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Wirklich geheimes Deutschland: Wanderungen zu Kraftorten
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Der Dillsgraben bei Königsdahlum

ist der größte Erdfall (Doline) in Niedersachsen.

Er liegt in einem Waldgebiet der Harplage,

hat einen Durchmesser von 140 Metern

und ist etwa 60 Meter tief.

 

Die Wissenschaft sagt, dieser Erdfall sei durch eine Subrosion von Gipsgestein entstanden.

Diese Auslaugung habe den Einsturz des Deckgesteins des Trochitenkalks zur Folge gehabt.

 

 

Wotan oder Christus?

 

Die Legende sagt: Hier oben am Rande der Harplage wohnte einst der Ritter Dill (Till).

Er wehrte sich gegen die Überformung der indigenen Kultur durch das Christentum

und jagte in einem performativen Akt

am Weihnachtstag auf seinem Schimmel.

 

Zur Strafe wurde er mitsamt seiner Burg in die Erde versenkt.

Dieser Ritter sei Wotan gewesen mit seinem Hengst Sleipnir,

den Raben Munin und Hugin sowie den

Wölfen Meni und Freki.

 

Der Ritter Dill (Till) soll also der Teufel Wotan gewesen sein.

Der Erdfall war sein Höllensturz.

 

Im Jahr 1888 ließ der Unternehmer Johann Friedrich Weule neben dem Teufelsloch eine neue Burg errichten.

Er hatte durch die Herstellung von Kirchturmuhren ein Vermögen verdient

und wollte nun die Restlebenszeit den schönen Ausblick über

den Ambergau bis in den Harz genießen.

 

 

 

Heute wohnt ein Zahnarzt im Ruhestand auf der Burg

und schreibt hier  Kriminalromane.

 

Der Erdfall findet seit Edgar Allan Poes

"Sturz in den Maelstrom"

im Kopf statt.