Ich weiß, ich weiß meine Lieben: Die Katholische Kirche hat viel Mist gebaut. 

Aber dennoch halte ich treu zu ihr wie die Hunde zum armen Lazarus.

Denn ich bin Tobit, der Hund an der Seite des Engels Raphael!

 

 

Tobit, der alte Blogger als junger Hund (Assumptio Mariae 2010)

  

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" Darum gehet hin und lehret alle Hunde und taufet sie

im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes"

(Matthäus 28.14 nach der Dänischen Hundebibel)

 

Das Christentum hat allen Tieren eine besondere Würde zugesprochen. Doch von der Taufe und der christlichen Beerdigung waren wir immer ausgeschlossen. Diese Ausgrenzung war gewiss nicht im Sinne Jesu. Deshalb engagiere ich mich für die Erneuerungsbewegung in der Katholischen Kirche.

 

Wir Hunde gehen mit auf dem Synodalen Weg! Wir gehen noch, wenn andere das Handtuch werfen. Wir verlassen die Tagungshäuser mit ihren leeren Kaffeekannen und von Keksen verkrümelten Tischdecken und gehen wie der HErr auf die Straßen. Wir sind der Weg!

 

Es gibt Länder, da möchte man nicht als Hund geboren worden sein. Dort gilt jemand wie ich als unrein, auch wenn er gerade von einem Bad aus dem Fluss gekommen ist. Selbst ich, dem Undine regelmäßig Ohren, Nase und Augen reinigt, der Kaustangen zur Zahnpflege kaut, der das Fell gebürstet bekommt, damit er nicht übermäßig haart, bleibt unrein. Ein Hund kann machen, was er will, er ist und bleibt unrein. Selbst ein japanischer Nackthund, der nun wirklich nicht mehr haaren kann, bleibt unrein. 

 

Auf der Versammlung in Frankfurt verglich der Gastredner Ansgar Kjærbøl (København) Gott mit den Hunden des armen Lazarus und erntete tosenden Beifall. Der Weihbischof ist Autor des Bestsellers "Dänische Hundebibel". Er engagiert sich für die Taufe von Hunden.

 

Der Mann Gottes sprach vom Synodalen Weg aller Zwei- und Vierbeiner. Dann predigte er von seinem Golden Retriever Søren und sagte, ein Hund stehe immer treu an der Seite seines Menschen - egal, ob es Tag oder Nacht sei, egal, ob er hundemüde oder gerade mit Essen oder Fellpflege beschäftigt sei, der vierbeinige Freund sei immer ansprechbar und zur Hilfe bereit. Genauso sei es mit Gott. Ein Ruf, und er macht sich mit allen Hunden und allen Menschen guten Willens auf den Synodalen Weg.

 

"Der liebende Gott ist dir unendlich zugewandt wie Dein Hund am Abend auf dem Sofa", sagte Kjærbøl in seinem Impulsreferat. Vielen Zuhörerinnen standen die Tränen in den Augen.

 

"Achten Sie einmal, wenn Sie am Wochenende spazieren gehen, auf die treuen Hunde, die so fröhlich ihr Stöckchen tragen. Gott will, dass auch wir in dieser Leichtigkeit den Synodalen Weg  gehen und unser Päckchen tragen. Hunde helfen auch beim Gespräch mit Gott. Viele Menschen wissen nicht wie sie beten sollen. Schaut auf Gott, wie der Hund auf die Wurst!", empfahl der Mann Gottes.

 

Versteht ihr jetzt, warum ich den Synodalen Weg mitgehe? Begreift ihr, warum ich katholisch werden möchte und die Taufe begehre? Versteht ihr, warum die Zeit reif ist für einen alten Hund wie mich als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz? Machen wir uns also auf den Synodalen Weg!

 

Denn eins ist klar:  Ob in der Beziehung, der Familie, der Schule, im Beruf -:

Da ist einer, der uns sanft durchs Leben trägt. 

Aber bist Du bereit, Dich tragen zu lassen?

Fürchte Dich nicht!

Sieh' doch auf mein Bild:

So leicht ist der Synodale Weg, wenn Du Vertrauen hast!