaubte.

 

 

“Habt ihr es auch bedacht,

wer euch so schön gemacht,

alle die drei?

Gott, der Herr, machte sie,

dass sich nun spät und früh,

jedes dran freu,

jedes dran freu.“

 

 

 

Der Kuckuck war ein arger Räuber. Er legte seine Eier in fremde Nester und ließ sie von Leihmüttern ausbrüten. Das war gemein, kam aber auch unter Menschen vor. Im Kindergarten gab es ein Kuckuckskind. Darüber durfte nicht gesprochen werden, aber alle kannten es. Das Kuckuckskind lebte allein mit seiner Mutter. Der Vater war nämlich nicht der Vater gewesen, so wurde gesagt. Wie aber merkt ein Vater, dass er nicht der Vater ist? Das war eines der Rätsel, die den Kuckuck und seine Kinder umgaben. Wie merken Kuckuckskinder, dass sie Kuckuckskinder sind? Spüren sie es im Herzen oder im Bauch? Sehen sie es dem Vater an? Ist man ein Kuckuckskind, wenn man sich fremd fühlt und das Herz schwer wird? 

 

Vielleicht war auch ich ein Kuckuckskind? Das zweite Sommerlied des Vaters war ein Kuckuckslied. Machte ihn das verdächtig? 

 

 

„Auf einem Baum ein Kuckuck, 

simsalabimbambasadusaladim, 

auf einem Baum ein Kuckuck saß...“ 

 

 

Das war lustig und kam flott daher. Aber ich ließ mich nicht täuschen. „Simsalabim“, sagte der Zauberer im Kindergarten. Der Kuckuck war wie ein Zauberer. Das wusste jeder. Wenn sein Ruf erklang, dann antworteten wir: „Kuckuck, sag’ mir doch, wie viel’ Jahre leb’ ich noch?“ Dann zählten wir die Anzahl seiner Rufe. Wenn sie kein Ende nehmen wollten, ließen wir das Zählen. Denn alles, was über die Zahl zehn hinausging, lag in so weiter Ferne, dass es uns nicht bewegte. Rief er aber nur drei oder vier Mal, taten wir so, als hätten wir nichts gehört. Der Kuckuck, von dem der Vater sang, wurde von einem Jäger erschossen. Ein Jahr später saß er wieder auf dem Baum und sang. Ja, das war Zauberei. Die konnte niemand verstehen.

 

Vaters Winterlied sang ebenfalls von unseren Erlebnissen in Wald und Flur: den schneebeglänzten Feldern und dem mit Eis bedeckten Loddenbach.

 

 

„Es ist für uns eine Zeit angekommen, 

die bringt uns eine große Freud’.

Übers schneebeglänzte Feld

Wandern wir, wandern wir,

durch die weite weiße Welt.

 

Es schlafen Bächlein und Seen unterm Eise,

es träumt der Wald einen tiefen Traum.

Durch den Schnee, der leise fällt,

wandern wir, wandern wir,

durch die weite weiße Welt.

 

Vom hohen Himmel ein leuchtendes Schweigen

Erfüllt die Herzen mit Seligkeit.

Unterm sternbeglänzten Zelt

Wandern wir, wandern wir

durch die weite weiße Welt.“

 

 

 

In der Küche summte der Wasserkessel auf dem Herd, draußen rauschten die Blätter, der Loddenbach murmelte und die Vögel zwitscherten, die Schweine grunzten, die Kühe muhten, die Pferde wieherten – die Welt war Klang. Nur die Fische im Aquarium glotzen  stumm.

 

Manchmal kam Gerald vorbei. Er sang: „Pigalle, das ist die große Mausefalle mitten in Paris, Pigalle, Pigalle, der Speck in dieser Mausefalle schmeckt so zuckersüß“ und klatschte dabei in die Hände. Gerald war einige Jahre älter als wir. Er ging auf eine besondere Schule, denn er dachte anders als wir. Davon wussten wir aber nichts, denn auf der Straße ist Platz für alle. Gerald hatte ein wunderbares Gedächtnis für Schlagertexte. Wir nannten ihn Pigalle, und er freute sich darüber. Dann sang er: „Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe“ und „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“. Gus Backus konnte er perfekt imitieren: 

 

„Ja, meine Mutter sagt: Steck’ keine Bohnen in die Ohren, Bohnen in die Ohren, Bohnen in die Ohren. Und auch der Lehrer klagte: Du hast Bohnen in die Ohren, Bohnen in die Ohren. Und so geht’s mir auch heute: Ich hab Bohnen in die Ohren, Bohnen in die Ohren, Bohnen in die Ohren.“ 

 

 

Als Fan von TSV 1860 München verehrte Gerald den Torwart Petar Radenkovic, den die Münchener „Radi“ nannten. Radi Radenkovic war auch ein Sänger. Gerald liebte seinen Schlager „Bin I Radi, bin I König“.

 

Im Spätsommer zogen wir mit selbst gebastelten Lampions durch die Abenddämmerung und feierten das Lambertusfest. Die Väter hatten Holzpyramiden aus Dachlatten gezimmert und sie mit grünen Zweigen der Thuja geschmückt. Dann kam die Nacht und erste Sterne wurden sichtbar. Bunte Laternen leuchteten an der Pyramide. Wir umkreisten sie mit unseren Lampions und sangen:

 

„Ich geh mit meiner Laterne

und meine Laterne mit mir.

Da oben leuchten die Sterne,

hier unten, da leuchten wir...“

 

Da oben am Himmelszelt leuchten die Sterne, hier unten auf der Erde, da leuchten unsere Laternen. Ja, so war es: Die Welt war wunderbar im Ganzen. 

 

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne.

Brenne auf mein Licht, 

brenne auf mein Licht, 

aber nur meine liebe Laterne nicht...“ 

 

Diese Zauberworte waren notwendig, denn immer wieder geschah es, dass eine Laterne abfackelte und ausgetreten werden musste. Eines der Lieder begann mit einer Frage: 

 

„Guter Freund, ich frage dir,

bester Freund, was rätst du mir: 

Sag’ mir, was ist Eine?“ 

 

Die Antwort lautete: 

 

„Einmal eins ist Gott allein, 

der da lebt und der da schwebt, 

im Himmel und auf Erden.“ 

 

In der neunten Strophe dieses Liedes war die Rede von den neuen Chören der Engel. 

 

„Guter Freund, ich frage dir,

bester Freund, was rätst du mir: 

Sag’ mir, was sind Neune? 

Neun Chör‘ der Engel...“ 

 

 

Was ein Engel ist, wusste jedes Kind. Aber was sind neun Chöre der Engel? Niemand kannte die Antwort, obwohl alle das Lied sangen. Das sei eine Frage für den Herrn Kaplan, sagte Tante Anneliese. Und richtig. Er wusste die Antwort, und dann wusste sie auch Tante Anneliese. Jedes Kind hat mindestens einen Schutzengel, sagte der Herr Kaplan. Neben unseren Schutzengeln gebe es noch viel mehr Engel. Einige helfen dem Pfarrer bei der Messe. Sie passen auf, dass kein Krümel vom Leib des Herrn verlorengeht. Einmal sei ihm die Hostie aus der Hand gelitten und wäre auf den Boden gefallen, wenn nicht der Engel zur Stelle gewesen wäre. Die neun Chöre der Engel wohnen bei Gott im Himmel, weit hinter den Sternen. Sie singen den ganzen Tag wunderschöne Lieder. Da könnten wir uns vorstellen, wie glücklich diese Engel seien. Sie werden noch glücklicher, wenn wir am Lambertusfest mit ihnen singen. 

 

So war das Rätsel der Engelchöre geklärt. Gott und die Chöre der Engel wohnen hinter den Sternen im Himmel. Zum Mond und den Sternen konnte man fliegen. Der kleine Häwelmann hatte es bewiesen. Er hatte sein Hemdchen über dem großen Zeh wie ein Segel gespannt, aus voller Kraft hineingeblasen und war so mit seinem Kinderwagen durch das Schlüsselloch gefahren. 

 

Fliegen war kinderleicht, wenn man ein bestimmtes Abendlied gesungen hatte. Zuerst schlief ich ein. Dann träumte ich, bewegte die Arme gleichmäßig und ruhig und erhob mich in die Lüfte. So gelangte ich ins Paradies:

 

 

„Guten Abend, gute Nacht,

von Englein bewacht.

Sie zeigen dir im Traum,

Christkindleins Baum.

Schlaf nun selig und süß,

schau’ im Traum vom Paradies.“

 

 

Vielstimmig erklingt die Lebensmelodie, manchmal laut und unüberhörbar, dann als ein leiser Seelenhauch. Zuweilen stockt ihr der Atem. Sie kann verstummen. Aber niemals für immer. 

 

Lieder der Kindheit. Frühes Glück des Wiedererkennens: Das bin ja ich! Gleiches wird durch Gleiches erkannt. Homöopathie der Herzen. Seelenverwandtschaft: Du gehst deinen Weg nicht allein. 

 

Gewissheit: Was für uns bestimmt ist, wird uns auch finden. Frühe Musik der Kindheitstage. Zum ersten Mal gehört und nie vergessen: Die Auflösung der Gegensätze im Walzerklang von Jean Sibelius’ Valse triste, die unvermittelt auftauchenden Stimmungswechsel von panischem Schrecken und jubelnder Apotheose in Gustav Mahlers 1. Sinfonie, das alle Wehmut sprengende Allegro molto vivace von Pablo de Sarasastes Zigeunerweise. The Fairy Queen von Henry Purcell und die engelgleiche Stimme von Alfred Deller, voller Innigkeit, Schwermut und Heiterkeit, ein Seelenton ewiger Kindheit. Nie wird sie verstummen, was immer kommt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uwe Wolff: Bibliografie 1978-2020

 

 

Eingangstür zur Kunstwerkstatt Waldau in Bern

http://www.kunstwerkstattwaldau.ch/index.php 

 

Einige meiner Bücher sind hier verzeichnet:

https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Wolff&i=stripbooks&__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&ref=nb_sb_noss_2

 

 

Hinweis zu Bibliographie: 

Rein wissenschaftliche Biografien sind fett hervorgehoben, biografische Bücher kursiv

 

 

 

 

 

1978

 

—: Hermann Hesse. Demian - Die Botschaft vom Selbst. Bouvier Verlag. Bonn 1978.

 

1979

 

—: Thomas Mann. Der erste Kreis der Hölle. Der Mythos im Doktor Faustus.

Akademischer Verlag. Stuttgart 1979.

—: Goethes Paradies in Rätseln. Die Natürliche Tochter im Spiegel der

Wassermetaphorik. Akademischer Verlag. Stuttgart 1979.

 

 

 

 

1980

 

--: Thomas Mann auf der Seefahrt nach Oslo (Roman). Ullstein Verlag. Berlin

1980.

--: Die Fahrt nach Danzig (unveröffentlichte Erzählung)

 

 

 

1981

 

--: Rezension: Lotti Sandt. Mythos und Symbolik im Zauberberg von Thomas Mann. In: Zeitschrift für deutsche Philologie. 100. Band. 1981. S. 312-314.

--: Rezension: Hinrich Siefken. Thomas Mann – Goethe „Ideal der Deutschheit“. Wiederholte Spiegelungen. In: Zeitschrift für deutscher Philologie. 100 Band. 1981. S. 613-618.

--: Der Mann Moses bei Sigmund Freud und Thomas Mann (Typoskript 150 Seiten unveröffentlicht).

 

 

 

1982

 

--: Papa Faust (Roman). Ullstein Verlag. Berlin 1982. (4. Auflagen)

--: Schwanengesang auf den Zeitgeist. Matthias Zschokkes ironisch gebrochener Roman „Max“. In: Rheinischer Merkur vom 2. April 1982.

--: Das Münster-Kapitel.  Aus dem Roman „Papa Faust“. In: Westfalenspiegel Mai 1982. S. 33-36.

--: Thomas Mann besucht Sigmund Freud. 14. Juni 1936. In: Jan Herchenröder (Hrsg.). Hefte der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft Sitz Lübeck. Heft 2/1982. S. 21-30. (=Vortrag anläßlich der Verleihung des Thomas-Mann-Förderpreises)

--: Komm, laß uns doch mal nach Danzig fahren (Erzählung). In: Rheinischer Merkur vom 14. Mai 1982.

--: Blaues Blümelein. In: Humbert Fink (Hrsg.). Klagenfurter Texte 1982. List Verlag. München 1982. S. 165-178. (=Text der Lesung beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1982)

--: Klein Karin in der bösen Welt. (Rez. Karin Struck. Kindheitsende. Journal einer Krise). In: Lübecker Nachrichten vom 13. Juni 1982.

--: Die Mauer im Kopf einreißen. (Rez. Peter Schneider. Der Mauerspringer). In: Rheinischer Merkur vom 16. Juli 1982.

--: Waldi und das Volk ohne Parkraum. Joerg Burkhards „Als ich noch der Ultrakurzwellenbub war“. In: Rheinischer Merkur vom 2. Dezember 1982.

--: Finn und Neela. Eine merkwürdige Geschichte von den Schafinseln. Mittelhochdeutsche Fassung. (14 Seiten unveröffentlicht)

--: Neues zur Enstehung des Ulysses – Ein Nachtrag zum „Papa Faust“ (unveröffentlichte Erzählung)

 

 

 

 

 

 

1983

 

--: Eine Kindheit ohne Goldrand. Arno Schmidt, der Wortmetz. (Rez. Ernst Krawehl (Hrsg.). Portrait einer Klasse. Arno Schmidt zum Gedenken). In: Rheinischer Merkur vom 25. März 1983.

--: Die plötzliche Furcht vor Tells Geschoß. Deutsche Dichterfürsten im Dritten Reich. (Besprechung der Ausstellung im Schiller-Nationalmuseum). In: Rheinischer Merkur vom 22. Juli 1983. S. 15.

--: Träume aus der Schachtel. (Rez. Lisa Witasek. Die Umarmung/ Zsuzsanna Ghase. Zero). In: Rheinischer Merkur vom 14. Oktober 1983.

--: Des Pudels Kern blieb ungeschoren. Was Amerika und den Rest der Welt am deutschen Nobelpreisträger interessierte. (Rez. Frage und Antwort. Interviews mit Thomas Mann). In: Rheinischer Merkur vom 4. November 1983. S. 21.

--: Sophie auf dem Turm. In: Am Erker. Zeitschrift für Literatur 13/1983. S. 6-8.

--: Finn, der Zwergenbändiger. Eine methodisch-didaktische Handreichung für Freunde des Lehrberufes (unveröffentlichte Erzählung).

 

 

 

1984

 

—: Der Ewige Deutsche. Eine Geschichte aus jugendbewegten Zeiten (Roman).

Haffmans Verlag. Zürich 1984.

--: Ein irischer Hexensabbat. (Rez. Mervyn Wall. Der unheilige Fursey oder Das Irland der Frommen). In: Rheinischer Merkur vom 3. Februar 1984.

 

 

 

1985

 

--: „Gibt’s was Neues im Bundestag?“ (Erzählung). In: TAZ vom 2. Mai 1985.

--: Christus als Arzt. Krankheit – ein Teil der Schöpfungsordnung. (Rez. Heinrich Schipperges. Der Garten der Gesundheit. Medizin im Mittelalter). In: Rheinischer Merkur vom 14. September 1985.

 

 

1986

 

--: Rebellion, Folter und Zensuren. Kinder der Zeit: Erzählungen über die aufbegehrende Jugend. (Rez. Uwe Pörksen. Die Ermordung Kotzebues oder Kinder der Zeit). In: Rheinischer Merkur vom 28. Juni 1986.

--: Er wollte seine Leser durch Esprit rasend machen. (Rez. „Wu Hi?“ Arno Schmidt in Görlitz Lauban Greiffenberg). In: Rheinischer Merkur vom 3. Oktober 1986.

--: Der dozierende Erzähler. (Rez. Eckhard Heftrich. Musil). In: Rheinischer Merkur vom 28. November 1986.

--: Auf der Suche nach der jüdischen Tradition. Gershom Scholems Briefe an

Werner Kraft. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 5. Dezember 1986.

--: Des Dichters Flirt mit dem Lipstick-Engel. (Rez. Thomas Mann. Tagebücher 1944-46). In: Rheinischer Merkur vom 24. Dezember 1986.

--: Der Vater des deutsch-jüdischen Gespräches. Zum 100. Geburtstag des Philosophen Franz Rosenzweig. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 24. Dezember 1986.

--: Nach Deutschland wollte er nicht zurückkehren. Thomas Manns Tagebücher 1944-1946 als Dokument der Exilgeschichte. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 27./28. Dezember 1986.

 

 

 

 

 

1987

 

--: Angst vor den dunklen Kräften der Nacht. Die Welt des Aberglaubens – ein Blick hinter den Schleier der Zeit. In: Peiner Allgemeine Zeitung vom 19. Januar 1987.

--: Den Bösen sind sie los, das Böse ist geblieben. Die Faszination des Unerklärlichen: Zum Reprint eines Wörterbuches des Aberglaubens. In: Rheinischer Merkur vom 23. Januar 1987. S.  17.

--: Signale aus Not und Einsamkeit. (Rez. Walter E. Richartz. Vom Äußersten). In: Rheinischer Merkur vom 30. Januar 1987.

--: Wörter sind Mordwaffen. (Rez. Frank T. Zumbach. Edgar Allan Poe. Eine Biographie). In: Rheinischer Merkur vom 13. Februar 1987.

--: Die Welt des Aberglaubens – ein Blick hinter den Schleier der Zeit. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 17. Februar 1987.

--: In der Welt der lebenden Toten. Frank T. Zumbachs Edgar Allan Poe-Biographie. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 21. Februar 1987.

--: Die Gegenwart der Vergangenheit. (Rez. Hermann Broch. Briefe über Deutschland 1945-1949). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 28. Februar 1987.

--: Antwort auf die Frage: Woher wissen Sie, ob ein Buch gelungen ist? In: Rheinischer Merkur vom 20. März 1987.

--: Schiffbrüchige auf dem Fluss ohne Ufer. Hans Henny Jahnns große Roman-Triologie in kommentierter und ergänzter Ausgabe. In: Rheinischer Merkur vom 20. März 1987.

--: Ein Licht gegen die geistige Finsternis. Reprint der Zeitschrift „Die Sammlung“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 4. April 1987. 

--: Die ewige Wiederkehr des Kometen. Kein Alterswerk: Ernst Jüngers Tagebuch „Zwei Mal Halley“. In: Stuttgarter Zeitung vom 18. April 1987.

--: Lesen im Buch der Natur. Ernst Jüngers Reisetagebuch „Zwei Mal Halley“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 25. April 1987.

--: Macht Schwerter zu Zapfhähnen! (Rez. Klaus Brandt. Die Legion der Märchenprinzen. Männerroman). In: Rheinischer Merkur vom 8. Mai 1987.

--: Der Körper des Geliebten ist ein Buch. Annemarie Schimmel: „Nimm eine Rose und nenne sie Lieder“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 30. Mai 1987.

--: Ist erlaubt, was uns nützt? Hans Jonas‘ Entwurf einer Ethik im technischen Zeitalter. In: Rheinischer Merkur vom 27. Mai 1987.

--: Neue Tabus (Über Hans Jonas). In: Rheinischer Merkur vom 5. Juni 1987. S. 15.

--: Heroismus der Schwäche. Tod, Krankheit und Künstlertum im Werk von Thomas Mann. In: Rheinischer Merkur vom 12. Juni 1987.

--: Der Teufel hat uns das Bier verderbet. (Rez. Martin Luther. Briefe an Freunde und an die Familie. Hrsg. von Albrecht Beutel). In: Rheinischer Merkur vom 26. Juni 1987.

--: Der Löwe brüllt nicht mehr. Ingeborg-Bachmann-Wettwerb 1987 in Klagenfurt. In: Nürnberger Zeitung vom 30. Juni 1987.

--: Die Diktatur der guten Menschen. Seid nett zueinander: Der Klagenfurter Literaturwettbewerb verlor seinen Biß und seinen Ruf. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 3. Juli 1987.

--: Sehnsucht nach dem großen Drachen (über den Bachmann-Wettbewerb 1987). In: Rheinischer Merkur vom 3. Juli 1987.

--: Der Blick durchs Schlüsselloch der Weltliteratur. Hermann Kinders „Handbuch der literarischen Hocherotik“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. Juli 1987. S. 18.

--: Neue Tabus, um überleben zu können. Über Hans Jonas. In: Rheinischer Merkur vom 10. Juli 1987. S.15.

--: Im Scherzgebirge der Weltliteratur. (Rez. Bernd Eilert. Das Hausbuch der literarischen Hochkomik). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 11. Juli 1987.

--:Für eine Kategorie des Heiligen. Hans Jonas Versuch, im Zeitalter der Technik eine Ethik zu entwerfen. In: Esslinger Zeitung vom 11./12. Juli 1987.

--: Der Teufelspakt jenseits der Grenzen. Drogen als Stimulanzen in Kultur und Sport. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18./19. Juli 1987

--: Hans Jonas‘ Entwurf einer neuen Ethik. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 23. Juli 1987.

--: Ein Löwe bläst seinen Kindern ins Gesicht. Franz Unterkircher: „Tiere, Glaube, Aberglaube“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 25. Juli 1987.

--: Haarscharf an der Wahrheit. Der Philosoph Sir Karl  Popper wird heute 85 Jahre alt. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 28. Juli 1987. 

--: Goldene Spuren im Staub. Ein Autor der Dauerkrise: Vor 25 Jahren starb Hermann Hesse, der Guru, der Sinnsucher und Einzelgänger. In: Rheinischer Merkur vom 7. August 1987.

--: Seelenmassage für Steppenwölfe. Vor 25 Jahren starb Hermann Hesse, ein Idol der Pop-Generation. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 8. August 1988.

--: Scherzgebirge der Weltliteratur. „Hausbuch der literarischen Hochkomik“. In: Stuttgarter Allgemeine Zeitung vom 8. August 1987.

--: Imitation von Identität. (Rez. Ingomar von Kieseritzky und Karin Bellingkrodt. Tristan und Isolde im Wald von Morois oder Der zerstreute Diskurs). In: Neue Zürcher Zeitung vom 11. August 1987. S. 17.

--: Die Schuldfrage. Der Briefwechsel zwischen Hermann Broch und Volkmar von Zühlsdorff 1945 bis 1949. In: Nürnberger Zeitung vom 15. August 1987. 

--: Sendbote des Antichristen. Albert Caracos „Brevier des Chaos“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 18. August 1987. S. 21.

--: Über die Grenzen hinauswachsen? Drogen als Stimulanzien in Sport, Wissenschaft und Kultur. In: Mut. September 1987. S. 50-57.

--: Heidegger als Liebhaber. (Rez. Elisabeth Young-Bruehl. Hannah Arendt. Leben und Werk). In: Rheinischer Merkur vom 18. September 1987.

--: Eine Ästhetik gegen den Tod. (Rez. Hans Wollschläger. Tiere sehen Dich an. Oder Das Potential Mengele). In: Neue Zürcher Zeitung vom 22. September 1987. S.30.

--: Die Welt im Kopf (Über mich selbst). In: Rheinischer Merkur/ Sonderdruck. Oktober 1987.

--: Wieder Furcht und Zittern lernen? Hans Jonas‘ Ethik im Zeitalter postmoderner Gleichgültigkeit. In: Mut. Oktober 1987.  S. 51-55.

--: Festes krummes Holz. Sisyphos aus Danzig: Günter Grass wird 60 Jahre. In: Nürnberger Zeitung vom 14. Oktober 1987.

--: Blechtrommler, Schnecke und Rättin. Moralischer Optimist und politischer Mahner – Günter Grass wird 60. (Rez. Günter Grass. Werkausgabe in zehn Bänden). In: Die Weltwoche vom 15. Oktober 1987.

--: Die Lebenslust des Sisyphos. Zum 60. Geburtstag von Günter Grass. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 16. Oktober 1987.

--: Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. (Rez. Günter Grass. Werkausgabe in zehn Bänden). In: Rheinischer Merkur vom 16. Oktober 1987.

--: Die tertiäre Kultur. Detlef Berthelsens „Alltag bei Familie Freud“. In: Stuttgarter Zeitung vom 31. Oktober 1987. S. 50.

--:Der Teufel hat uns das Bier verderbet. Zu einer Auswahl von Briefen Martin Luthers. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 31. Oktober 1987.

--: Was er suchte, was der Mensch. (Rez. Hubert Fichte. Die Geschichte der Empfindlichkeit. Band I: Hotel Garni; Band II: Homosexualität und Literatur). In: Rheinischer Merkur vom 9. Oktober 1987. Veröffentlicht unter dem Pseudonym Barbara Lag-Schlytz.

--: Wanderer zwischen den Welten. Hubert Fichtes „Geschichte der Empfindlichkeit“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 10/11. Oktober 1987.

--: Sisyphe et la joie de vivre. L’écrivain Günter Grass est sexagénaire. In: La tribune d’allemagne. 1. Novembre 1987.

--: Prometheus auf der Anklagebank. Walter Jens‘ Anthologie „Leben im Atomzeitalter“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 7./8. November 1987. S. 113.

--: Jünger kauft sich ein Mofa. Rolf Hochhuth und die Großen der Geschichte. (Rez. Rolf Hochhuth. Täter und Denker). In: Stuttgarter Zeitung vom 11. November 1987.

--: Kein Grund mehr zur Sorge. (Rez. Hans Blumenberg. Die Sorge geht über den Fluss). In: Rheinischer Merkur vom 4. Dezember 1987.

--: Care-Pakete in die Heide. Alltag eines Autors: Der Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Wilhlem Michels. In: Rheinischer Merkur vom 18. Dezember 1987.

--: Wanderer zwischen den Kontinenten. Riesiges Fragment: Hubert Fichtes „Geschichte der Empfindlichkeit“. In: Franz Josef Görtz. Deutsche Litertaur 1987. Ein Jahresüberblick. Reclam Verlag 1987. S. 198-201. (Nachdruck des Artikels aus der HAZ vom 10, Oktober 1987)  

 

 

 

1988

 

--: „Aie le courage de rèfléchir“. Les séminaires pour écoliers de la bibliothèque de Wolfenbüttel. In: La tribune d’Allemagne. 7 aoùt 1988.

--: Prosa nach Gutsherrenart. (Rez. Herbert Asmodi. Eine unwürdige Existenz. Eine Erinnerung). In: Rheinischer Merkur vom ?

--: Und? Gelesen? Ein Prototyp der Postmoderne: Ansichten zu Robert Musils Roman – eine Umfrage. In: Die Zeit vom 8. Januar 1988.

--: Tolle Zeit, verteufelte Zeit. Drogen als Stimulanzen in Kultur und Sport. In: Rheinischer Merkur vom 8. Januar 1988.

--: Spuren der Transzendenz. Eine Anthologie. (Rez. Hanno Helbling (Hrsg.). Die Kirchen der Dichter. Wo Literatur zum Bekenntnis wird). In: Neue Zürcher Zeitung vom 14. Januar 1988.

--: Der Antichrist blickt in den Spiegel. Arno-Schmidt-Preis für Karlheinz Deschner. In: Rheinischer Merkur vom 22. Januar 1988.

--: Tolle Zeit, verteufelte Zeit. Drogen als Stimulanzen in Kultur und Sport. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 23. Januar 1988.

--: Wanderer zwischen den Welten. Hubert Fichte: „Die Geschichte der Empfindlichkeit“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 28. Januar 1988. S. 27-28.

--: Bocksprünge auf der Wortheide. Horizontale Höllenstürze: Arno Schmidts Briefwechsel mit Wilhlem Michels. In; Stuttgarter Zeitung vom 30. Januar 1988.

--: Blick in Abgründe. Die Wiederentdeckung des Schriftstellers Günter R. Lys. In: Neue  Zürcher Zeitung vom 6./7. Februar 1988. S.68.

--: Licht der Vernunft und Lust am Untergang. Keime  einer kommenden Humanität im Werk von Thomas Mann. In: Neue Zürcher Zeitung vom 19. Februar 1988. 

--: Vom ewigen Augenblick. Dieter Kühn und Arno Borst auf der Suche nach Poesie und Realität des Mittelalters. In: Rheinischer Merkur vom 25. März 1988. S. 34.

--: Hundert Eckermänner. Zum Abschluss der Neuedition von Goethes Gesprächen. (Rez. Wolfgang Herwig (Hrsg.). Goethes Gespräche). In: Stuttgarter Zeitung vom 9. April 1988.

--: Rufe mich Stimme. (Rez. Hanno Helbling. Die Kirchen der Dichter. Wo Literatur zum Bekenntnis wird). In: Rheinischer Merkur vom 15. April 1988. 

--: Peiner Schüler verbrachten 40 Stunden in der Bücherhöhle. Seminar in der Wolfenbütteler Bibliothek. In: Peiner Allgemeine Zeitung vom 27. April 1988.

--: Unschuld aus Mangel an Gelegenheit. (Rez. Uwe Wittstock. Über die Fähigkeit zu trauern. Das Bild der Wandlung im Prosawerk von Christa Wolf und Franz Fühmann). In: Rheinischer Merkur vom 6. Mai 1988.

--: Philosophie der Menschenflucht. Erzählungen von Manfred Maurer. In: Neue Zürcher Zeitung vom 11. Mai 1988.

--: Das erträgliche Leben. Thomas Manns Briefe an (kleinere) Autoren. (Rez. Thomas Mann. Briefwechsel mit Autoren). In: Stuttgarter Zeitung vom 4. Juni 1988.

--: Ein Konstrukt. Karin Strucks Roman „Bitteres Wasser“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 4./5. Juni 1988. S. 113.

--: Böses Buch voller Hohngelächter. (Rez. Manfred Maurer. Thrill). In: Rheinischer Merkur vom 10. Juni 1988.

--: Abenteuerpartie durchs Büchermassiv. Wolfenbütteler Schülerseminare fördern Leselust durch kreativen Müßiggang. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 15. Juni 1988. (Wiederabdruck in: Der Deutschunterricht ?).

--: Den Augenblick der Empfindung bewahren. Neue Bände von Hubert Fichtes „Geschichte der Empfindlichkeit“ (Rez. Der kleine Hauptbahnhof oder Lob des Strichs und Homosexualität und Literatur II). In: Neue Zürcher Zeitung vom 18./19. Juni 1988. S. 113. 

--:Plötzlich wird sogar die Pestschrift aktuell. (Schülerseminare in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel). In: Rheinischer Merkur vom 1. Juli 1988. S.17.

--: Schüler, wagt nur zu lesen! Literaturseminare in Lessings Wolfenbütteler Bibliothek. In: Stuttgarter Zeitung vom 8. Juli 1988.

--: Der unmännliche Mann. Bußpredigt wider den Alkohol: Die Auferstehung der Erzählerin Karin Struck. (Rez. Karin Struck. Bitteres Wasser). In: Rheinischer Merkur vom 15. Juli 1988.

--: Mit dem Schiffbruch leben. Zur Neuedition von Hans Henny Jahnns „Fluss ohne Ufer“. In: Schweizer Monatshefte. 68. Jahrgang. Heft 7/8. Juli/ August 1988. S. 657-664.

--: Freud und Nietzsche, die bösen Buben. (Rez. Allan Bloom. Der Niedergang des amerikanischen Geistes). In: Rheinischer Merkur vom 12. August 1988. S. 15.

--: Die schmutzige Wäsche des Genies. Detlef Berthelsen „Alltag bei Familie Freud“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 13. August 1988.

--: Da stand das Ganze als Riesenwerk da. (Über Hubert Fichtes Nachlaß). In: Rheinischer Merkur vom 19. August 1988. S. 13. (mit Heimo Schwilk)

--: Übers Ziel hinaus. Eine Studie zur Homoerotik im Werk Stefan Georges. (Rez. Marita Keilson-Lauritz. Von der Liebe, die Freundschaft heißt. Zur Homoerotik im Werk Stefan Georges). In: Neue Zürcher Zeitung vom 1. September 1988.

--: Mit dem Surfbrett in die Schule. (Rez. Ursula Walz. Eselsarbeit für Zeisigfutter. Die Geschichte des Lehrers). In: Rheinischer Merkur vom 9. September 1988. S. 17.

--: So kennen wir sie nicht, die altbekannten Klassiker. (Rez. Hermann Kinder. Die Klassische Sau. Das Handbuch der literarischen Hochkomik). In: Eßlinger Zeitung vom 10./11. September 1988.

--: Förderung der Lesekultur. Schülerseminare der Herzog-August-Bibliothek. In: Neue Zürcher Zeitung vom 20. September 1988. S. 43. 

--: Eine Ewigkeit lang Buchmessen ohne Nieten. (Rez. Hans Blumenberg. Matthäuspassion). In: Rheinischer Merkur vom 7. Oktober 1988. S. 35.

--: Gott als traurige Figur. Franco Ferruccis Roman „Die Schöpfung“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 8. Oktober 1988.

--: Sehnsucht nach dem entschwundenen Land der Kindheit. Kann man Glauben lernen? Was Schüler der Obersekunda eines niedersächischen Gymnasiums dazu meinen. In: Rheinischer Merkur vom 4. November 1988. S. 21.

--: „Überwindung der Todesfurcht ist Aufgabe des Autors“. Zu Heimo Schwilks großer Ernst Jünger Bildbiographie. In: MUT. Nr. 255. November 1988. S. 41-46.

--: In der Hand ein Glas Burgunder mit Erdbeeren. Was sich dem Leben alles abringen läßt – Zu einer Bildbiographie von Ernst Jünger. In: Stuttgarter Zeitung vom 9. November 1988. (=Rezension des Buches von Heimo Schwilk. Ernst Jünger –Leben und Werk in Bildern und Texten)

--: Meister der Schulstube. Materialien zur Geschichte des Lehrerberufes. (Rez. Ursula Walz. Eselsarbeit für Zeisigfutter. Die Geschichte des Lehrers). In: Neue Zürcher Zeitung vom 10. November 1988. S. 87.

--: Flucht in den literarischen Kosmos. Über Arno Schmidts Roman „Kaff auch Mare Crisium“ (1960). In: Neue Zürcher Zeitung vom 19./20. November 1988. S. 66.

--: Die Gegenwart der Vergangenheit. Ein Briefwechsel über deutsche und amerikanische Schuld. (Rez. Hermann Broch. Briefe über Deutschland 1945-1949). In: Eßlinger Zeitung vom 22. November 1988.

--: Der Teufel hat keine Zeit. Die Wiederkehr des Bösen. In: Rheinischer Merkur vom 28. November 1988. Seite 15.

--: Was treibt Karl Corino auf die Alm? (Rez. Karl Corino. Musil. Leben und Werk in Bildern und Texten). In: Rheinischer Merkur vom 2. Dezember 1988.

--: Parodie der Rede vom Ende des Romans. Klaus Modick: „Weg war Weg“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 2. Dezember 1988.

--: Er wollte von allen geliebt werden. (Rez. Thomas Mann. Briefwechsel mit Autoren). In: Rheinischer Merkur vom 30. Dezember 1988. S.20.

 

 

 

 

 

 

1989

 

--: Prosa nach Gutsherrenart. Herbert Asmodis erster Roman „Eine unwürdige Existenz“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 9. Januar 1989. S. 21.

--: Lobpreis der sinnentleerten Welt. Hohngelächter eines Autors – Zu Manfred Maurers Erzählband „Thrill“. In: Stuttgarter Zeitung vom 14. Januar 1989. 

--: Öko-Rambo in der Unterwelt. Die literarische Wiederentdeckung des sumerischen Sagenkönigs Gilgamesch. In: Die Zeit vom 31. März 1989. S. 71.

--: Des Teufels Wiederkehr. In: Mut. März 1989. S. 58-71.

--:Poetische Imagination vom Anfang und Ende der Kultur. Moses als Kulturstifter im Werk von Thomas Mann und Sigmund Freud. In: Neue Zürcher Zeitung vom 22./23. April 1989. S. 67-68.

--: „Sinnst du Verrat? Verrat am Vertrag?“ (Über Verlagsbindung). In: Rheinischer Merkur vom 5. Mai 1989. S. 15.

--: Zwei Schüsse vor dem Paradies. Hans Dieter Zimmermanns Deutung „Kleist, die Liebe und der Tod“. In: Rheinischer Merkur vom 6. Mai 1989.

--: Das Tonband mit der Stimme Gottes. Neue Bände von Hubert Fichtes „Geschichte der Empfindlichkeit“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 26. Mai 1989. S. 27.

--: Worte, die den Himmel aufreißen. Hans Wollschläger ediert Friedrich Rückerts „Kindertodtenlieder“ im Greno Verlag. In: Rheinischer Merkur vom 26. Mai 1989.

--: Gott suchen mit dem Feuer der Lenden. (Rez. Henri Gougaud. Die Verwandlung des Bélibaste. Die Lebensgeschichte des letzten Katharers). In: Rheinischer Merkur vom 16. Juni 1989.

--: Das Pfeifen im Dunklen. Hans Wollschlägers Edition der „Kindertodtenlieder“ von Friedrich Rückert. In: Neue Zürcher Zeitung vom 6. Juli 1989. S. 25.

--: Debüt (Über den „Papa Faust“). In: Rheinischer Merkur vom 25. August 1989. S. 17.

--: New Age vollendet den Turm zu Babel. Kult der Machbarkeit und Heilsegoismus aus Disneyland. In: Lutherische Monatshefte 8/1989. S. 359-362.

--: Sturm und Zwang. (Über Manfred Maurer). In: Rheinischer Merkur vom 8. September 1989. S. 21.

--: Ein Bier für den Apokalyptiker. (Rez. Ulrich Horstmann. Schwedentrunk. Gedichte). In: Neue Zürcher Zeitung vom 9./10. September 1989. S. 67.

 --: Warten auf den neuen Menschen. Die Wiederentdeckung des Apokalyptikers Hans Henny Jahnn. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 22. September 1989.

--: „Spanische“ Dialoge. Freuds Jugendbriefe an Eduard Silberstein. In: Neue Zürcher Zeitung vom 22. September 1989. S. 28.

--: Die Wiederkehr der Schutzengel. In: Rheinischer Merkur vom 29. September 1989.

--: Literatur des bösen Blicks. (Rez. Manfred Maurer. Das Wilde Schaf). In: Neue Zürcher Zeitung vom 11. Oktober 1989.

--: Der Höllensturz der Moderne. (Rez. Manfred Maurer. Das Wilde Schaf). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 11. Oktober 1989.

-: Zwei Männer stehen unter Schock. Hat die Botschaft des Apostels Paulus den Autor Dieter Hildebrandt in Verwirrung gestürzt? In: Rheinischer Merkur vom 13. Oktober 1989.

--: Sieben Jahre Pampers wechseln. Wider einfache Formeln für die Familie: Der Elternalltag hinter Hochglanzwerbung. In: Rheinischer Merkur vom 27. Oktober 1989.

--: Hitlers Marsch gegen die Psychoanalyse. Moses und die Kultur bei Freud und Thomas Mann. In: Lutherische Monatshefte, Oktober 1989. S. 439-443.

--: Hardcore-Prosa. „Das wilde Schaf“: Ein neuer Roman von Manfred Maurer. In: Stuttgarter Zeitung vom 10. November 1989. S. 28.

--: Wer Brot gibt, lasse Rosen blühen. Zahrnts neues Buch macht Mut zum religiösen Aufbruch.(Heinz Zahrnt. Gotteswende) In: Lutherische Monatshefte 11/1989. S. 492-494.

--: Dokumente der Eitelkeit. (Rez. Thomas Mann. Tagebücher 1946-1948). In: Rheinischer Merkur vom 1. Dezember 1989.

--: Männerprosa für Priester und Atheisten. Lektüre zur Jahrtausendwende: Hans Henny Jahnns Roman „Fluss ohne Ufer“, 2000 Seiten Daseinsangst. In: Rheinischer Merkur vom 8. Dezember 1989.

--: Himmlische Chöre oder Der Engel frohe Lieder. In: Rheinischer Merkur vom 15. Dezember 1989.

--: Leiden und Leidenschaften. Thomas Manns Tagebücher von 1946 bis 1948. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 16. Dezember 1989.

--: Bitte keine Flügel stutzen! In: Rheinischer Merkur vom 22. Dezember 1989. S. 17.

--: Himmlische Helfer an der Zeitmauer. Die Engel kehren im Dämmer der Moderne wieder: In: Lutherische Monatshefte 12/1989.

 

 

 

 

 

1990

 

--: Auf den Spuren der Engel. In. Braunschweiger Beiträge 2/1990. S. 18-22.

--: Auf der Himmelsleiter. Aus den didaktischen Blättern eines verschollenen Professors für praktische Angelologie. In: Braunschweiger Beiträge 3/1990. S. 5-25. 

--: Auf den Spuren der Engel. In: Engel und Dämonen. Wiederkehr mythologischer Rede vom Bösen und Guten? Herrenalber Protokolle 79/1990. S. 39--54.

--: Des Teufels Wiederkehr. In: Engel und Dämonen. Wiederkehr mythologischer Rede vom Bösen und Guten? Herrenalber Protokolle 79/1990. S. 68-80.

--: Denn das Leben selbst ist das Gericht. Ernst Jüngers theologischer Waldgang zur Zeitmauer. In: Lutherische Monatshefte März/1990. S. 127-130.

--: Aus wunderbarer Welt. „Die Schere“ und „Zeitsprünge“ von Ernst Jünger. In: Stuttgarter Zeitung vom 2. März 1990. S. 32.

--: Religionslehrer ohne Kirche. (Rez. Klaus Langer. Warum noch Religionsunterricht?). In: Lutherische Monatshefte April 1990. S. 62-63.

--: Lesen lernen im Buch des Lebens. Hans Blumenberg zum Geburtstag. In: Akzente 3/1990. S. 264-267.

--: Teufel im Detail. Gert Heidenreichs Roman „Belial oder Die Stille“. In: Die Zeit vom 6. April 1990.

--: Käuzchenstimmen der Verlockung. (Rez. Gert Loschütz. Flucht). In: Rheinischer Merkur vom 13. April 1990.

--: Sensibilisierung für die religiöse Dimension. Eine Studie weist nach: der Religionsunterricht steckt in der Krise und die kirchliche Bindung der Lehrer nimmt ab. In: Rheinischer Merkur vom 20. April 1990. 

--: Die Angst, weil man geboren wurde. Hanns Henny Jahnn – ein Epiker der Heilsbegierde. In: Lutherische Monatshefte Mai 1990. S. 225-228.

--: Ein Brevier für das 21. Jahrhundert. „Die Schere“ und „Zeitsprünge“ von Ernst Jünger. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 8. Mai 1990.

--: Königsblau in die Ewigkeit. Goethe von Tag zu Tag: Ein Klassiker lebt. In: Rheinischer Merkur vom 15. Juni 1990. S. 19. 

--: Von einem, der nie ankommt. Gert Loschütz‘ Roman „Flucht“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 16. Juni 1990.

--: Vom Glück auf Orion 7. Die Fernsehserie „Raum patrouille“ in Buchform. In: Stuttgarter Zeitung vom 27. Juli 1990.

--: Blick in den Sündenpfuhl. Friedrich Ohly über Sündenmetaphorik. In: Neue Zürcher Zeitung vom  31. Juli 1990. S. 17-18.

--: Das Schweigen der Engel. Taschenbücher über Tod und Ewigkeit. In: Lutherische Monatshefte 7/1990. S. 307-308.

--: So ißt das Volk. Von der Wartburg nach Weimar, von der Grillbude zum Pizzastand: Immer der Nase nach zu den klassischen Städten der DDR. In: Rheinischer Merkur vom 31. August 1990.

--: Ein Bund von Vernunft und Blut. Religiöser Humanismus in Thomas Manns Werk. In: Lutherische Monatshefte September 1990. S. 413-418.

--: Und wenn die Welt voll Teufel wär... Anstöße zum Gespräch über satanische Gegenwart. In: Lutherische Monatshefte 10/1990. S. 462-468.

--: Das Denkbare, Lebbare, die Freiheit. Rüdiger Safranski fragt: „Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?“ In: Stuttgarter Zeitung vom 2. Oktober 1990.

--: Vom Essiggeruch des Alters. Bodo Kirchhoffs neuer Roman „Infanta“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 3. Oktober 1990.

--: Das Böse ist geblieben. (Rez. Alfonso di Nola. Der Teufel. Wesen, Wirkung, Geschichte). In: Hannoverscher Allgemeine Zeitung vom 3. Oktober 1990. 

--: Denkbare und lebbare Wahrheiten. Rüdiger Safranskis Kritik an den totalitären Ansprüchen. (Rez. Rüdiger Safranski. Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?). In: Neue Zürcher Zeitung vom 11. Oktober 1990. S. 28.

--: Orion fliegt wieder. Hanns Kneifels phantastische Abenteuer in sieben Bänden. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 20. Oktober 1990.

--: Gottes Gegenwart. George Steiners Ästhetik der Anwesenheit. (Rez. George Steiner. Von realer Gegenwart. Hat unser Sprechen Inhalt?) In: Neue Zürcher Zeitung vom 6. Dezember 1990.

--: Fantasy-Literatur, frühchristlich (Rez. Alfred Pfabigan. Die andere Bibel). In: Rheinischer Merkur vom 7. Dezember 1990. S. 22.

--: Hohngelächter aus der Tiefe. Gerhard Staguhns Versuch über Kosmologie und Religion. In: Neue Zürcher Zeitung vom 21. Dezember 1990.

--: Hohngelächter im Universum. Gerhard Staguhns Versuch über Kosmologie und Religion. (Rez. Gerhard Staguhn. Das Lachen Gottes. Der Mensch und sein Kosmos). In: Neuer Zürcher Zeitung vom 21. Dezember 1990. S. 25.

--: Himmel und Hölle öffnen sich wieder. Warum wir noch immer Engel brauchen. In: Stuttgarter Zeitung vom 22. Dezember 1990. S. 46.

--: Die Engel fliegen wieder. Zur Renaissance eines religiösen Phänomens. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 24. Dezember 1990.

--: Ein Schriftsteller der Inneren Emigration. Zum Werk Rolf Schillings. In: Neue Zürcher Zeitung vom 31. Dezember 1990. S. 23.

--: Wölfe und Lämmer. In: Heimo Schwilk (Hrsg.).Das Echo der Bilder. Ernst Jünger zu Ehren. Klett Cotta Verlag. Stuttgart 1990. S.58-63.

--: Aus wunderbarer Welt. „Die Schere“ und „Zeitsprünge“ von Ernst Jünger. In: Franz Josef Görtz (Hrsg.). Deutsche Literatur 1990. Jahresüberblick. Reclam Verlag. Stuttgart 1990. S. 163-167.

 

 

 

 

1991

 

--: Die Wiederkehr der Engel. Boten zwischen New Age, Dichtung und Theologie. EZW-Texte. Impulse Nr. 32. 35 Seiten. 1991.

--: Schutzengel der Kinder. (Rez. Betty Jean Lifton. Der König der Kinder. Das Leben von Janusz Korczak). In: Neue Zürcher Zeitung vom 17. Januar 1991.

--: Der Ewige Deutsche. Rolf Schillings Innere Emigration. In: Stuttgarter Zeitung vom 9. Februar 1991. S. 50.

--: Schutzengel der Kinder. (Rez. Betty Jean Lifton. Der König der Kinder. Das Leben von Janusz Korczak). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 16. Februar 1991.

--: Ein Kämpfer gegen seine Zeit. Rolf Schilling: Das Werk eines bisher unbekannten Dichters taucht auf. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom  21. Februar 1991.

--: Des Teufels List: „Es gibt mich nicht“. (Rez. Alfonso di Nola. Der Teufel). In: Rheinischer Merkur vom  8. März 1991. S. 26.

--: „Wir sind nicht umsonst in diese Welt gesetzt“ Ein fiktives Gespräch mit Matthias Claudius anläßlich seines 250. Geburtstages. In: Braunschweiger Beiträge 3/1991. S. 9-10.  

--: Der Traum des Ewigen Deutschen. Aus den Schubladen der Inneren Emigration der DDR: Rolf Schillings Werkausgabe in acht Bänden. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. April 1991.  S. 55-57.

--: Rolf Schilling. Werkausgabe in sieben Bänden. In: Deutschlandfunk vom 18.April 1991.

--: An die Macht verkauft. Horst Karaseks Historienpanorama „Die Stelzer“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 2. Mai 1991.

--: Wege in den geöffneten Himmel. Begegnungen mit dem Heiligen. In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 18. Mai 1991.

--: Witzfigur mit Adelsprädikat. (Rez. Joseph von Westpahlen. Im diplomatischen Dienst). In: Rheinischer Merkur vom 7. Juni 1991. S. 20.

--: Welt auf Stelzen. Horst Karaseks historischer Roman „Die Stelzer“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 8./9. Juni 1991. S. 99.

--: Autobiographie und Mythologie. Neue Bände von Hubert Fichtes „Geschichte der Empfindlichkeit“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 26. August 1991. S. 23.

--: Die Seele aus Holz, die Seele aus Eisen. (Rez. Friedrich Ohly. Metaphern für die Sündenstufen und die Gegenwirkungen der Gnade). In: Lutherische Monatshefte 9/1991. S. 427-428.

--: Aufrechter Gang in finsterer Zeit. (Rez. Horst Karasek. Die Stelzer). In. Rheinischer Merkur vom 6. September 1991.

--: Das Bild der Mutter mit der Seele suchend. (Rez. Hubert Fichte. Die Geschichte der Nana; Psyche; Die schwarze Stadt). In: Rheinischer Merkur vom 27. September 1991. S. 22.

--: Gott als Stepptänzer. Manuel Vicents Roman „Mein Name ist Kain“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 28. September 1991. 

--: Die Kirche und das Unkraut des Zweifels. (Rez. Peter  de Rosa. Der Jesus-Mythos). In: Rheinischer Merkur vom 9. Oktober 1991. 

--: Der Geist ist willig, doch der Bauch ist schwach. (Rez. Peter Brown. Die Keuschheit der Engel. Sexuelle Entsagung, Askese und Körperlichkeit am Anfang des Christentums). In: Rheinischer Merkur vom 11. Oktober 1991. S. 44.

--: Der Weizen braucht Unkraut. Von der unendlichen Reformation der Kirche. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 26. Oktober 1991.

--: Himmlische Körper. (Rezension von Peter Browns „Die Keuschheit der Engel“). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18. November 1991.

--: Stein der Weisen. (Rez. Helmut Gebelein. Alchemie). In: Rheinischer Merkur vom 6. Dezember 1991.

--: Zeugnis der Selbstbehauptung. Klaus und Erika Manns Exilschrift „Escape to life“. In: Neue Zürcher Zeitung vom 18. Dezember 1991. S. 17. 

--: Der Engel Flügel wachsen hören. Kapitel einer Angelologie der Jahrtausendwende. In: Neue Zürcher Zeitung Nr. 297 vom 21./22. Dezember 1991. S. 53--54.

--: Wie gut, dass es Maria gibt. Das Bild der Himmelskönigin in Kirchengeschichte und Kunst. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 24. Dezember 1991.

--: Der Stein der Weisen funkelt nicht. (Rez. Helmut Gebelein. Alchemie). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 31. Dezember 1991.

--:Die Engel fliegen wieder. In: Mut. Forum für Politik und Geschichte. Dezember 1991. S. 58-68. 

 

 

 

1992

 

--: Zwischen Talar und Tafel. In: Arbeitshilfe für den evangelischen Religionsunterricht an Gymnasien. Heft 50. Hrsg. von Jochen Papst. Hannover 1992. S. 15-17.

--: Die Botschaft der Engel. Ein erfahrungsbezogener Zugang zur Gottesfrage. Klett Verlag. Stuttgart (= Stundenblätter Schülerheft und Lehrerkommentar). 1992.

--: Wo sich die Pforten der Wahrnehmung öffnen. Epiphanien in der Literatur. In: Rheinischer Merkur vom 3. Januar 1992.

--: Trance auf einem Platz in Marrakesch. Hubert Fichtes Suche nach den verlorenen Geheimnis. In: Lutherische Monatshefte Februar 1992. S. 81-85.

--: Behauptung und Sendungsbewusstsein. Klaus und Erika Manns Exilschift „Escape to life“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 26. März 1992. 

--: Der ganze Himmel und die ganze Erde. Christen brauchen die Herausforderung der Heiligen. In: Lutherische Monatshefte. April 1992. S. 157-161.

--: Ernst Jüngers prophetische Theologie. In: Julie Kirchberg (Hrsg.). Dokumentation - Prophetische Stimmen in der Literatur. Werkwoche für Lehrerinnen und Lehrer im Ludwig-Windthorst-Haus. Lingen-Holthausen 1992. S. 35-47.

--: Ernst Jünger – Ein Dichter als Beter. In: Rheinischer Merkur/Christ und Welt vom 3. April 1992. S. 29.

--: „Aber ich bin nicht der am Kreuz“ Von der Schwierigkeit, mit dem auferstandenen Menschensohn. In: HAZ vom 18. April 1992.

--: Mit Leib und Seele. Vom schwierigen Leben mit dem Wiederauferstandenen. In: Stuttgarter Zeitung vom 18. April 1992.

--: Massengelage auf einem Fest ohne Ende. (Rez. Esther Vilar. Die Erziehung der Engel. Wie lebenswert wäre das ewige Leben?). In: Stuttgarter Zeitung vom 30. April 1992.

--: Eines Tages mag dann niemand mehr einen nackten Engel sehen. (Rez. Esther Vilar. Die Erziehung der Engel. Wie lebenswert wäre das ewige Leben?). In: Rheinischer Merkur vom 1. Mai 1992.

--: Sabbatai Zwi, der göttliche Verräter. Gershom Scholems Lebensbeschreibung des falschen Messias. In: Neue Zürcher Zeitung vom 2./3. Mai 1992. S. 69-70.

--: Fest ohne Ende. (Rez. Esther Vilar. Die Erziehung der Engel. Wie lebenswert wäre das ewige Leben?). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 23. Mai 1992.

--: Messias oder Missetäter? Gershom Scholems Lebensbeschreibung des Sabbatai Zwi. In: Stuttgarter Zeitung vom 12. Juni 1992. S. 29.

--: Nichts Niemand Nirgends Nie! Sünder und hoher Geist: Arno Schmidts Dichtergnosis. In: Lutherische Monatshefte Juli 1992. S.321-325.

--: Der Weizen braucht Unkraut. Von der unendlichen Reformation der Kirche. In: Arbeitshilfe für Gottesdienste und Veranstaltungen in Schule und Gemeinden aus Anlass des Reformationstages. RPI  Loccum. August 1992. S. 1-4.

--: Auf der Suche nach einem Königreich. Gerald Messadiés Roman spekuliert über das Leben des Apostels Paulus. In: Stuttgarter Zeitung vom 18. September 1992. S. 26.

--: Ein Mann macht Karriere. (Rez. Gerald Messadié. Ein Mann namens Saulus). In: ? vom 29. September 1992.

--: War Paulus ein Karrierist? (Rez. Gerald Messadié. Ein Mann namens Saulus). In: Rheinischer Merkur vom 2. Oktober 1992.

--: Der Ketzer wird ein Medienstar. (Rez. Hans Conrad Zander, Uta Ranke-Heinemann, Dorothee Sölle). In: Rheinischer Merkur vom 2. Oktober 1992.

--: Ein feste Burg war unser Gott. Bücher zu einem langen Abschied. (Rez. Hans Conrad Zander, Uta Ranke-Heinemann, Dorothee Sölle). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 22. Oktober 1992.

--: Der Priester als Dichter und Visionär. Ist Eugen Drewermann ein neuer Reformator? In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 31. Oktober 1992.

--:  „Weck die tote Christenheit!“ Eugen Drewermann und die Sehnsucht nach einem neuen Reformator. In: Stuttgarter Zeitung vom 14. November 1992.

--: Die Frau an seiner Seite. (Rez. Eckhart Kleßmann. Christiane/ Effi Biedrzynski. Goethes Weimar). In: Rheinischer Merkur vom 27. November 1992.

--: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes. Versuch über den Bildungsauftrag des Evangelischen Religionsunterrichtes. In: Korrespondenzblatt Evangelischer Schulen und Heime. 6/1992.  S. 166-172.

--: Die Wiederkehr der Engel. Zu einem erstaunlichen Phänomen – längst vor der Weihnachtszeit. In: Idea Nr. 11/1992. S. III--IV. Zugleich in: Idea-Spektrum 48/1992. S. 14--15.

--: Weihnachten setzt Himmel und Erde in Bewegung. Der heutige Mensch ist wieder empfänglich für religiöse Botschaften. In: Idea Nr. 120/1992. 14. Dezember 1992. S. I/III.

--: Gleichnisses des geöffneten Himmels. Biblische Botschaften in Bronze: Der Künstlerbischof Bernward von Hildesheim. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 24. Dezember 1992.

--: Die Engel fliegen wieder. In: Arbeitshilfe für den evangelischen Religionsunterricht an Gymnasien. Heft 50. Hrsg. von Jochen Papst. Hannover 1992. S. 53--66.

--: Wie gut, dass es Maria gibt. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Dezember 1992.

--: Vorbildlich?! (Rez. Bernhard Dressler. Fundamentalismus und Moderne. Zum Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens). In: Loccumer Pelikan 2/1992. S. 42-43.

 

 

 

 

1993

 

--: Breit aus die Flügel beide. Von den Engeln des Lebens. Verlag Herder. Freiburg. 240 Seiten. 1993. (3. Auflage 1998).

--: Demokratischem Denken abgeneigt. (Rez. Thomas Garrigue Masaryk. Russische Geistes- und Religionsgeschichte). In: Rheinischer Merkur vom 12. Februar 1993.

--: An der Grenze zum Paradies. George Steiners polemische Beschwörungen einer Kunst des Sakramentalen. In: Lutherische Monatshefte April 1993. S. 22-24.

--: Baedeker zur russischen Seele. (Rez. Thomas G. Masaryk. Russische Geistesgeschichte). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 27. April 1993. 

--: Der Geist zündet uns ein Licht an im Verstand. Erweckungserlebnisse und der Blick auf Ganze – Was New Age und Christentum gemeinsam ist und was sie unterscheidet. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 29. Mai 1993. 

--: Himmel und Erde aus einem Guß. Faltprospekt über Bernward von Hildesheim. Bernward Verlag 1993.

--: Der Himmel auf Erden. Das heilige Reich der Kunst des Bernward von Hildesheim. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. August 1993. S. 68-73.

--: Das Auge der Seele. Albert Christian Sellners „Immerwährendem Heiligenkalender“ fehlt die hermeneutische Kultur. In: Rheinischer Merkur vom 8. Oktober 1993.

--: Groß die Erinnerungen. Goethes Leben von Tag zu Tag. In: Stuttgarter Zeitung vom 5. Oktober 1993.

--: Kommen Tiere in den Himmel?  (HAZ vom 23. Dezember 1993)

--: Jaakobs Stern ist aufgegangen. Weihnachten, eine Welt in Bewegung. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Dezember 1993. S.58-62.

--: Das Licht aus einer anderen Welt. Weihnachten  wurde das Fest des wiedergefundenen Paradieses. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 24. Dezember 1993.

--: Mit Schrecken und Entzücken. Annäherung an das Heilige. In: Reinhard Ehmann (Hrsg.). Heilige(s) für Protestanten. Zugänge zu einem „anstößigen“ Begriff. Herrenalber Forum Band 7. 1993. S. 9-32.

--: Der Weizen braucht Unkraut. Von der unendlichen Reformation der Kirche. In: Gert Traupe (Hrsg.). Den Reformationstag gestalten. Eine Hilfe für die Arbeit in Schule und Gemeinde.  RPI  Loccum. 1993. S. 1-4.

--: Papa Faust. Leben, Lieben und Leiden (unveröffentlichte Neufassung des Romans). 1993.

 

 

 

1994

 

--: Das große Buch der Engel (Anthologie mit Farbtafeln). Verlag Herder. Freiburg. 280 Seiten. 1994. (2. Auflage 1995).

--: Tradition und Transzendenz. Über religiöse Erziehung im Zeitalter der Zerstreuung. In: Heimo Schwilk (Hrsg.). Die selbstbewusste Nation.  „Anschwellender Bocksgesang“ und weitere Beiträge zu einer deutschen Debatte. Ullstein Verlag. Berlin 1994.  S. 404-415.

--: Gottesdämmerung. Auf den Spuren einer Sehnsucht. Verlag Herder. Freiburg. 224 Seiten. 1994.

--: Der Wunsch nach der alten Erde. Thomas Manns Tagebücher aus den Jahren 1951 und 1952. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 22. Januar 1994.

--: Wo ist das Paradies? Von der tiefen Sehnsucht in Werbung und Religion. In: Idea Spektrum 2. Februar 1994. S. 16-17.

--: Im Lichte des Glücks. Träume vom Paradies, fromm und profan. In: Stuttgarter Zeitung vom 5. Februar 1994.

--: In vino veritas. Karl-Wilhelm Weber „Die Wein-Kultur der Römer“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 26. März 1994.

--: „Dein Jesus lebt, es hat kein Not“. Das Geheimnis der Osternacht will immer wieder neu erlebt werden. In: Die Welt vom 2. April 1994.

--: Voll des süßen Weines. (Rez. Karl-Wilhelm Weeber. Die Wein-Kultur der Römer). In: Rheinischer Merkur vom 8. April 1994.

--: Weißt du, wo der Himmel ist? Gedanken zum Himmelfahrtstag. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 7. Mai 1994.

--: Orte voller Angst und Schrecken. Zwei Werke zur Geschichte der Höllenvorstellung. (Rez. Georges Minois . Die Hölle und Herbert Vorgrimler. Geschichte der Hölle.). In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 10. September 1994.

--: Im Angesicht des Todes. (Rez. Reinhard Löw. Die neuen Gottesbeweise). In: Die Welt vom 10. Oktober 1994. 

--: Mit kaltem Blick. Hans Küng über das Wesen des Christentums. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 19. November 1994.

--: Himmlische Grenzgänger. „Engel der Liebe“ – Ein Themenabend bei „arte“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 27. Dezember 1994.

 

 

 

 

 

1995

 

--: Unter Deinen Flügeln geborgen. Legenden vom Geheimnis der Engel. (Anthologie mit Farbtafeln). Verlag Herder. Freiburg. 120 Seiten. 1995. (2. Auflage 1995).

--: Der gefallene Engel. Von den Dämonen des Lebens. Verlag Herder. Freiburg. 256 Seiten. 1995.

--: Bischof Bernward. Leben in der Jahrtausendwende. Ein Lese- und Arbeitsbuch. Arbeitshilfen Gymnasium Band 4. RPI Loccum. 1995.

--: Der Dichter der Deutschen – Ernst Jünger. In: Deutschland Magazin, 27. Jahrgang, März 1995. S.24-25.

--: Ein deutscher Autor – bewundert und umstritten. Am 29. März begeht der Dichter Ernst Jünger im oberschwäbischen Wilflingen seinen 100. Geburtstag. In: Volksstimme vom 10. März 1995.

--: Dichten und Danken (Teil 1). Zum 100. Geburtstag von Ernst Jünger. In: Das Ostpreußenblatt vom 18. März 1995. S. 3.

--: Dichten und Danken (Teil 2). Zum 100. Geburtstag von Ernst Jünger. In: Das Ostpreußenblatt vom 25. März 1995. S. 3.

--: Ostern. Zwei Annäherungen an das Geheimnis. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 15. April 1995.

--: War Jesus ein Holländer? Ein Besuch im biblischen Freilichtmuseum in Nimwegen. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 3. Juni 1995.

--: War Jesus ein Holländer? Besuch des Bibelmuseums in Nijmegen. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. August 1995.  S. 68-74.

--: Wohin geht die Kirche? Wider die Allmacht des Zeitgeistes. In: Gegengift. Zeitschrift für Politik und Kultur. Dezember 1995. S. 5-14.

--: Kommen Tiere in den Himmel? In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 23. Dezember 1995.

--: Eine Ästhetik gegen den Tod. Hans Wollschlägers Essay über das Potential Mengele. In: Rudi Schweikert (Hrsg.). Hans Wollschläger. Edition Isele. Eggingen 1995. S. 178-180.

--: Das Pfeifen im Dunklen. Hans Wollschlägers Edition der „Kindertodtenlieder“ von Friedrich Rückert. In: s.o. S. 186-190.

--: Ins Unbetretene, nicht zu Betretende? In: s.o. S. 249-250.

--: Dichten, Danken, Beten. In: Günter Figal und Heimo Schwilk (Hrsg.). Magie der Heiterkeit. Ernst Jünger zum Hundersten. Klett-Cotta Verlag. Stuttgart 1995. S. 255-264.

 

 

 

 

1996

 

--: Bischof Bernward. Leben in der Jahrtausendwende. Ein Lese- und Arbeitsbuch. Lax Verlag. Hildesheim 1996. 2. Auflage.

--: Den Wolf umarmen. Das Böse in Märchen, Mythos und Legende. In Matthias Viertel (Hrsg.). Gott und das Böse. Hofgeismarer Protokolle 313/1996. S. 63-94.

--: Und der Engel ließ mich nicht los. Erfahrungen mit unsichtbaren Freunden. Verlag Herder. Freiburg. 120 Seiten. 1996. (2. Auflage 1997).

--: Tradition und Transzendenz. Über religiöse Erziehung im Zeitalter der Zerstreuung. In: Heimo Schwilk (Hrsg.). Die selbstbewusste Nation.  „Anschwellender Bocksgesang“ und weitere Beiträge zu einer deutschen Debatte. Ullstein Verlag. Berlin 1996 (Ullstein Zeitgeschichte Nr. 33204.  S. 404-415.

--: Menschen in Licht und Eis. Eine Reise in die russische Arktis. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 13. Januar 1996.

--: Der Teufel ist wieder einmal los. Drei Bücher über Satanismus. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 27. Januar 1996.

--: In der Werkstatt der Schöpfung. Eine Reise in die russische Arktis. In: Neue Zürcher Zeitung vom 28. Februar 1996. S. 20.

--: Ostern – Der Sieg über Tod und Teufel. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 6. April 1996.

--: Wohin geht die Kirche? In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Mai 1996. S. 88-95.

--: Die Kirche hat sich an die Moderne verkauft. Über kirchliche Imagepflege. In: Idea 63/1996. 23. Mai 1996.

--: Erntezeit, Urteilszeit (Über das Erntedankfest). In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt vom 23. August 1996.

--: Maria zeigt, wohin Nachfolge führt. Die Hochschätzung der Gottesmutter kommt aus der Volksfrömmigkeit. In: Deutsche Tagespost vom 7. September 1996.

--: Im Haus der Schöpfung. 1000 Jahre Michaeliskirche in Hildesheim. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 7. September 1996.

--: In Licht und Eis. Reise in die russische Arktis. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. September 1996. S. 28-36.

--: Engel sind Liebende. Gedanken zum Schutzengelfest am 2. Oktober. In. Deutsche Tagespost vom 1. Oktober 1996.

--: Kommen Tiere in den Himmel? Ein weihnachtliches Stimmungsbild. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Dezember 1996. S. 86-95.

 

1997

 

--: Wenn Gott will. Ein Grenzgang im Nordwesten Pakistans. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. April 1997. S. 69-77.

--: Weihnachten, das wiedergefundene Paradies. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Dezember 1997. S. 76-95.

 

 

 

 

 

1998

 

--: Die Engel – Himmlische Wegbegleiter. In: Die Entdeckung des Himmels. Loccumer Protokolle 27/1998. S. 59--93.

--: Wo ist das Paradies? Von der tiefen Sehnsucht in Werbung und Religion. In: Auftrag und Weg. Thema: Werbung. 4/1998. S.133--134.

--: Engel sind Gottes Strahlungen für Menschen, die ihre Seele auf Empfang schalten. Interview mit dem Magazin Contrapunkt. 6/1998. S.14--15.

--: Licht und Schatten. Ernst Jünger, der Dichter des 20. Jahrhunderts. In: MUT. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Nr. 368. April 1998. S. 66-72.

--: Was ist im Himmel los? Christi Himmelfahrt: Biblisch-theologische Spurensuche. In: Idea Spektrum Nr. 20. 13. Mai 1998. S. 16-18.

--: Gesicht eines Sioux-Häuptlings. Zwei neue Bücher über Ernst Jünger. In: Gegengift. Zeitschrift für Politik und Kultur. 1. Oktober 1998.  S. 20-21.

--: Streitbarer Dichter bis ins biblische Alter. Die erste Ernst-Jünger-Biographie nach dem Tod des Jahrhundert-Schriftstellers und die Erinnerungen des Bildhauers Mangin. In. Welt am Sonntag vom 4. Oktober 1998. (=Besprechung der Werke von Paul Noack und Serge Mangin)

--: Engel sind Gottes Strahlungen für Menschen, die ihre Seele auf Empfang schalten (Interview). In: Contrapunkt November/Dezember 1998. S. 14-15.

--: Der Engel an meiner Seite. Biographische, biblische und meditative Zugänge zum

Geheimnis der Engel als Begleiter auf dem Lebensweg. Anthologie zur Tagung des

Loccumer Arbeitskreises für Meditation vom 4.--6. Dezember 1998. (Zusammen mit

Elisabeth Borries).

 

 

1999

 

--: Die Konversion. Ernst Jünger und der Katholizismus. In: Welt am Sonntag vom 28. März 1999. S.33f. (zusammen mit Heimo Schwilk)

—: Das bricht dem Bischof das Kreuz. Die letzte Teufelsaustreibung in Deutschland 1975/76. (=Biografie der Anneliese Michel) Rowohlt Verlag.

--:Das quälende Gefühl der Entzweiung: Licht und Schatten bei C. G. Jung und Ernst Jünger. In: Thomas Arzt (Hrsg.). Jung und Jünger. Gemeinsames und Gegensätzliches in den Werken von Carl Gustav Jung und Ernst Jünger. Königshausen und Neumann Verlag. Frankfurt a. M. 1999. S. 163--180.

--: Teufelsaustreibung. Die geheimen Protokolle. Drei Teile. In: Welt am Sonntag vom 11. Juli 1999. S. 33-34. 18. Juli 1999. S. 34-35.25. Juli 1999. S.36-37.

--: Warum nehmen Sie LSD, Dr. Hofmann? (Interview mit Albert Hofmann). In: Welt am Sonntag vom 10. Oktober 1999. S. 41. (gemeinsam mit Heimo Schwilk)  

--: Der Mensch ist  mehr als nur ein Konsument. Interview mit Johannes Rau. In: Welt am Sonntag vom 17. Oktober 1999.

--: Die Engel – Himmlische Wegbegleiter. In: Barbara Hallensleben (Hrsg.). Un ange passe . . . Ökumenische Wegzeichen. Universität Fribourg Suisse. S. 5--24. Fribourg 1999.

--: Das quälende Gefühl der Entzweiung: Licht und Schatten bei C. G. Jung und Ernst Jünger. In: Thomas Arzt (Hrsg.). Jung und Jünger. Gemeinsames und Gegensätzliches in den Werken von Carl Gustav Jung und Ernst Jünger. Königshausen und Neumann Verlag. Frankfurt a. M. 1999. S. 163--180.

--: Die Engel – Himmlische Wegbegleiter. In: Lernort Gemeinde. Zeitschrift für spirituelle Praxis. Heft 4/1999. S. 31--36.

--: Das quälende Gefühl der Entzweiung: Licht und Schatten bei C. G. Jung und Ernst Jünger. In: Thomas Arzt (Hrsg.). Jung und Jünger. Gemeinsames und Gegensätzliches in den Werken von Carl Gustav Jung und Ernst Jünger. Königshausen und Neumann Verlag. Frankfurt a. M. 1999. S. 163--180.

 

 

 

 

2000

 

--: Engel in der modernen Literatur. Dort, wo man sie nicht erwartet. In: Markwart Herzog (Hrsg.). Die Wiederkunft der Engel. Beiträge zur Kunst und Kultur der Moderne. Irseer Dialoge. Band II. Kohlhammer Verlag 2000. S. 83-98.

--: Singen, Beten, Tanzen – Ein Vorgeschmack auf den Himmel. In: Forum Loccum Nr.2/ Mai 2000. S. 20-21.

--: Wissen Sie, was Sehnsucht ist? Erinnerungen an ein Gespräch mit Golo Mann. In: Memeler Dampfboot vom 20. September 2000. S. 131.

 

2001

 

--: Alles über Engel. Aus dem himmlischen Wörterbuch. Herder-Spektrum. Freiburg 2001.

--. Die Reise ins Labyrinth. Unterwegs zur eigenen Mitte. Herder-Spektrum. Freiburg 2001.

--: Gelobt seist Du mein Herr... Impressionen einer franziskanischen Pilgerfahrt. In: Antoniuskalender 2001. S. 75-82.

--: Vom himmlischen Flugverkehr der Engel. In: Hans-Werner Kalkmann. „Er fliegt und fliegt“  (Ausstellungskatalog )S. 49-56.

--: Grenzgänger mit Flügeln. Das Thema Engel braucht einen Platz nicht nur im Fachsortiment. In:BuchMarkt Juli 2001. S. 134-135.

--: Auf den Spuren der Engel. Warum Engel uns faszinieren. In: Leseforum Winter/2001. S.4-5.

--: Rudolf Otto – Theologe. In: Gymnasium Andreanum Hildesheim. Jahresbericht 2001. S. 46-48.

--: Der Engel des Lichts. Weihnachtliche Gedanken zu einem romanischen Kunstwerk. In: MUT. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Nr. 412. Dezember 2001. S. 10-13.

--: Von den Engeln des Lebens. Biographische Zugänge heute. In: Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis für RU und Kirche. Heft 4/2001. S. 27-34.

 

2002

 

--:  In Ariadnes Welt. Das Labyrinth ist kein Irrgarten. In: MUT. Nr. 415.  S. 78-87.

--: Geheimnisvoll wie die Muschel. Staunen über den inneren Reichtum. Herder-Spektrum. Freiburg. (160 Seiten)

--:  Alles über die gefallenen Engel. Aus dem Wörterbuch des Teufels. Kreuz Verlag. Stuttgart. (260  Seiten)

--: Das Geheimnis der Perlen. Eine weihnachtliche Meditation. In: MUT. Nr. 424. S.76-87.

--: Das Große Buch der Engel. 4. Auflage.

--: Artikel  „Heilige Orte“ und „Symbole“. In: Gabriele Hartlieb (Hrsg.). Spirituelle Leben. 111 Inspirationen von Achtsamkeit bis Zufall. Herder Verlag. Freiburg. S. 175-179 und 346-349.

 

 

 

2003

 

--: Die Engel von Ground Zero. In: Margot Kässmann (Hrsg.). Glauben nach Ground Zero. Kreuz Verlag. Stuttgart. S. 136-144.

--: Sieben Engel hat der Mensch. Wie du ihnen begegnen kannst. Kreuz Verlag 2003. 160 Seiten.

--: Wo war Jesus zwischen Karfreitag und Ostersonntag? Das Leben Jesu für unsere Zeit erzählt. Kreuz Verlag. Stuttgart. 160 Seiten.

--: Kleine Archäologie des Unwissens. Die Memelländer – quer zur Zeit und ohne Lobby. In: Memeler Dampfboot 3/2003. 155. Jahrgang. S. 1-2.

--: Der Teufel. Alte Traditionen und aktuelle Formen in der Jugendszene. In: Lernort Gemeinde. Zeitschrift für theologische Praxis. Heft 1/2003.  S. 38-42.

--: Satanismus. Spiel mit dem Bösen in der Jugendszene. In: MUT: Nr. 426/2003.  S. 54-57.

--: War Jesus ein Holländer?  Besuch des Bibelmuseums in Nijmegen. Zum Jahr der Bibel – eine Ausflugsempfehlung. In: Loccumer Pelikan 2/03. S. 93-96.

--: Von Hunden und Kaninchen. Einführung in die Didaktik und Methodik des Umgangs mit Symbolen im Evangelischen Religionsunterricht. In: 50 Jahre Studienseminar Hildesheim für das Lehramt an Gymnasien. Hildesheim 2003. S. 51-56.

--:  Das  Gesellenbuch des Fachseminars  Evangelische Religionslehre (seit 1989). In: 50 Jahre Studienseminar Hildesheim für das Lehramt an Gymnasien. Hildesheim 2003. S. 57-59.

--: Welche Farbe hat die Himmelstür? Symbole der Weltreligionen für unsere Zeit gedeutet. Kreuz Verlag. Stuttgart. 160 Seiten.

--: Jeder Tag hat einen Engel. Kreuz Verlag. Stuttgart. 384 Seiten.

--: Das kleine Buch vom Schutzengel. Kreuz Verlag. Stuttgart. 160  Seiten.

 

2004

 

--: Wie heißt mein Schutzengel? Ein himmlischer Namenskalender. Kreuz Verlag. Stuttgart. 200 Seiten.

--: Trifft Jesus im Himmel Mohammed? Spirituelle Persönlichkeiten für unsere Zeit erklärt. Kreuz Verlag. Stuttgart. 160 Seiten.

--: Nachwort zu: Ich geb’ dir einen Engel mit. Erfahrungen mit einem Symbol. Verlag „Andere Zeiten e.V.“. Hamburg. S. 88-95.

--: Mit Martin Luther von Tag zu Tag. Ein Jahresbegleiter. Kreuz Verlag. Stuttgart. 365 Seiten.

--: Uwe Wolff Kalender 2005. Kreuz Verlag. Stuttgart.

--: Vorwort zu: Jürgen Hohmuth. Labyrinthe und Irrgärten. Frederking und Thaler Verlag. München. S. 8-13.

--: Labyrinthe. Pilgerwege der Seele. Kreuz Verlag. Stuttgart. 124 Seiten. (mit Bildern von Jürgen Hohmuth)

--: Der Engel des Lichtes. In: Memeler Dampfboot. 157. Jahrgang. Nr.12/2004. S.178-179.

--: Hol volt Jézus nagypéntek és húsvétvasárnap között?

     (Übersetzung des Jesus-Buches ins Ungarische)

--: Labyrint. Cesta k vlastnimu stredu

    (Übersetzung des Labyrinth-Buches ins Tschechische)

 

 

 

 

 

2005

 

--: Das Kreuz. Wo Himmel und Erde sich berühren. Kreuz Verlag. Stuttgart. 141 Seiten. (mit Bildern von Jürgen Hohmuth)

--: Der Engel der Stille behüte dich. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh. 50 Seiten.

--: Engel an deiner Seite. Uwe Wolff Kalender 2006. Kreuz Verlag. Stuttgart. 12 Blätter.

--: Breit aus die Flügel beide. Von den Engeln des Lebens. 4. vollständig überarbeitete Ausgabe. Herder Verlag. Freiburg.

 

2006

 

--:Tore zur Ewigkeit. Symbole der Menschheit. Kreuz Verlag. Stuttgart. 141 Seiten. (mit Bildern von Jürgen Hohmuth)

—: Der Teufel ist in mir. Der Fall Anneliese Michel, die letzte Teufelsaustreibung in Deutschland. Heyne Verlag. (=überarbeitete Fassung der Biografie von 1999).

--: Das neue große Buch der Engel. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh. 220 Seiten. 4. Auflage.

--: Kinderbriefe an den Schutzengel. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh. 95 Seiten.

--: Weil ich dich liebe. 365 Liebeserklärungen. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh. 180 Seiten.

--: Alles über Labyrinthe und Irrgärten. Unterwegs mit Zeppelin und Kamera. Gabriel Verlag. Stuttgart. 95 Seiten. (mit Bildern von Jürgen Hohmuth) 

 

2007

 

--: The Angels’ Comeback: A Retrospect at the Turn of the Millenium. In: Deuterocanonical and Cognate     Literature. Yearbook 2007. Angels. The Concept of Celestial Beings – Origins, Development and Reception. Walter de Gruyter Verlag. Berlin. S. 695-714.

--: Walter Nigg und sein Weg zur Hagiographie. Eine biographische Studie und Werkanalyse bis „Große Heilige“ (1946). Theologische Dissertation Universität Freiburg/Schweiz. 393 Seiten. Veröffentlicht unter: http://ethesis.unifr.ch

 

 

 

2008

--: 

 

2009

 

--: Alles über Engel und Dämonen. Ein himmlisches Wörterbuch. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh.

--: Edzard Schaper im Baltikum und in Skandinavien: Eine biographische Spurensuche (unveröffentlichter Vortrag)

--: „Das Geheimnis ist mein“ Walter Nigg – eine Biographie. Theologischer Verlag Zürich. 

--: Vom Lächeln der Engel. Beflügelnde Erfahrungen mit himmlischen Freunden. Herder Verlag. Freiburg.

--: Die Schutzengelbibel (Hrsg.). Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh.

--: Edzard Schapers Händel-Brevier. Ein Dokument der Freundschaft. In: Edzard Schaper. Händel-Brevier. Aus dem unveröffentlichten Roman. Institut für Ökumenische Studien. Fribourg. S. 1-9.

 

 

 

2010

 

--: Ernst Jüngers Glaube. Eine theologische Deutung der Marmorklippen. In: Wojciech Kunicki (Hrsg.). Ernst Jünger – eine Bilanz. Leipziger Universitätsverlag. S. 132-145.

--: Der Engel Adventskalender. Von himmlischen Boten begleitet. Grünewald Verlag. Stuttgart.

--: Gabriel – Engel des Erwachens. Eine Bildmeditation. In: Wilm Sanders. Epiphanie. Eine Wiederentdeckung in 40 Aspekten. Institut für Ökumenische Studien. Fribourg. S. 1-5.

--: Walter Nigg. Glauben in der „Gemeinschaft der Heiligen“. In: www.bogoslov.ru/de/text/594088.html

--: Sollten Christen häufiger von Engeln reden? (Pro). Idea Spektrum 49/2010. S. 15.

 

2011

 

--: Ein reformierter Heiligenforscher. Walter Nigg. In: Leben und Glauben. Das evangelische Wochenmagazin. 6.1.2011. S. 12-13.

--: Herausragender Zeitzeuge. Eine Wiederentdeckung des Autors Edzard Schaper (1908-1984). In: MUT. Februar 2011.  S. 56- 71.

-: Von der wahren Heimat. In: Maria Saam (Hrsg.).Wo das Herz wohnt. Von der Sehnsucht nach Heimat. Matthias Grünewald Verlag. Stuttgart. S. 103-107.

-: Im Raum der Dankbarkeit. Verwandlungsprozesse begrüßen, mit Resten leben. In: Meditation. Zeitschrift für christliche Spiritualität und Lebensgestaltung. Themenheft: Dankbarkeit. S. 14-20.

-: Die Weisheit der Muschel. Geschichten vom inneren Reichtum. Grünewald Verlag.

 

 

 

2012

 

-: „Das Geheimnis ist mein“ Walter Nigg – eine Biographie. Theologischer Verlag Zürich. 2. Auflage.

-: Welche Farbe hat die Himmelstür? Symbole der Weltreligionen für unsere Zeit gedeutet. Topos Taschenbücher.

-: Besprechung von: Maren Bohlen. Sanctorum Communio. In: Theologische Literaturzeitung 137. Jahrgang. 3/2012. Spalten 292f.

-: Besprechung von: Annelen Kranefuss. Matthias Claudius. In: Theologische Literaturzeitung 137. Jahrgang. 4/2012. Spalten 460f.

-: Besprechung von: Karl-Josef Kuschel. Leben ist Brückenschlagen. In: Theologische Literaturzeitung 137. Jahrgang. 4/2012. Spalten 408f.

-: Besprechung von: Katharina Kunter. 500 Jahre Protestantismus. In: Theologische Literaturzeitung 137. Jahrgang. 7/2012. Spalten 823f.

-: Der vierte König lebt! Edzard Schaper – Dichter des 20. Jahrhunderts. Friedrich Reinhardt Verlag. Basel.

-: Wunder am Wegesrand. In: 50 Plus 6/2012. S. 12

 

 

 

 

 

2013

 

-: Der Mann aus Nazaret. Das Leben Jesu neu erzählt. Topos Taschenbücher.

-: Besprechung von: Katalog der hutterischen Handschriften. In: Theologische Literaturzeitung 138. Jahrgang. 1/2013. Spalten 55f.

-: Besprechung von: Michael Heymel. Das Gesangbuch als Lebensbegleiter. In: Theologische Literaturzeitung 138. Jahrgang. 2/2013. Spalten 241f.

-: Das Luther Brevier. Gütersloher Verlagshaus.

-: Ist der Glaube an Engel evangelisch? In: Evangelische Zeitung vom 27. Oktober 2013.

-: Himmlische Chöre. In: Rheinische Post vom 22. Dezember 2013.

-: Erfahrungen mit Schutzengeln. Biographische Dokumente aus der Gegenwart. In: Meditation. Zeitschrift für christliche Spiritualität und Lebensgestaltung. S. 41-48.

-: (Hrsg.). Boten der Liebe. 24 Engelsgeschichten. Reinhardt Verlag. Basel 2014.

—: Iserloh. Der Thesenanschlag fand nicht statt. Studia Oecumenica Friburgensia 61. Reinhradt Verlag. Basel.

 

 

 

 

2014

 

—: „Kein Landsmann sang mir gleich“. Edzard Schaper – eine deutscher Lebenslauf. In: Karol Sauerland (Hrsg.). Edzard Schapers Blick auf die Totalitarismen seiner Zeit. Duncker &  Humblot Verlag. Berlin 2014. S. 19-30.

—: Unter deinen Flügeln geborgen. Legenden vom Geheimnis der Engel. Herder Verlag. (Neuausgabe)

 

 

 

2015

 

—: Von Melancholie und Mysterium. Der Tango Argentino. In: Meditation. Zeitschrift für christliche Spiritualität und Lebensgestaltung. 3/2015. S. 27-33. 

—: Die Spuren der Engel. Herder Verlag.

—: „Der Mann, den alle schlagen, diesen schlägst Du nicht“ - Hans Blumenbergs katholische Wurzeln. In: Communio Mai/Juni 2014. S. 182-198.

—: „und das ist mir von der Liebe zur Kirche geblieben…“ Hans Blumenbergs letzter Brief. Mit einem Nachwort von Uwe Wolff. In: Communio Mai/Juni 2014. S. 173-181.

 

 

2016

 

—: „Sollte der Teufel erlöst werden?“ Hans Blumenberg und seine Dämonen. Herder Korrespondenz 3/2016. S. 37-40.

—: Heilige. Boten der Menschlichkeit. Herder Verlag.

—: Engel an deiner Krippe. Boten der Liebe. Kösel Verlag.

—: Iserloh. Der Thesenanschlag fand nicht statt. Aschendorff Verlag. Münster. (=Neuausgabe der Biografie von Erwin Iserloh)

 

 

 

2017

 

—: Walter Nigg. Das Jahrhundert der Heiligen. Aschendorff Verlag. Münster.

—: Das kleine Buch vom Schutzengel. Wie er dich durchs Leben leitet. Verlag am Eschbach.

—: Als ich ein Junge war. Liebeserklärung an Kindheit und Jugend in den Sechzigerjahren. Kösel Verlag.

 

 

2018

 

—: Geschenke des Meeres. Von Muscheln, Möwen, Meerjungfrauen. Kleiner Verlag am Eschbach.

 

 

 

2019

 

 —: Das verleugnete Kreuz. Anstöße zu einer überfälligen Debatte. Claudius Verlag. München.

 

 

 

 

2020